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Steuern sparen mit Kindern: Tipps für die Steuererklärung

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Geld sparen mit Familie ist nicht immer einfach. Doch wer ein paar Tricks kennt, kann sich bei der Steuererklärung einige Euros zurückholen.

Bis Ende Mai muss die Steuererklärung abgegeben sein. Doch wie kann ich viel Steuern sparen, wenn ich zusätzlich Kinder habe? Hier ein paar Tipps für Eltern.

Die lieben Kleinen kosten viel Geld – doch es gibt viele Möglichkeiten, um Steuern zu sparen. So können Sie sich einige Euros zurückholen, wenn Sie Ihre Steuerklärung 2016 sauber durchführen.

In der Regel werden Sie mithilfe des Kindergeldes vom Fiskus unterstützt. Dieses steht Ihnen ab der Geburt Ihres Kindes zu und können Sie bei der Familienkasse beantragen. Diese finden Sie meist über das Ortsverzeichnis der Bundesagentur für Arbeit.

Kindergeld und Kinderfreibetrag: Das müssen Sie vor der Steuererklärung wissen

Gut zu wissen: Sie erhalten Kindergeld nicht nur für leibliche, sondern auch für adoptierte oder Pflegekinder – aber nur, wenn es auch bei Ihnen zuhause lebt. Doch was ist, wenn das Kind volljährig wird? Dann kann es sein, dass Sie weiterhin Kindergeld verlangen können. Vorausgesetzt, es verdient nicht mehr als 8130 Euro im Jahr – und befindet sich noch in der Berufsausbildung oder besucht eine weiterführende Schule.

Das gilt auch in der Übergangsphase, wenn sich der Nachwuchs zwischen zwei Ausbildungsabschnitten, wie Abitur und Studium, befindet. Diese sollte allerdings nur maximal vier Monate dauern. Außerdem erhalten Eltern weiterhin Kindergeld, wenn das Kind nach dem Schulabschluss ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder Wehrdienst macht.

Falls der Sprössling allerdings doch mehr als 8130 Euro im Jahr verdienen sollte, können Sie einige Aufwandskosten von der Steuer absetzen lassen. Darunter fallen: Fahrten zwischen Wohnort und Arbeitsplatz, Arbeits- und Lehrmittel, etwaige Studiengebühren oder Reisekosten und auch private Versicherungsbeiträge, die Sie für Ihr Kind zahlen.

Außerdem gibt es seit 2012 keine Einkommensprüfung mehr – solange sich Ihr Kind in der ersten Ausbildung oder im Erststudium befindet. Und schließlich erhalten Eltern sogar noch dann Kindergeld, wenn es bereits über 25 Jahre alt ist - und noch immer studiert.

Tipp: Falls Sie in einer Patchwork-Familie leben und einen Partner haben, der selber Kinder hat, dann haben Sie die Möglichkeit, mehr Kindergeld zu verlangen. Dazu müssen Sie Ihren Kindergeldanspruch auf Ihren neuen Ehepartner übertragen – wenn dieser also zwei Kinder hat und Sie eines, dann erhält er mehr Kindergeld, weil er nun für drei Kinder Kindergeldanspruch besitzt.

So stellen Sie den Kinderfreibetrag richtig

Falls Sie dagegen nur wenig verdienen, können Sie bei der Familienkasse einen höheren Kinderzuschlag zum Kindergeld beantragen. Dieser beläuft sich bei 170 Euro monatlich für jedes Kind. Dieser entlastet schließlich die Eltern, wenn das Kindergeld nicht mehr ausreichen sollte.

Laut Finanztip.de setzt sich der komplette Kinderfreibetrag aus dem Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes und dem Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA) zusammen. So betrug der Gesamtkinderfreibetrag 2016 7.284 Euro und 2017 etwa 7.356 Euro – 2018 soll er sogar auf 7.428 Euro steigen, so das Finanzportal.

Wenn Sie den Antrag gestellt haben, dürfen Sie immer Anspruch auf den vollen Kinderfreibetrag erheben – auch wenn ein Elternteil verstorben ist, sich nicht um das Kind kümmern will oder kann oder nicht (mehr) in Deutschland lebt. Der berechnete Freibetrag wird schließlich durch das Finanzamt gegen das Kindergeld abgewogen - und automatisch gewährt, wenn es für Sie günstiger wird.

Gut zu wissen: Der Gesetzgeber hat rückwirkend zum 1. Januar 2015 Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und das Kindergeld automatisch erhöht. Konkret heißt das: Sie erhalten seit Anfang 2017 für jedes Ihrer Kinder jeweils zwei Euro mehr pro Monat.

Weitere Freibeträge sichern und Steuern sparen

Zudem können Sie vor der Steuererklärung bereits Steuern sparen, wenn Sie Auskünfte über Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. Wenn Sie sich dort Kosten anrechnen lassen, die im Jahr angefallen sind, zahlen Sie am Ende weniger Lohnsteuer. Unter Auskünfte können Sie zum Beispiel Kinderbetreuungskosten (für Kinder bis 14 Jahre) oder Werbekosten angeben und sich als Freibetrag auf Ihrer Lohnsteuerkarte vermerken lassen.

Doch Vorsicht: Dies geht immer nur bis zum 30. November des laufenden Jahres. Die Voraussetzung, damit das klappt, ist:

  • Dass Sie beim zuständigen Finanzamt einen Antrag stellen
  • Dass die Kosten mindestens 600 Euro übersteigen. Werbungskosten müssen dagegen die 920 Euro-Marke knacken.

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, dürfen Eltern bis zu 6000 Euro an Betreuungskosten in Ihrer Steuererklärung angeben. Dazu zählen entstandene Kosten für Kita, Tagesmutter oder Verwandte wie Oma und Opa, die sich um ihre Enkel kümmern.

Sobald ein Arbeitsverhältnis besteht und Sie einen schriftlichen Vertrag mit den Großeltern abgeschlossen haben, dürfen Sie auch diese Betreuungskosten absetzen. Das Finanzamt erkennt diese dann als Sonderausgaben an. Sie müssen sie lediglich bei der Steuererklärung 2016 unter Anlage Kind angeben. Doch Vorsicht: Kosten für die Verpflegung der Kinder akzeptiert das Finanzamt allerdings nicht.

Wer zudem die Kinderfreibeträge sorgfältig in die vorgesehene Anlage einträgt, der kann weitere Steuern sparen. Die Freibeträge spielen zudem eine Rolle bei der Höhe der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags und können auch hier für eine Steuerersparnis sorgen. Das gilt auch, falls Sie eine Riester-Rente abgeschlossen haben.

Riester-Rente bietet Familien oftmals Steuerersparnis

Viele Riester-Förderungen enthalten laut Stiftung Warentest den sogenannten Riester-Sonderausgabenabzug und dadurch sollen Besitzer am Ende für ihren Vertrag jährlich

  • 154 Euro eigene Grundzulage
  • 185 Euro Kinderzulage für jedes vor 2008 geborene Kind oder
  • 300 Euro Kinderzulage für jedes seit 2008 geborene Kind, wenn Sie für den Nachwuchs Kindergeld beanspruchen, erhalten.

Von Jasmin Pospiech

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