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Steuererklärung: Corona beeinflusst Abgabe-Frist – so lange haben Sie noch Zeit

Für die Steuererklärung 2019 haben Sie mehr Zeit als in den Vorjahren.
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Für die Steuererklärung 2019 haben Sie mehr Zeit als in den Vorjahren.

Sie müssen eine Steuererklärung abgeben? Für die Erklärung 2019 können Sie sich etwas länger Zeit lassen, wie die Regierung kürzlich beschlossen hat.

Jeder angestellte Arbeitnehmer zahlt monatlich Steuern an den Staat – in Form von Lohnsteuer, die direkt vom Gehalt abgezogen und ans Finanzamt abgeführt werden. Eine Steuererklärung ist in vielen Fällen nicht verpflichtend, viele Menschen geben Sie allerdings freiwillig ab, weil oftmals eine Steuerrückzahlung winkt. In einigen Fällen ist die Abgabe der Steuererklärung allerdings Pflicht, nämlich dann, wenn das Finanzamt vermutet, dass es zu wenige Steuern bekommt.

Verpflichtet sind Sie etwa, wenn Sie im Laufe des Jahres Nebeneinkünfte von über 410.00 Euro erzielt haben, die nicht dem Lohnsteuerabzug unterliegen. Auch wer Lohn von mehreren Arbeitgebern bezieht oder im Laufe des Jahres Arbeitslosen-, Kranken-, Eltern- oder Mutterschaftsgeld über 410.00 Euro bezogen hat, muss seine Steuererklärung zeitnah abgeben.

Die Frist für die Abgabe der Steuererklärung* ist der 31. Juli. Für das Jahr 2019 müsste die Steuererklärung also bis 31. Juli 2020 beim Finanzamt eingehen. Wer seine Steuererklärung von einen Steuerberater machen lässt oder den Lohnsteuerhilfeverein hinzuzieht, für den gelten andere Fristen. In dem Fall muss die Erklärung bis Ende Februar des übernächsten Jahres beim Finanzamt eingereicht werden. Doch diese Frist hat sich aufgrund der Corona-Pandemie verlängert.

Steuererklärung 2019: Diese Fristveränderung kommt Bürgern zugute – auch Stundung betroffen

So meldete das Bundesfinanzministerium am 4. Dezember 2020, dass sich die Abgabefrist für 2019 für durch Steuerberater erstellte Steuererklärungen um einen Monat verlängert bis zum 31. März 2021. Als Grund dafür wird die Corona-Krise genannt, wie die Deutsche Presseagentur dpa berichtet. Auch die Stundungsmöglichkeiten hätten sich demnach verlängert. Steuerpflichtige, die durch die Corona-Krise unmittelbar und nicht unerheblich negativ wirtschaftlich betroffen sind, können bei ihrem Finanzamt bis zum 31. März 2021 einen Antrag auf Stundung stellen. Die Stundungen laufen dann laut Ministerium längstens bis zum 30.6.2021. Damit würden bis Ende Dezember befristete Regelungen verlängert.

Mit einer Stundung ist im Steuerrecht die Verschiebung einer Steuernachzahlung in die Zukunft gemeint. Die Fälligkeit einer Zahlungsfrist kann so hinausgeschoben werden. (jg/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Quellen: www.haufe.de; www.steuerverbund.de

Lesen Sie auch: Mit diesen fünf Tricks können Sie bis Ende 2020 jetzt viel Geld sparen.

Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
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