Fahrbericht

Kia Stinger: Koreas giftigster Stachel im Test

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Mit seiner lang gestreckten Motorhaube und der Haifischnase macht der Kia Stinger auf sich aufmerksam.

Mit seinem sportlichen Design zieht der Kia Stinger die Blicke auf sich. Was der Koreaner noch kann, außer gut aussehen, haben wir für Sie getestet.

Sie kennen ihn. Garantiert. Es sei denn Sie haben kein Spiel der Fußball-WM gesehen. Stinger stand da auf der Bande. Kia Stinger. Übersetzt heißt das Stachel oder Spitze. Und so etwas wie die Speerspitze ist der Stinger auch für Kia. In dieser Sport-Limousine zeigen die Koreaner, was sie so drauf haben. Und das ist jede Menge. Wir haben die Spitze der Spitze getestet und zwar das Topmodell, den GT 3,3 T-GDI AWD.

Wer einen Kia Stinger fährt, darf nicht schüchtern sein

Ferrari? Maserati? Porsche? Von wegen! Mit dem Kia Stinger erregen wir die mit Abstand größte Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit seit langem. Ob die bewundernden Blicke an der Straßenkreuzung, der Siegerdaumen vom Autofahrer nebenan oder das Fachgespräch an der Tankstelle, wer dieses Auto fährt darf nicht schüchtern sein.

Woran das liegt? Mit Sicherheit daran, dass der Stinger (noch) eher selten auf den Straßen zu sehen ist, aber auch das sportliche Design mit der lang gestreckten Motorhaube, der Haifischnase und der kühn geschwungenen coupéartigen Hecklinie trägt sein Scherflein dazu bei.

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Mit 370 PS schafft es der Kia Stinger in 4,9 Sekunden auf 100 km/h

In Fachkreisen, zum Beispiel beim Smalltalk an der Tankstelle, weiß der Treibstoff-Verkäufer natürlich auch um die inneren Werte des Kia-Stachels. Und die sind nicht ohne. Sein 3,3-Liter großer V6-Benziner (Verbrauch deutlich über 10 Liter) leistet 370 PS, damit rennt der Stinger in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 unter der entsprechend kernigen aber nie aufdringlichen Soundbegleitung des Sport-Auspuffs.

Der Kia Stinger kommt im Innenraum ohne viel Schnickschnack aus und sieht einfach edel aus.

Beachtlich ist das Drehmoment, das schon bei 1.300 Umdrehungen mit 510 Nm gewaltig nach vorne schiebt und einem auch bei lässiger Fahrweise immer das Gefühl gibt, über ausreichend Power zu verfügen. Übrigens auch bei der Bremsleistung, denn hier arbeiten die Hochleistungsaggregate von Brembo.

Kia Stinger: Fünf Fahrmodi für jede Situation

Bei der Kraftübertragung haben die Koreaner eine 8-Gang-Automatik in petto, die über alle vier Räder die Power auf den Asphalt bringt. Aber auch beim Fahrwerk zeigen die Asiaten, die ihr europäisches Entwicklungszentrum in Rüsselsheim haben, ihr ganzes Können. Mit den fünf Fahrmodi (Smart, Eco, Comfort, Sport und Sport plus) ist man für jede Fahrsituation gerüstet. Straff und knackig, giftig wie ein Stachel, oder gemütlich als Kapitän auf der Landstraße – der Stinger ist ein Auto für alle Fälle.

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Nur wenig Platz im Kia Stinger

Das gilt natürlich nur bedingt (ist ja auch ein Coupé) für die Passagiere im Fond. Dort sollte die Körpergröße nicht das Durchschnittsmaß überschreiten und auch beim Kofferraumvolumen sind mit 406 Litern die Grenzen eng gesteckt. Mit einer dreiköpfigen Familie ist vielleicht noch die Urlaubsfahrt drin, aber schon hier muss sich die Ehegattin oder Freundin bei der Auswahl des Ferien-Schuhschranks merklich beschränken.

Der Kofferraum hat ein Volumen von 406 Litern.

Das Interieur des Kia ist fein aber reduziert. Wenig Schnickschnack, viele dunkle Töne dazwischen das gebürstete Metall – so einfach kann edel sein. Über die für Kia typische Verarbeitungsqualität muss man hier nicht gesondert hinweisen, umsonst gibt der Hersteller nicht die 7-jährige Garantieleistung, die bis zu 150.000 Kilometern greift.

Der Preis des Kia Stinger

Nun zum Preis, denn der ist im Vergleich zur Konkurrenz wirklich heiß. Nimmt man das in etwa vergleichbare BMW M4 Coupé mit 431 PS (4,3 Sekunden von 0 auf 100), dann liegt man da in der Grundausstattung beim Schaltgetriebe schon bei 79.100 Euro, wenn noch ein paar kleinere Extras dazukommen locker über 90.000 Euro. Den Stinger hingegen kriegt man für rund 55.000 Euro – aber bei vollem Ausstattungsprogramm. Könnte sein, dass die Koreaner damit den ein oder anderen Sportauto-Enthusiasten dazu aufstacheln, sich mal für einen Kia zu entscheiden.

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Rudolf Bögel

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