Fahrbericht

Scharf wie Chili - so fährt sich der neue Porsche Macan GTS

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Kurvenräuber in Rot: Dank des überarbeiteten Fahrwerks ist der Macan GTS noch feiner abgestimmt. Die Kurven nimmt er mit chirurgischer Präzision.

Tiefer, dunkler, schneller. Der GTS ist das neue Mitglied in der Macan-Familie. GTS steht für Gran Turismo. Und so fährt sich dieser Porsche auch. Bequem wie ein moderner SUV, aber giftig wie ein Sportwagen.

  • Der Macan ist das erfolgreichste Modell von Porsche.
  • Mit dem GTS bringen die Schwaben die vierte Variante auf den Markt.
  • Fast so gut wie der Turbo, allerdings um 14.000 Euro günstiger.

Für Bierfreunde ist es das Lieblingslied auf dem Oktoberfest: "Eine, eine geht noch nei!" Wir dürfen übersetzen: Eine Maß geht noch rein. Man könnte fast meinen, dass sich die Zuffenhausener Sportwagenbauer von Porsche schon seit vielen Jahren an dieses Lied halten. Kein anderer Hersteller hat so viele Derivate eines einzigen Modells. Beim Panamera sind es 21, beim Cayenne immerhin noch 10. Beim Macan allerdings nur drei. Bis jetzt. Denn einer, einer geht noch rein. Der neue GTS stößt in die Lücke zwischen S (354 PS) und Turbo (440 PS).

Motor und Leistung: Das hat der Porsche Macan GTS drauf

Drei Modelle, ein Triebwerk. Ein drehfreudiger 2,9-Liter V6-Biturbo dient in allen dreien als Grundlage. Im neuen GTS lassen die Motorbauer 380 PS raus, damit sprintet der Macan in 4,7 Sekunden von 0 auf 100. Nur 0,4 Sekunden langsamer als der Turbo, und auch bei der Höchstgeschwindigkeit fehlt nicht viel: Der GTS schafft 261 Stundenkilometer der Turbo 270 Sachen. Ob das den Mehrpreis von fast 14.000 Euro rechtfertigt?

Vom Fahren her ist der GTS jedenfalls ein fast schon verschreibungspflichtiges Genussmittel. Das Fahrwerk liegt um 15 Millimeter tiefer als beim Basismodell. Die Stahlfederung kommt mit einem komplett überarbeiteten und kernigerem Dämpfersystem daher. Und auch die Stabilisatoren wurden neu abgestimmt.

Fahrdynamisch ein echter Porsche: Der Macan GTS ist schon serienmäßig um 15 mm tiefer gelegt, mit der optionalen Luftfederung geht es noch mal um 10 mm tiefer.

Scharf wie Chili: So fährt sich der Porsche Macan GTS

Damit und mit dem kräftigen Drehmoment von 520 Nm, das angenehm lang zwischen 1750 und 5000 U/min zur Verfügung steht, lässt sich der Macan, der immerhin knapp zwei Tonnen wiegt, flüssig und präzise durch die Kurven bugsieren. In der Fahrstufe Sport plus wird der GTS scharf wie Chili. Wenn man sich dann auch noch die Luftfederung gönnt, die den GTS um weitere 10 Millimeter absenkt, hat man fast schon das Gefühl in einem echten Sportwagen zu sitzen. Orchestriert wird die Fahrt im Macan* GTS von der serienmäßigen Sport-Auspuffanlage. Sie bollert dezent bei unaufgeregter Fahrt, wenn es sein muss, haut sie gewaltig auf die Pauke, beim Gaswegnehmen spratzelt sie fröhlich dazu.

In Miami-Blau fällt man mit dem Porsche Macan richtig auf. Sogar vor einem U-Boot, das hier am Hafen von Lissabon ankert.

Damit man bei so viel Power und Fahrspaß nicht über das Ziel hinausschießt, hat der Macan auch stärkere Bremsen bekommen, vorne sind die Scheiben 360 mm groß, hinten 330. Und wem das noch nicht genügt - auch hier hat Porsche* genug Ausstattungs-Asse im Ärmel: Von der schon bekannten und bewährten Keramik-Bremse bis hin zur für besondere Belastungen gebaute Porsche Surface Coated Brake, die mit Wolframcarbid beschichtet ist. Bringt mehr Reibung und reduzierte den Bremsstaub bis zu 90 Prozent.

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Porsche Macan GTS mit düsterem Farbmotto

Scharf ist auch das Erscheinungsbild des GTS. Auffällig sind die 20 Zoll großen RS Spyder Design-Räder. Sie sind schwarz und so ist auch das durchgehende Farbmotto. Vielleicht haben die Designer während der Arbeit am Macan ja einen alten Rolling-Stones-Hit mitgesungen: "I want to see it painted, painted black: Black as night, black as coal." Schwarz sind die Felgen, die Streben im Frontgrill, die Seiten-Blades mit GTS-Schriftzug, die Auspuff-Endrohre. Sogar die LED-Frontscheinwerfer wurden dunkel eingefärbt.

Viele dunkle Elemente prägen das Erscheinungsbild des Macan GTS. Das fängt bei den schwarzen 20-Zoll-Felgen an und setzt sich als Designmotto durch das ganze Fahrzeug fort.

Und das Motto setzt sich im Innenraum fort. Viel schwarzes Alcantara - besonders cool sieht das gebürstete Aluminium aus, natürlich in Schwarz. Der Innenraum ist so wie er seit dem Macan-Facelift halt so ist. 10,9 Zoll ist der Touchscreen in der Mittelkonsole groß, die Bedienung funktioniert einfach, wenn an sie erst einmal gewöhnt ist. Nicht mehr zeitgemäß und daher gewöhnungsbedürftig sind die vielen Knöpfe und Schalter auf beiden Seiten der Mittelkonsole. Man kann davon ausgehen, dass diese Armada beim nächsten Macan beseitigt wird. Zumal er dann ja rein elektrisch sein soll.

Großer Infotainment Bildschirm, viel zu viele Schalter auf beiden Seiten der Mittelkonsole. Man kann davon ausgehen, dass bei der nächsten Macan-Generation hier aufgeräumt wird.

Auch digital wurde der Macan aufgerüstet. Mit der Porsche Car Connect App lassen sich diverse Fahrzeugfunktionen aufrufen. Eine davon dürften Autodiebe aufhorchen lassen. Denn via Handy lässt sich der Macan jederzeit wieder aufspüren. Ein schönes Feature auch für zerstreute Zeitgenossen, die sich die Parkhaus-Ebene wieder mal nicht notiert haben.

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Fazit zum Porsche Macan GTS

Mit dem GTS-Modell schließt Porsche eine Lücke, die man vorher nicht so gesehen hat. Als Turbo light hat er aufgrund des Preisvorteils und des eher marginalen Leistungsunterschieds aber seine Berechtigung. Und wer auf Schwarz steht, sollte unbedingt zuschlagen. "No colors anymore I want them to turn black!"

Datenblatt Porsche Macan GTS

Hubraum:

2894 ccm

Leistung:

380 PS zwischen 5200 und 6700 U/min

Drehmoment:

520 Nm zwischen 1750 und 5000 U/min

Getriebe:

7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

Antrieb:

Allrad

Länge/B/H:

4686/2098/1609 mm

Leergewicht (zul):

1910 / 670 kg

Anhängelast:

2400 kg

Kofferraum:

488 - 1503 l

0 auf 100:

4,7 s

0 auf 200:

19,3 s

Höchstgeschwindigkeit:

261 km/h

Normverbrauch:

9,6 Liter

Co2:

218 g/km

Abgasnorm:

Euro 6d ISC FCM

Preis (ab):

77.880 Euro

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Rudolf Bögel

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