Facelift

Der neue Jaguar F-Type - Fahrspaß schon für den kleinen Geldbeutel?

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Neuer Look: Die schmalen LED Scheinwerfer erinnern eher an einen Aston Martin oder an einen Mazda MX-5.

Das neue Facelift des Jaguar F-Type bringt eine leicht veränderte Optik und eine Menge Fahrspaß. Aber ist die Raubkatze auch etwas für den kleinen Geldbeutel?

  • Facelift statt Neuauflage: Jaguar bringt den neuen F-Type mit leicht verändertem Blechkleid und entrümpeltem Motorangebot.
  • Aus dem Programm geflogen ist das Sechszylinder-Triebwerk, dafür gibt es zwei Achtzylinder und einen erstaunlich agilen Vierzylinder.
  • Das Topmodell, der F-Type R, hat 575 PS und spielt in einer Liga mit Porsche Carrera 4S oder Mercedes AMG GT/C.

Vom Raubtier zum Raubkätzchen? Das hat sich optisch am Jaguar F-Type getan

Sportwagen-Puristen und Fans des (alten) F-Type* sollten sich der Neuauflage am besten von hinten nähern. Denn hier hat sich Gott sei Dank nur wenig geändert. Das Heck ist knackig wie eh und je, die Schultern strotzen vor Kraft. Vorne allerdings ist der F-Type ein wenig zahmer geworden. Die fein gezeichneten LED-Scheinwerfer verleihen dem Raubkätzchen Schlitzaugen. Der Gesichtsausdruck wirkt so mehr verschmitzt als wagemutig. Und auch die Motorhaube ist gefälliger geworden. Der Mazda MX-5 lässt grüßen.

Dank der fein gezeichneten LED-Scheinwerfer wirkt der Jaguar wie ein Raubkätzchen.

Und so ist der neue Jaguar F-Type mehr ein Raubkätzchen als eine ausgewachsene Katze. Zumindest vom Aussehen her. Wenn man jedoch den Startknopf betätigt, faucht es nach wie vor bedrohlich aus allen Rohren. Auch aus dem des Vierzylinders, denn der bekommt erstmals die Sport-Auspuffanlage. Im Vergleich zum Vorgänger wurde sie aber ein wenig gezähmt. Sie spratzelt und blubbert zwar noch wie eh und je, allerdings viel leiser und auch die Fehlzündungen klingen nicht mehr wie Kanonenschläge. Über die Quiet-Funktion dürfte sich die nähere Umgebung freuen. Beim Start bleiben die Auspuff-Klappen zu, der Schalldämpfer sorgt für eine längere Nachtruhe bei den Nachbarn und für ein deutlich entspannteres Verhältnis untereinander.

Knackig wie eh und je: Gottseidank haben die Designer am Heck des F-Types nichts nachgebessert. Dicke Backen und stramme Schultern – so muss ein Sportwagen aussehen.

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Jaguar F-Type: Das haben die Modelle auf dem Kasten

Eins, zwei oder drei? Welcher Motor soll man nun nehmen beim neuen F-Type? Immer unter der Voraussetzung, dass Geld keine Rolle spielt. Denn der Vierzylinder mit 300 PS ist schon ab 64.200 Euro zu haben, der kleine Achtzylinder mit 450 PS kann erst ab 92.500 Euro erstanden werden, und für das Topmodell R mit 575 PS muss man schon das hübsche Sümmchen von 125.600 Euro aufbringen. Die Cabrios kosten je nach Modell rund 7.000 Euro mehr.

Auch als Cabriolet macht der F-Type eine gute Figur: Eine Reise zu Zweit wird jedoch zur echten Beziehungsprobe, so klein ist der Kofferraum.

PS-Fetischisten und solche die sich von anderen Sportwagen ungern an der Ampel abhängen lassen, dürften am R-Modell freilich nicht vorbeikommen. Denn mit seiner Beschleunigung von 3,7 Sekunden von 0 auf 100 braucht sich dieser Jaguar* weder vor dem Porsche Carrera 4 S fürchten (3,6 Sekunden) noch vor dem AMG GT/C (3,7 Sekunden). Die 700 Nm Drehmoment spielt er zwischen 3500 und 5000 U/min aus und bietet so neben ausreichend Muskelschmalz auch das entsprechende Durchhaltevermögen. Beamtet wird der Achtzylinder mit einem Kompressor, der Allradantrieb und neue Dämpfer am Fahrwerk sorgen dafür, dass die Briten-Flunder flach am Boden klebt.

Das R-Modell bietet mit 575 Pferdestärken Fahrleistungen, die keinen Porsche fürchten müssen.

Am anderen Ende der Motoren-Skala und nur mit der Hälfte der Zylinder ausgestattet rangiert das 300 PS starke 2,0-Liter-Triebwerk mit Turboaufladung. Den Sprint auf Tempo 100 schafft der P300 knapp unter 6 Sekunden und auch das Drehmoment ist mit 400 Nm nicht gerade wenig. Zumal es schon bei 1500 Umdrehungen greift. Doch nackte Zahlen und nüchterne Daten sind nur Schall und Rauch, wenn die Emotion nicht stimmt. Aber das tut sie beim kleinen Vierzylinder. Kräftig schiebt er von unten heraus an, leichtfüßig jagt das Kätzchen durch die Kurven. Vielleicht sogar einen Tick agiler als die Achtzylinder. Was auch am Gewicht liegt, denn der Motor wiegt gut 100 Kilo weniger und entlastet somit die Vorderachse. Den Vierzylinder gibt es nur mit Heckantrieb, den 450-PS starken "kleineren" Achtzylinder wahlweise auch mit Allradantrieb, die Topversion nur als 4-Wheel-Drive.

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Was hat der Innenraum des Jaguar F-Type zu bieten?

Noch kurz zum Innenleben des F-Types. Hier wurde mit einem zentralen 12,3 Zoll-Bildschirm zeitgemäß nachgerüstet, in aller Regel wird das TFT-Display vom großen Drehzahlmesser dominiert. Das Infotainment wird über einen Touchscreen gesteuert und ist serienmäßig mit Apple Car Play und Android Auto ausgerüstet. Bei so viel High-Tech muten die versenkbaren Luftdüsen, die bei Bedarf aus dem Cockpit wachsen, altertümlich und ganz und gar nicht smart an.

Rotes Leder, schwarzer Kunststoff: Edel wie ein Clubsessel in der Zigarren-Lounge wirkt das F-Type-Interieur.

Unser Fazit zum Jaguar F-Type 

Der neue F-Type ist zwar nicht mehr ganz so charakteristisch wie sein Vorgänger, dafür aber bietet der P300 erstaunliche Fahrleistungen für den etwas kleineren Geldbeutel. Ein guter Einstieg in die Welt der Jaguare.

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Rudolf Bögel 

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