Bahn oder Auto? – Was spricht für die Verkehrsmittel?

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Bahn oder Auto? Die beiden Verkehrsmittel sind quasi als ewige Konkurrenten zu verstehen. Die einen schwören auf Ihren PKW, die anderen schätzen die Bahn als Fortbewegungsmittel.

Doch welches Verkehrsmittel ist wirklich besser? Wo zahlt der Pendler mehr? Und was bringt den höheren Reisekomfort mit sich? Wir haben den Praxis-Check gemacht und Auto und Bahn gegenübergestellt.

Zuerst werfen wir einen Blick auf die Kosten der Verkehrsmittel. Es ist allgemein bekannt, dass ein Auto viel Geld verschlingt. Die exakten Kosten errechnet jedoch kaum ein Fahrzeugführer. Viele Autofahrer denken nur an Kauf- und Spritpreis. Dabei entstehen zusätzlich beachtliche Kosten für die Kfz-Steuer/-Versicherung, Werkstattaufenthalte und Parkgebühren. Hinzu kommt der jährliche Wertverlust des Fahrzeugs. Sie sollten demnach mit jährlichen Ausgaben von mindestens 6.000 Euro rechnen. Der Preis für öffentliche Verkehrsmittel steigt zwar Jahr für Jahr, dennoch kommen Bahnkunden in der Regel günstiger ans Ziel. Dabei spielen Aspekte wie die Entfernung oder Tarifkonditionen natürlich eine Rolle. Fest steht aber: Für die Bahn fallen keine Nebenkosten wie Parkgebühren o.ä. an. Dadurch hat die Bahn in der Kategorie Preis die Nase knapp vorne.

Doch wie sieht es beim Komfort aus? In den Medien werden Autos häufig als unverzichtbar dargestellt. Und tatsächlich bietet der eigene PKW viele Vorteile. So sind Sie an keine Fahrpläne gebunden und können jederzeit Auto losfahren. Im Auto genießen Sie eine gewisse Privatheit und Ruhe. Der Kofferraum kann beliebig beladen werden. Dennoch weisen Autos auch viele negative Punkte in Sachen Komfort auf. In Deutschland stehen Autofahrer pro Jahr durchschnittlich 36 Stunden im Stau. In den städtischen Gebieten sind es sogar mehr als 50 Stunden. Auch die Parkplatzsuche kann zu einer Geduldsprobe werden. Im Schnitt suchen deutsche Autofahrer jährlich 41 Stunden nach einem freien Stellplatz. Damit verschwenden Autofahrer viel Zeit, was nicht gerade für das Autofahren spricht.

Die Bahn wirbt mit komfortablen Reisen. Als Fahrgast steigen Sie einfach in den Zug, setzen sich und genießen die Fahrt. Sie müssen sich nicht auf die Straße konzentrieren und haben Zeit für andere Dinge. Sie können Emails beantworten, arbeiten oder einfach mit Ihrem Sitznachbar reden. Mit dem ICE erreichen Sie Ihr Ziel deutlich schneller, als mit einem Auto. Ihnen sollte allerdings bewusst sein, dass Sie sich in einem öffentlichen Umfeld befinden. Es kann daher passieren, dass Sie in lauten und überfüllten Zugabteilen reisen. Auch der Transport von größeren Gegenständen gestaltet sich schwieriger, als mit dem Auto. In Puncto Pünktlichkeit ist die Bahn besser als ihr Ruf. Im Fernverkehr sollen nach Angaben der Bahn 80 Prozent der Züge pünktlich sein. Im Nahverkehr sind es sogar 95 Prozent.

Wenn es um die Sicherheit geht, gewinnt die Bahn erneut. In Deutschland passieren jährlich tausende Verkehrsunfälle, wovon viele tödlich enden. Zugunglücke sind hingegen äußerst selten und unwahrscheinlich. Wichtig ist es zudem, den Umweltaspekt des Reisens nicht außer Acht zu lassen. Die Bahn wirbt damit, im Fernverkehr mit 100 Prozent Ökostrom unterwegs zu sein. Dabei errechnet das Unternehmen den Anteil des Energieverbrauchs im Fernverkehr und kauft die entsprechende Menge Strom aus erneuerbaren Energien. 2016 betrug der Anteil 42 Prozent. Die anderen 58 Prozent stellen eine Mischung aus Kohlestrom, Erdgas und Kernenergie dar. Ein einziges Auto produziert auf 100 Kilometer circa 17 Kilogramm CO2. Millionen Autos in Deutschland verursachen folglich einen enormen CO2 Ausstoß. Das Auto muss sich dementsprechend auch hier geschlagen geben.

Wie sieht es in der Praxis aus: Funktioniert ein Leben ohne Auto? Das kommt in erster Linie auf die Einzelperson an. So ist es für Menschen, die in der Stadt wohnen deutlich einfacher, auf ein Auto zu verzichten, als für Menschen auf dem Land. Der Ausbau der Infrastruktur ist daher ein ausschlaggebender Punkt. Doch auch Personen ohne Auto wollen in den wohlverdienten Urlaub. Unser Tipp: Leihen Sie sich für solche Fälle einen Mietwagen, der Sie bequem ans Ziel bringt. Für spontane Fahrten auf kurzer Strecke empfiehlt sich hingegen die Nutzung eines Carsharing Anbieters. Es ist also durchaus möglich, ohne eigenes Auto zu leben.

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