Deutscher Netflix-Erfolg

Zwischen Sunkist und Ecstasy: So gut ist die zweite Staffel von „How To Sell Drugs Online (Fast)“

Wenn er über sein Unternehmen "MyDrugs" spricht, ist Moritz (Maximilian Mundt) voll in seinem Element.
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Wenn er über sein Unternehmen „MyDrugs“ spricht, ist Moritz (Maximilian Mundt) voll in seinem Element.

Mit 17 Millionär: Das Drogenbusiness brummt für Moritz (Maximilian Mundt) und seine Freunde bei „MyDrugs“. Trotzdem soll in der zweiten Staffel von „How To Sell Drugs Online (Fast)“ Schluss sein mit der kriminellen Karriere - wären da nicht rachsüchtige Drogenhändler und ein gieriger CEO.

Wenn man mit seiner eigenen Firma als 17-Jähriger bereits eine Million Euro umgesetzt hat, kann man mächtig stolz auf sich sein. Dumm nur, wenn das Unternehmen im großen Stil Drogen vertickt und man seine Erfolge als Entrepreneur vor allen verstecken muss. So geht es Moritz (Maximilian Mundt) und seinem besten Freund Lenny (Danilo Kamperidis). In der ersten Staffel der hochgelobten deutschen Netflix-Serie „How To Sell Drugs Online (Fast)“ bauten sich die Nerds mit „MyDrugs“ einen florierenden und hochprofitablen Drogenring im Darknet auf. In den sechs neuen Episoden, die ab 21. Juli beim Streaminganbieter verfügbar sind, wollen die Freunde ihren kriminellen Vertrieb eigentlich einstellen - eigentlich.

Besonders Moritz fällt es schwer, sich von „My Drugs“ zu trennen. Mit immer größenwahnsinnigeren Zielen und von den holländischen Geschäftspartnern als „Idol einer ganzen Generation“ umschmeichelt, belügt er Lenny und den Dritten im Bunde, Dan (Damian Hardung), um das Ende seiner Firma hinauszuziehen. Privat scheint es für Moritz hingegen prächtig zu laufen, ist er doch mit seiner großen Liebe Lisa (Lena Klenke) endlich wieder vereint. Die weiß allerdings nichts von Moritz' steiler Karriere im Darknet - was erst recht kompliziert wird, als sich Lisa entnervt von der neuen Beziehung ihres sexsüchtigen Vaters bei Moritz einquartiert.

Im siebten Himmel wähnt sich auch Lenny, der seine Gaming-Bekanntschaft Kira (Lena Urzendowsky) endlich auch im echten Leben trifft und seine erste Beziehung eingeht. Die vermeintliche Harmonie und das gut laufende Geschäft sind allerdings bald dahin, als das „My Drugs“-Trio der Tod des Drogenlieferanten Buba (Bjarne Mädel) aus der ersten Staffel einholt und die holländischen Bosse ihr wahres Gesicht zeigen.

Coming-of-Age trifft Comedy

Mit den neuen Episoden knüpft „How To Sell Drugs Online (Fast)“ nahtlos an die großartige Unterhaltung der Debütstaffel an. Statt sich an Klischees über Nerds abzuarbeiten und die Marotten von Moritz und Lenny ins Lächerliche zu ziehen, nimmt die Serie der bildundtonfabrik subtil die zweifelsohne seltsamen Gewohnheiten der Freunde aufs Korn. Auch das Aufeinandertreffen mit dem begriffsstutzigen Schönling Dan birgt komödiantisches Potenzial. Abgesehen davon gelingt es der mit dem Grimmepreis prämierten Serie, klassische Coming-of-Age-Elemente wie die erste große Liebe, Freundschaft und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens einzuweben.

Besonders gelungen bleibt auch die Darstellung der Social-Media-Aktivitäten der Generation Z. Die regelmäßigen Einblendungen sind nicht nur visuell ansprechend umgesetzt, sondern bringen auch die Handlung voran und beschreiben treffend die Funktionalität von Instagram und Co. Während die Kundenbewertungen der „MyDrugs“-Seite wesentlich für den Erfolg des Unternehmens sind, spiegelt gerade Moritz' Chatverhalten seine Unsicherheit bei zwischenmenschlicher Kommunikation wider. Aus dem erneut erfrischend aufspielenden Ensemble sticht Maximilian Mundt heraus. Ob als Sunkist schlürfender CEO, nach einem Weinkrampf emotional völlig am Ende oder als egozentrischer Ideengeber für „MyDrugs“ - der 24-Jährige überzeugt auf ganzer Linie.

teleschau

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