Aktuelle DVD- und Blu-ray-Tipps

Zwischen Gottesfurcht und Kampfeslust: Das sind die DVD-Highlights der Woche

Nach langen Jahren endlich wieder vereint: der Naturbursche und Künstler Goldmund (Jannis Niewöhner, rechts) und der inzwischen zum Abt aufgestiegene Narziss (Sabin Tambrea).
+
Nach langen Jahren endlich wieder vereint: der Naturbursche und Künstler Goldmund (Jannis Niewöhner, rechts) und der inzwischen zum Abt aufgestiegene Narziss (Sabin Tambrea).

„Narziss und Goldmund“, „Monsieur Killerstyle“ und „Ip Man 4: The Finale“: Das sind die DVDs und Blu-rays der Woche.

Hermann Hesse machte aus seiner Abneigung gegenüber Literaturverfilmungen keinen Hehl, er hielt sie für „Degradierung und Barbarei“. Der Nobelpreisträger hielt sogar testamentarisch fest, dass seine Bücher nur bei finanzieller Notlage seiner Söhne oder seines Verlages verfilmt werden dürfen. Bislang wurden deshalb nur zwei seiner Romane von amerikanischen Regisseuren fürs Kino adaptiert: 1972 traute sich Conrad Rooks an „Siddhartha“ und zwei Jahre später Shashi Kapor an den Roman „Der Steppenwolf“. Nun wagte es der österreichische Regisseur Stefan Ruzowitzky, dessen Film „Die Fälscher“ vor zwölf Jahren mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurde, Hesses in 30 Sprachen übersetztes Werk „Narziss und Goldmund“ zu adaptieren. Der Film erscheint ebenso wie „Monsieur Killerstyle“ und „Ip Man 4: The Finale“ auf DVD und Blu-ray.

„Narziss und Goldmund“ (VÖ: 17. September)

Als kleiner Junge wird Goldmund (Jeremy Miliker) von seinem gewalttätigen Vater in das mittelalterliche Kloster Mariabronn gebracht. Die Mutter hat ihn angeblich verlassen. Allen Unterschieden zum Trotz freundet er sich dort mit dem vergeistigten Narziss (Oskar von Schönfels) an. Doch je älter sie werden, desto mehr erkennt Narziss (als Erwachsener großartig verkörpert von Sabin Tambrea), dass sein Freund nicht fürs Klosterleben bestimmt ist. Er überredet Goldmund (nun überzeugend gespielt von Jannis Niewöhner), die Abtei zu verlassen auch, um sich der an ihm zehrenden Sehnsucht nach seiner Mutter zu stellen. So begibt sich Goldmund auf eine rastlose Odyssee durch das von Tod, Krieg und Pest geprägte Mittelalter, das Regisseur Stefan Ruzowitzky überzeugend in Szene zu setzen weiß.

Preis DVD: circa 13 Euro

D/A, 2019, Regie: Stefan Ruzowitzky, Laufzeit: 118 Minuten

„Monsieur Killerstyle“ (VÖ: 24. September)

Für eine neue Wildlederjacke reist Georges (Jean Dujardin) durch halb Frankreich. Als er sie dann endlich besitzt, ist er mehr als nur stolz. Er beginnt, mit seiner Jacke zu sprechen, und sie mit ihm. Beide haben denselben Traum: Es soll auf dieser Welt nur eine Jacke geben. Alle anderen Jacken müssen samt ihren Trägern weg. Getarnt als Filmemacher stiehlt Georges zunächst die Jacken seiner Laiendarsteller. Doch angestachelt von der Möchtegern-Cutterin Denise (Adèle Haenel), greift er bald zu drastischeren Maßnahmen. „Monsieur Killerstyle“ von Quentin Dupieux ist ziemlich merkwürdig. Dass der Film dennoch mehr ist als die alberne Fantasie eines liebenswerten Querkopfes, liegt an den Hauptdarstellern. Mit Jean Dujardin konnte Dupieux einen Oscarpreisträger („The Artist“) verpflichten, mit Adèle Haenel („Porträt einer jungen Frau in Flammen“) den aktuell wohl heißesten Kinostar Frankreichs.

Preis DVD: circa 13 Euro

F, 2019, Regie: Quentin Dupieux, Laufzeit: 77 Minuten

„Ip Man 4: The Finale“ (VÖ: 17. September)

Nach dem Tod seiner Frau ist auch Ip Man (Donnie Yen) an Krebs erkrankt. Von seinem einstigen Ruhm ist ihm wenig geblieben, die Menschen interessieren sich nicht mehr für die alte Kunst des Wing Chun. Und so hofft Ip Man, dass sein Sohn Ip Ching (Jim Liu) eine ordentliche Ausbildung erhält. Als ihn sein einstiger Schüler Bruce Lee (Danny Chan) nach Amerika einlädt, verlässt Ip Man Hongkong. Eigentlich will er nur eine Schule für seinen Jungen suchen, doch schon bald findet er sich mittendrin in einer blutigen Auseinandersetzung zwischen Einwanderern und Einheimischen, zwischen Verfechtern chinesischer Kampfkunst und Anhängern des japanischen Karate. Durch zahlreiche Konflikte verliert „Ip Man 4: The Finale“ seinen Hauptdarsteller bisweilen aus dem Blick. Im Finale darf dieser dennoch ein paar hervorragend choreografierte Kämpfe austragen.

Preis DVD: circa zwölf Euro

HK, 2019, Regie: Wilson Yip, Laufzeit: 101 Minuten

teleschau

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare