Frequenzüberschneidungen gefährden Prognosen

„Zustand, wie vor 40 Jahren“: Sind schlechtere Wettervorhersagen der Preis für 5G?

ARD-Meteorologe Sven Plöger warnt vor einer Beeinträchtigung von Wettersatelliten durch die 5-G-Frequenzwahl der US-Amerikaner.
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ARD-Meteorologe Sven Plöger warnt vor einer Beeinträchtigung von Wettersatelliten durch die 5-G-Frequenzwahl der US-Amerikaner.

Das teilweise rückständige mobile Netz ist in Deutschland für viele Menschen ein Reizthema.

Aber die Digitalisierung schreitet voran. Als nächster Schritt soll weltweit flächendeckend der neue Mobilfunkstandard 5G eingeführt werden. Eine Entscheidung aus den USA könnte dafür sorgen, dass der verbesserte Datenaustausch spürbar schlechtere Wetterprognosen mit sich bringt. Nach einem Facebook-Video von „SWR Wissen“ möchten die Amerikaner zukünftig die Frequenz von 24 Gigahertz für 5G nutzen, die allerdings gefährlich nahe an der Frequenz liegt, auf der Wettersatelliten die Luftfeuchtigkeit durch Schwingung von Wassermolekülen messen. Hierfür werden Schwingungen der Wassermoleküle aus der Atmosphäre empfangen.

„Der Wasserdampf, den Wettersatelliten 'sehen' können, sendet mit einem Peak von 22 Gigahertz. Und es geht ein bisschen in die Breite, hoch bis 23,8 Gigahertz“, erklärt ARD-Meteorologe Sven Plöger. In diesem Bereich könnte die 5G-Frequenz die Daten von Wettersatelliten verfälschen. Das aus der Störung folgende Rauschen nimmt der Satellit dann als ein Mehr an Wasserdampf wahr. „Das ist tragisch. Das macht Wettervorhersagen schlechter“, so Plöger.

Nach Einschätzungen der US-amerikanische Behörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) werden die Prognosen bis zu 30 Prozent an Qualität einbüßen. Während Meteorologen heutzutage bereits montags die Wetter-Tendenz des kommenden Wochenendes einschätzen können, müssten sie dann im schlimmsten Fall bis Freitag warten. „Wir hätten dann einen Zustand, wie vor 40 Jahren“, sagt Experte Plöger.

Insbesondere vor dem Hintergrund der Klima-Erwärmung hätte das fatale Folgen. Laut Plöger wäre das ein „tragischer Punkt“, und extreme Unwetter würden deutlich später erkannt. Soweit muss es allerdings nicht kommen. Auch andere Frequenzbänder wären für 5G denkbar. Im Sinne des Klimas und der Wochenendplanung sollten die Amerikaner also umdenken.

teleschau

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