Streit geht weiter

Zoff um Kanzlerduell: Jetzt reagieren ARD und ZDF

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Drei Wochen vor der Bundestagswahl treffen Angela Merkel und Martin Schulz im großen TV-Duell aufeinander.

Der Streit um das für Herbst geplante TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz geht weiter: Nachdem zunächst die privaten Fernsehsender ein eigenes Duell für sich gefordert hatten, einigte man sich mit ARD und ZDF auf eine gemeinsame Sendung.

Nun droht neuer Zwist. Am Wochenende forderten die Oppositionsparteien, auch mit ihren Spitzenkandidaten am Duell teilzunehmen. Wie der „Spiegel“ berichtet, heißt es in einem offenen Brief von Grünen, FDP und Linken, alle Parteien, „die eine Chance auf den Einzug in den Bundestag haben“, sollten an dem Duell teilnehmen dürfen. Das schließe auch die AfD mit ein. Zwar sei ein eigenes Viererduell der kleinen Parteien geplant, diese hätten dabei „aber keine Chance, mit den Spitzenkandidaten der Regierungsparteien direkt in Schlagabtausch zu treten“.

Mit einem gemeinsamen Statement reagierten nun ARD und ZDF auf die Kritik. „Ein Duell ist ein Duell, also die direkte Auseinandersetzung zwischen zwei Kontrahenten“, heißt es in dem Schreiben. „Es soll auch in diesem Jahr mit den Kanzlerkandidaten von CDU/CSU und SPD durchgeführt“ werden. Ausgestrahlt werden soll die Sendung am Sonntag, 3. September, 20.15 Uhr, das Aufeinandertreffen der kleineren Parteien ist für Donnerstag, 21. September, 22.00 Uhr, geplant. „Auch AfD und FDP sind gebeten worden, den Termin für diese Sendung vorzumerken“, so ARD und ZDF. „Die endgültige Einladung für diese nicht im deutschen Bundestag vertretenen Parteien wird gegebenenfalls Anfang September erfolgen, sofern sie in der Schlussphase des Wahlkampfs die Aussicht auf Einzug in den Deutschen Bundestag haben.“

Bereits zuvor hatte es zwischen CDU und SPD Ärger um die Modalitäten des TV-Duells gegeben. Die SPD kritisierte, dass Regierungssprecher Steffen Seibert sowie eine leitende Mitarbeiterin des Bundeskanzleramtes von Angela Merkel mit der Aushandlung der Modalitäten beauftragt wurden. „Die CDU-Vorsitzende setzt die Ressourcen des Kanzleramtes hemmungslos für den Wahlkampf ein“, so SPD-Generalsekretärin Katarina Barley im „Spiegel“. Auch von Unions-Seite gab es Kritik, allerdings am Vorgehen der Fernsehanstalten. Diese hätte entschieden, das Duell in zwei Teile aufzuteilen, ohne mit Vertretern der CDU gesprochen zu haben. Regierungssprecher Seibert bezeichnete dieses Vorgehen als „sehr befremdlich“. Erst im Juni wolle man mit den Sendern über die Modalitäten sprechen.

Die am TV-Duell beteiligten Sender ARD, ZDF, RTL und SAT.1 hatten bereits Ende April den Ablauf des Duells verkündet. Demnach sollen Sandra Maischberger (Das Erste), Peter Kloeppel (RTL), Claus Strunz (SAT.1) und Maybrit Illner (ZDF) zwei Moderatorenpaare bilden. Jedes Duo wird Angela Merkel und Martin Schulz für jeweils 45 Minuten zu bestimmten Themenkomplexen befragen.

tsch

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