„Lanz“-Spezial statt „Menschen 2020“

ZDF streicht Traditions-Jahresrückblick nach 38 Jahren

Markus Lanz ist auch in diesem Jahr für den ZDF-Jahresrückblick zuständig - allerdings nicht mehr unter der Traditionsddachmarke "Menschen".
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Markus Lanz ist auch in diesem Jahr für den ZDF-Jahresrückblick zuständig - allerdings nicht mehr unter der Traditionsddachmarke „Menschen“.

Heimlich, still und leise geht eines der traditionsreichsten Kapitel deutscher Fernsehunterhaltung zu Ende.

Seit 1982 blickt das ZDF in der Reihe „Menschen“ auf das vorausgegangene Jahr zurück. Frank Elstner (bis 1988) war der Erste, der auf der großen TV-Bühne die prägenden Gesichter der jüngeren Vergangenheit interviewte. Später übernahmen Günther Jauch, Johannes B. Kerner, Thomas Gottschalk und - einmalig jedoch nur - Hape Kerkeling das prestigereiche Amt. Zuletzt legte der Mainzer Sender die Aufgabe in die Hände von Talker Markus Lanz, der auch 2020 eine Retrospektive moderieren soll. Allerdings nicht mehr unter dem Traditionssiegel „Menschen“ und in beinahe monothematischer Form.

Wie das ZDF am Dienstag in einer Mitteilung bekannt machte, wird der Südtiroler schlicht durch eine Sonderausgabe seines dreimal wöchentlich ausgestrahlten Gesellschafts-Talks führen. „Markus Lanz - Das Jahr 2020“ ist das Format betitelt, und - auch das eine Kuriosität - es ist verblüffend früh terminiert: Bereits am Mittwoch, 25. November, 20.15 Uhr, ziehen Lanz und Gäste das Fazit eines Jahres, das fast vollständig im Zeichen der Coronakrise stand und steht.

Lauterbach und Streeck geben die „Corona-Experten“

Den Talkshow-Dauergästen Professor Karl Lauterbach und Professor Hendrik Streeck fällt im „Lanz“-Spezial die Aufgabe zu, als „Corona-Experten“ den Rück- und Vorausblick in der Pandemie-Frage zu artikulieren. Auch Markus Söder wird zu diesem Themenkomplex sprechen, der Bayerische Ministerpräsident hat sich einen Ruf als Pandemie-Vorkämpfer erworben, allerdings regiert er auch in einem ungebrochen stark betroffenen Bundesland.

Ferner berichtet die Chefärztin Dr. Jördis Frommhold von der Rehaklinik in Heiligendamm über die Therapiemöglichkeiten bei Covid-19-Spätfolgen. Sie wird begleitet von der Susanne Herpold, einer der ersten Corona-Patientinnen in Deutschland. Herpold lag 13 Tage im Koma. Zu den wirtschafltichen Aspekten der Krise sprechen Arbeitsminister Hubertus Heil sowie der TV-Koch und Gastronom Tim Mälzer und der Musiker Johannes Oerding.

Einziges Nicht-Pandemie-Thema, das vom ZDF angekündigt wurde, ist der rassistisch motivierte Anschlag von Hanau bei dem elf Menschen starben. Zwei Opfer-Angehörige sprechen im TV-Studio über „ihr Trauma, ihre Ängste und über Versäumnisse von Politik und Polizei“, wie es in der Sendermitteilung heißt.

Markus Lanz erläutert das Show-Konzept so: „Die neue Sendung wird beste Abendunterhaltung bieten. Sie wird Menschen und ihre Geschichten in den Fokus rücken. Sie wird sich Zeit nehmen, um zu erklären und zu hinterfragen.“

teleschau

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