Zwei Leben. Eine Hoffnung. - Di. 08.03 - SAT.1: 20.15 Uhr

Werden Sie Organspender!

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Dr. Hellweg (Annette Frier) ist Expertin für Leber-Transplantationen.

Organspende als tränenreiches Event-Movie: SAT.1 versucht sich an einem engagierten Film, und scheitert dabei gewaltig.

Ist es unfair, einen Film nicht zu mögen, der ein wirklich wichtiges Thema aufgreift? Einen Film über Organspende und sterbenskranke Kinder? Noch dazu, wenn es sich um eine Produktion von SAT.1 handelt, jenes Senders also, der ernste Themen sonst eher meidet? Zwei Leben. Eine Hoffnung." will alles richtig machen, gibt sich engagiert und relevant, drückt dann aber hemmungslos auf die Tränendrüse - und verfehlt sein Ziel so meilenweit.

Annette Frier, die SAT.1-Allzweckwaffe, ist diesmal in der Rolle der taffen Ärztin Dr. Hellweg zu sehen. Da darf sie hemmungslos Fachchinesisch reden, ziemlich oft betroffen dreinschauen, ihrem Chef kontra geben und Sachen sagen wie: "Ich lasse mich nicht bestechen!" Schon verstanden, die Frau ist engagiert. Charismatischer geht da schon Nachwuchsdarsteller Valentino Fortuzzi an die Sache: Er spielt den Teenager Frank, der seit seiner Kindheit an einer kaputten Leber leidet und auf eine Organspende hofft.

Als endlich eine passende Leber gefunden wird, geschieht das Unfassbare: Das Organ wird beim Transport zerstört. Frank verliert jeglichen Lebensmut, seine zerstrittenen Eltern sind ihm auch keine Stütze. Jeden Tag bloggt er der Welt sein Leid, live aus dem Krankenhausbett; irgendwann aber hat er genug von der Warterei und den zerstörten Hoffnungen und versucht, sich umzubringen. Der Selbstmordversuch scheitert; doch als er die Leidensgenossin Dafina (Barbara Prakopenka) kennenlernt, schöpft er neuen Mut.

Dafina, vor sechs Jahren mit ihrer Mutter aus dem Kosovo nach Deutschland geflohen, wartet ebenfalls auf eine Spenderleber. Ob die abgelehnte Asylbewerberin aber überhaupt ein Organ bekommt, weiß niemand. Das Drama ist also perfekt - mehr Leiden ließe sich kaum in einen 90-Minüter packen, denkt man. Dann aber kommt es doch noch krasser. Zwischendrin stirbt gar ein Kind.

"Zwei Leben. Eine Hoffnung." ist ein Zeigefinger-Film, der anderthalb Stunden lang anklagend den Finger in Richtung Zuschauer erhebt. "Werden! Sie! Organspender!" schreit er einem ins Gesicht, und das ist natürlich durchaus legitim, doch wer will sich schon von einem SAT.1-Film ins Gewissen reden lassen? Dass es auch anders geht, bewies unlängst "Club der Roten Bänder". Auch hier stehen schwerkranke Kinder im Mittelpunkt, nur haben die Macher der VOX-Serie erkannt, dass man solche Geschichten bei aller Schwere mit Humor und einem Augenzwinkern erzählen muss - sonst will das nämlich, so hart das klingt, keiner sehen.

Im Anschluss an den Spielfilm zeigt SAT.1 um 22.10 Uhr "Bei Anruf Herz - Letzte Chance Organspende" - eine "Event-Doku", wie es in der Programmankündigung heißt. "Bis zu drei Menschen sterben täglich wegen fehlender Organe", steht da weiter.

Name der Sendung Zwei Leben. Eine Hoffnung.
Sendedatum 08.03.2016
Sender SAT.1
Sendezeit 20:15:00
Genre Drama
Filmbewertung akzeptabel
Genre Drama
Filmname Zwei Leben. Eine Hoffnung.
Originaltitel
Regisseur Richard Huber
Schauspieler Annette Frier
Schauspieler Valentino Fortuzzi
Schauspieler Carina Wiese
Entstehungszeitraum 2016
Land D

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