Ärzte-Vorsitzende warnt

Wegen Corona: Zehntausende Kinder ohne ärztliche Untersuchung eingeschult

Zehntausende Erstklässler wurden aufgrund der Corona-Pandemie ohne die übliche ärztliche Untersuchung eingeschult (Symbolbild).
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Zehntausende Erstklässler wurden aufgrund der Corona-Pandemie ohne die übliche ärztliche Untersuchung eingeschult (Symbolbild).

Die Gesundheitsämter haben während der Corona-Pandemie - und inmitten obendrein steigender Fallzahlen - aktuell alle Hände voll zu tun.

Mehr noch: Sie sind teilweise komplett ausgelastet. Diesem Umstand fallen teils andere wichtige Aufgabe der Gesundheitsämter zum Opfer - beispielsweise die Schuleingangsuntersuchung. „Die meisten haben es nicht geschafft, die Schuleingangsuntersuchungen durchzuführen“, so Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD), im Interview mit RTL und ntv. Die Folge: Zehntausende Kinder wurden ohne die sonst vorgenommene Untersuchung eingeschult. Laut Teichert hätten lediglich wenige Bundesländer den Versuch unternommen, in der Lockerungsphase die entsprechenden Untersuchungen nachzuholen.

Die Schuleingangsuntersuchungen werden von Ärzten der Gesundheitsämter durchgeführt, um beurteilen zu können, ob die Kinder die körperlichen und sozialen Voraussetzungen für den Schulalltag erfüllen. Wenn ein Förderbedarf erkannt wird, wird diese Information an die Schulen weitergegeben - logischerweise fallen die entsprechenden Meldungen nun ebenfalls aus.

Nun müssen Lehrer mit möglichen Defiziten von Erstklässlern umgehen lernen. „Was natürlich für die noch eine Mehrbelastung ist, als jetzt überhaupt schon durch die ganzen Hygienemaßnahmen“, gibt Teichert zu Bedenken. „Zur Zeit der Pandemie zu unterrichten, ist ja nicht ganz einfach.“

Die Vorsitzende des BVÖGD erwartet nicht, dass die ausgefallenen Untersuchungen nachträglich aufgeholt werden können. Die Gesundheitsämter kämen erst wieder zum Einsatz, wenn die Schulen Amts- oder Schulärzten entsprechende Auffälligkeiten melden. Allerdings beschäftigen sich die Ämter aktuell notgedrungen mit Reiserückkehrern. Deshalb nimmt Teichert die Gesundheitsämter dahingehend in Schutz: „Die können auch immer nur eine Sache machen und nicht gleichzeitig und das ist das Problem.“

teleschau

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