Zur Leichtathletik-WM in London

TV-Tipp: Usain Bolt noch einmal die 100 Meter sprinten sehen

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Ein letztes Mal die ganz große Show: Usain Bolt beendet nach der Leichtathletik-WM seine überragende Karriere.

Bei der 16. Leichtathletik-WM in London gibt ein ganz Großer seinen Abschied. Usain Bolt beendet nach den Spielen seine Karriere. Die Leichtathletik verliert ihren Goldesel und die TV-Sender einen Quoten-Garanten.

Noch mal der ganz große Auftritt! Es wird sein letzter sein. Sprint-Superstar Usain Bolt beendet bei der Leichtathletik-WM in London (Freitag, 4. August, bis Sonntag, 13. August) seine überragende Karriere. Der achtfache Olympiasieger, elffache Weltmeister und Weltrekordhalter ist zu sehen über die 100 Meter und in der Sprint-Staffel. Die 200 Meter lässt der Jamaikaner aus. Grund: Rückenprobleme! Auf seiner Zielgeraden scheint Bolt nicht mehr unschlagbar. Verliert er tatsächlich am Samstag, 5. August, im Londoner Queen Elizabeth Olympic Park, wäre das seine erste Niederlage seit 2013. Im Ersten ist das Highlight der 16. Weltmeisterschaft live zu sehen. ARD und ZDF zeigen auch alle weiteren Entscheidungen in insgesamt 47 Disziplinen. Die öffentlich-rechtlichen Sender berichten im Wechsel von den Spielen. Insgesamt ist ein Sendevolumen von rund 50 Stunden zur besten Sendezeit in den Hauptprogrammen geplant.

Zumindest die Generalprobe gelang. Auch bei seinem letzten Eintages-Meeting im Stade Louis II von Monaco war Bolt nicht zu schlagen. Er siegte vor dem US-Amerikaner Isiah Young. Der Superstar blieb nur knapp 14 Tage vor dem Start seiner Abschieds-WM erstmals in diesem Jahr unter den zehn Sekunden. Allerdings: Als der 30-Jährige sich über die Ziellinie kämpfte, war sein Vorsprung bei 9,95 Sekunden lediglich hauchzart. Nur drei Hundertstel trennten die ersten beiden Plätze. So mitreißend locker wie früher wirkt Bolt längst nicht mehr.

„Unter zehn Sekunden ist immer gut. Ich bin auf dem Weg in die richtige Richtung. Aber es bleibt noch eine Menge Arbeit“, sagte Bolt nach dem Rennen. Wie es aber scheint, sind es nicht die Rückenprobleme, die ihn lähmen, sondern ein Respekt vor einem Ende. Und das kommt. So oder so. Der Sprint-Star: „Die Stimmung in den Stadien werde ich vermissen. Ich bin glücklich über meine Karriere, aber traurig, dass sie endet.“

Wenn er am Samstagabend, 5. August, noch einmal über die 100 Meter antritt, werden auch die übertragenden Sender mit sehr gemischten Gefühlen auf den Lauf blicken. Bolts Abgang bedeutet, dass die Leichtathletik seinen Superstar verliert. Und ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht. Der Jamaikaner war es, für den sich auch neutrale Zuschauer wie einst vielleicht noch bei Muhammad Ali den Wecker gestellt hatten (Olympia 2008 in Peking) oder einfach wach geblieben waren (Olympia 2016 in Rio de Janeiro).

Bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin beispielsweise, bei denen Bolt seinen bis heute gültigen Weltrekord aufgestellt hat (9,58 Sekunden), sprangen die Übertragungswerte damals im Zweiten gegen 21.45 Uhr an einem Sonntagabend zum Start des 100-Meter-Laufs steil an. Rund zehn Millionen Zuschauer waren dann kurzzeitig live dabei. Sie wollten einen sporthistorischen Sprint sehen. Und sie bekamen ihn geliefert.

Neben Bolts letztem Solo-Sprint über die 100 Meter liefert der Samstagabend, 5. August, einen weiteren Höhepunkt. Und einen zweiten Abschied. Robert Harting, immerhin Deutschlands bekanntester Leichtathlet, versucht, zum vierten Mal Weltmeister im Diskuswerfen zu werden. Auch für den streitbaren 32-Jährigen sind die Spiele in London die letzte Weltmeisterschaft.

Damit Bolt und Harting an diesem Abend nicht etwa in die Quere kommen und eine Entwicklung außerhalb nicht gezeigt werden kann, nutzen ARD und ZDF - wie bei Sportgroßveranstaltungen üblich - eine enge Zusammenarbeit bei Produktion und Technik. Dazu zählen unter anderem gemeinsam genutzte eigene Kameras, Ü-Wagen und Schnittplätze, um das Weltbild des Hostbroadcasters jederzeit in Eigenregie ergänzen zu können. Ziel ist es, das Geschehens im Stadion auch aus nationaler Sicht für bestmöglich aufzubereiten.

Insgesamt zeigen ARD und ZDF, das unter anderem die 100 Meter der Frauen, das Kugelstoßen der Männer und das Siebenkampf-Finale (Sonntag, 6. August) sowie am Samstag, 12. August, die 100-Meter-Staffeln der Frauen und Männer und das Speer-Finale mit Olympiasieger Thomas Röhler im Programm hat, rund 50 Stunden zur besten Sendezeit in ihren Hauptprogrammen. An den Wochentagen ist Leichtathletik jeweils ab 20.15 Uhr zu sehen. An den Wochenenden auch bereits nachmittags. Zudem steht ein ergänzendes Livestream-Angebot zur Verfügung. Dort werden jene Ereignisse live gezeigt, die aufgrund Parallelität der Wettbewerbe nicht im Hauptprogramm gesendet werden können.

Die Sender treten mit eingespielten Leichtathletik-Teams an. Durch die „ZDF SPORTextra“-Sendungen führt als Moderator Norbert König. Die Entscheidungen kommentieren Peter Leissl und Marc Windgassen. Als Tribünenreporterin steht Anna Kraft bereit. Moderator von „ARD Sportschau live“ ist Claus Lufen, als Live-Reporter stehen Ralf Scholt und Wilfried Hark bereit. Als Experte ist zum sechsten Mal bei den großen Leichtathletik-Events Ex-Zehnkämpfer Frank Busemann gesetzt.

teleschau

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