Musik braucht keine Noten

Tragikomödie „Florence Foster Jenkins“ mit Meryl Streep und Hugh Grant kommt ins Heimkino

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Ergreifend, charmant und witzig: Stephen Frears lässt die Opernsängerin „Florence Foster Jenkins“ in Würde ihre schiefen Töne singen.

Die Tragikomödie „Florence Foster Jenkins“ setzt der schlechtesten Opernsängerin aller Zeiten mit Meryl Streep als Titelheldin ein berührendes Denkmal.

Auch die größten Bühnen sind vor schiefen Tönen nicht gefeit. Vor allem, wenn eine Sängerin darauf steht, deren Selbsteinschätzung der Wirklichkeit nicht standhalten kann. Florence Foster Jenkins war so eine Frau: Sie lebte und wirkte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in New York und schaffte es sogar auf die Bühne der berühmten New Yorker Carnegie Hall. Nur hatte sie darauf eigentlich nichts verloren. Eigentlich! Wie der britische Regisseur Stephen Frears („The Queen“) in seiner warmherzigen Tragikomödie „Florence Foster Jenkins“ (2016) zeigt, können es verschiedene Töne sein, die die Musik machen. Nach soliden Besucherzahlen im Kino erfolgt nun die Auswertung auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

„Die Leute mögen sagen, ich könne nicht singen. Aber niemand kann sagen, ich sang nicht“, wird Florence Foster Jenkins am Ende des Films stolz behaupten und mit einem Lächeln abtreten. Dieser Satz prangt nun auch auf ihrem Grabstein. Sie hat ihren Traum verwirklicht - egal, was andere Leute darüber denken. Frears inszeniert seinen Film als Porträt einer Frau, die die Musik liebte und sie als großzügige Mäzenin unterstützte und förderte. Als Erbin eines Industriellen hatte Jenkins die notwendigen finanziellen Mittel. Mit Meryl Streep fand Frears die ideale Besetzung, die der wohl schlechtesten Sängerin ihrer Zeit ein ebenso reizendes wie energisches Gesicht gibt.

An ihrer Seite läuft Hugh Grant in der wahrscheinlich besten Rolle seines Lebens zur Hochform auf: Der Brite spielt Jenkins' Ehemann, der jegliches Unbill von seiner mit bewegender Naivität gesegneten Gattin abhält. Das bedeutet einerseits, dass er die Gästeliste ihrer öffentlichen Auftritte streng überwacht und notfalls Kritiker besticht. Andererseits, und das ist der Kern in Frears' Film, bedeutet es, dass Bayfield seiner Gattin mit Respekt und unendlicher Liebe begegnet.

Frears' Kunst ist es, Florence Foster Jenkins zu keiner Zeit vorzuführen: Er begegnet ihr mit Würde und Respekt. Auch wenn ihr Wunsch, einmal in der Carnegie Hall aufzutreten, eine angekündigte Katastrophe ist, die, so wollte es das wahre Leben, in einer öffentlichen Demütigung endet. Am Ende wird sie gesungen haben, und es bleibt die Erkenntnis, dass Musik manchmal auch ohne Noten funktioniert.

tsch

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