Dienstag in „Rockstars zähmt man nicht“

Tom Beck im Interview: „Ich bin auch schon eher der Bausparvertrag-Typ“

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John Winter (Tom Beck) ist ein Rockstar. Einer, mit einem weichen Kern, versteht sich.

„Rock'n'Roll heißt mit Sicherheit nicht, um 6 Uhr früh aufzustehen und sich 'nen grünen Smoothie zu pressen“: Was für Tom Beck stattdessen Rock'n'Roll bedeutet, verrät der 39-Jährige, der am Dienstag, 22. April, im SAT.1-Film „Rockstars zähmt man nicht“ zu sehen ist, im Interview.

Die meisten bringen den Namen Tom Beck mit Schauspielerei in Zusammenhang. Fünf Jahre lang verkörperte er den Kriminalhauptkommissar Ben Jäger in „Alarm für Cobra 11“. Seit Anfang des Jahres ist der Frauenschwarm außerdem als Berater der Bochumer Polizei in der SAT.1-Serie „Einstein“ zu sehen. Doch der geborene Nürnberger hat noch eine andere Passion: die Musik. Schon seit seiner Kindheit wurde Beck künstlerisch ausgebildet, von 1999 bis 2003 absolvierte er seine Schauspielausbildung an der Bayerischen Theaterakademie in München im Studiengang Musical. 2011 veröffentlichte er sein erstes Album („Superficial Animal“). Im SAT.1-Film „Rockstars zähmt man nicht“ (Dienstag, 22. August, 20.15 Uhr) darf Beck, der im Film den Musiker John Winter spielt, seine beiden Talente nun kombinieren. Wie ausgeprägt seine eigene Rock'n'Roll-Seite ist, verrät der 39-Jährige im Interview.

nordbuzz: Wenn Dich jemand nach Deinem Beruf fragt, antwortest Du dann eher Schauspieler oder Musiker?

Tom Beck: Ich bin im Herzen eigentlich Musiker, und das schon immer gewesen.

nordbuzz: Was bedeutet für Dich als Musiker Rock'n'Roll?

Beck: Rock'n'Roll heißt mit Sicherheit nicht, um 6 Uhr früh aufzustehen und sich 'nen grünen Smoothie zu pressen. Aber es heißt für mich auch nicht unbedingt, dass man Drogen nimmt und Hotelzimmer kaputt schlägt. Irgendwas dazwischen eben. Es gehört definitiv dazu, um die Häuser zu ziehen und Freiheiten zu genießen, die jemand nicht hat, der bei der Bank arbeitet.

nordbuzz: Wie ausgeprägt ist denn Deine Rock'n'Roll-Seite? Als John Winter lässt Du es in „Rockstars zähmt man nicht“ zwischendurch ganz schön krachen ...

Beck: Je älter man wird, desto weniger lebt man sie aus (lacht).

nordbuzz: Also gibt's auch den Spießer-Tom-Beck?

Beck: Den gibt's auf jeden Fall, der ist sogar größer als mancher denkt. Es gibt gewisse Regeln in meinem Leben, die ich gerne einhalte. Ich bin ein Sportjunkie und gehe jeden Tag trainieren. Und im Bezug auf Geld bin ich schon auch eher der Bausparvertrag-Typ. Da bin ich nicht so rock'n'rollig unterwegs (lacht).

„Ich gehe wahnsinnig selten einkaufen“

nordbuzz: John Winter trägt im Film einmal so einen herrlich-schrecklichen weißen Anzug. Würdest Du so etwas gewagtes auch privat anziehen?

Beck: Warum nicht? Wenn der Anlass passt, würde ich so einen Anzug schon mal tragen. Ich wüsste jetzt nur nicht, wann (lacht). Bei irgendeiner White-Night-Party vielleicht. Aber ohne Grund würde ich mit so etwas auch nicht durch die Stadt laufen.

nordbuzz: Wie wichtig ist Dir insgesamt Mode? Vor Kurzem hat Guido Maria Kretschmer höchstpersönlich Deinen Geschmack gelobt. Laut ihm hast Du Stil, trägst immer tolle Sachen und hast in Sache Mode mit einer Handvoll anderer männlichen Promis die Nase vorn ...

Beck: Wow, das kann ich mir auf die Fahne schreiben in Zukunft. Aber das kommt wahrscheinlich daher, dass mich die letzten Jahre meine Freundin beraten hat, was ich bei wichtigen Terminen tragen soll (lacht). Wobei, hin und wieder greif auch ich sogar ganz richtig. Mir persönlich ist Mode zwar nicht unwichtig, aber ich gehe wahnsinnig selten einkaufen.

nordbuzz: Was würdest Du bevorzugen, wenn Du Dich irgendwann einmal zwischen der Schauspielerei und der Musik entscheiden müsstest?

Beck: Mir macht die Schauspielerei Spaß, es würde mir schon schwerfallen, das aufzugeben. Aber wenn ich mit meiner Musik ähnlich erfolgreich wäre wie mit der Schauspielerei, dann würde ich der Musik definitiv eine Chance geben. Wenn ich allerdings zwei Jahre ausschließlich Musik machen würde, würde mir wahrscheinlich die Schauspielerei wieder fehlen. Man will ja meistens das, was man gerade nicht hat.

nordbuzz: Umso besser, dass Du in „Rockstars zähmt man nicht“ beides machen durftest ...

Beck: Absolut. Ich fand es super, dass ich die zwei Songs, die man im Film hört, beisteuern konnte. Ich habe sie speziell für den Film geschrieben.

Neues Album? „Es gibt definitiv Pläne in die Richtung“

nordbuzz: Wie lange brauchst Du, um ein Lied zu schreiben?

Beck: Total unterschiedlich. Mal braucht man dafür Wochen oder Monate. Hier war es aber so, dass die Lieder jeweils an einem Tag fertig wurden. Die Songs, die dann letztlich herauskamen, waren schon ziemliche Punktlandungen, finde ich. Das gelingt einem ja auch nicht immer, aber ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl und wurde dann von den Filmemachern diesbezüglich auch bestätigt. Allerdings hatte ich auch ein Team, das mich beim Songschreiben unterstützt und inspiriert hat.

nordbuzz: Du hast bisher sechs Alben herausgebracht, das letzte, „So wie es ist“, kam 2015 - gibt's bald mal wieder etwas Neues zu hören?

Beck: Es gibt definitiv Pläne in die Richtung. Sobald ein Album draußen ist, fängt man schon wieder an, für ein neues zu schreiben. Das mache ich seit Ende 2015 verstärkt, und es liegen schon einige Songs herum, die fertig sind und die man auf ein Album pressen könnte. Aber man muss bei so etwas den richtigen Zeitpunkt abwarten. Ich brauche drehfreie Zeit, um dementsprechend Promotion machen zu können. Ich will ein neues Album nach vorne pushen und präsent sein, wenn es erscheint, um so viele Leute wie möglich mit meiner Musik zu erreichen.

nordbuzz: Alleine wegen der SAT.1-Serie „Einstein“ hättest Du in naher Zukunft wohl zu wenig Zeit dafür. Bald gibt es eine zweite Staffel ...

Beck: Genau, demnächst fange ich wieder an und drehe dann bis Ende des Jahres. Ich freue mich sehr, dass „Einstein“ so gut angenommen wurde. Eigentlich wollte ich keine Serie mehr machen, weil man sich immer so lange binden muss. Das wird definitiv heftig, vier Monate lang kein Privatleben mehr zu haben. Aber ich freue mich darauf, weil mir die Rolle wahnsinnig Spaß macht.

„Nacktheit ist doch etwas Stinknormales“

nordbuzz: Als Du auf Instagram über 100.000 Follower hattest, gab es als kleines Dankeschön von Dir ein Bild, auf welchem Du von hinten zu sehen bist, wie Du nackt in den Pool springst. Was machst Du, wenn Du die 200.000 knackst?

Beck: Bei den 200 gibt's natürlich die Vorderseite, ist ja klar (lacht). Ne, da habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken drüber gemacht. Viele Bilder im Netz, die mit Nacktheit verbunden sind, wirken so wahnsinnig sexualisiert. Ich finde das sehr schade, weil eigentlich ist ja nichts dabei, wenn man nackt ist. Ich persönlich habe überhaupt kein Problem mit Nacktheit, Nacktheit ist doch etwas Stinknormales. Und das wollte ich damit zeigen.

nordbuzz: Tom Beck ist also pro Nacktheit ...

Beck: In 'nem gewissen Rahmen, ja! Besser gesagt, ich bin für einen unkomplizierteren Umgang mit Nacktheit.

nordbuzz: Du kannst Dich aber auch sehen lassen, schließlich bist Du sehr diszipliniert, was Ihren Körper betrifft ...

Beck: Ja, das muss man auch sein, je älter man wird. Ohne Disziplin geht's eben nicht mehr. Ich merke schon den Unterschied zu vor drei Jahren. Es ist alles nicht mehr ganz so leicht heute.

nordbuzz: Nächstes Jahr steht ein runder Geburtstag vor der Tür - wirst Du Deinen 40. feiern oder wegfahren?

Beck: Beides wahrscheinlich. Entweder ich fahre weg und wir feiern woanders, oder ich bleibe hier in Deutschland. Aber feiern werde ich auf jeden Fall. Ich freue mich auf meinen Geburtstag und habe überhaupt kein Problem mit dem Älterwerden.

teleschau

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