Wenn der Vater mit dem Sohne

Jetzt auf Blu-ray: „Guardians Of The Galaxy Vol. 2“

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Familienzusammenführung: In „Guardians Of The Galaxy Vol. 2“ müssen Star-Lord und Co. nicht nur das Universum retten, sie treffen auch einen übermächtigen Vater.

Star-Lord ist zurück und hat ein echtes Problem: Sein Papa stattet ihm in „Guardians Of The Galaxy Vol. 2“ einen Besuch ab.

Einen Namen hat er sich ja nun wirklich gemacht, dieser Star-Lord. Vor drei Jahren kannte kaum jemand den verwegenen Weltraum-Hallodri, worüber sich der Marvel-Superheld in „Guardians Of The Galaxy“ lauthals beschwerte. Dann aber wurde der explosive und witzige Marvel-Superheldenfilm zu einem weltweiten Kinohit. Nun ist auch „Guardians Of The Galaxy Vol. 2“ (2016) ein explosiver, witziger Blockbuster geworden, in dem sich Quill und Konsorten um Kopf und Kragen labern. Das ist aber auch ernüchternd. Weil alles, was im ersten Teil noch frech und frisch war, ist nun gefällig und ziemlich gut abgehangen. Über zweieinhalb Millionen Kinobesucher alleine in Deutschland lösten dennoch ein Ticket - nun folgt die Heimkinoauswertung.

Wirklich enttäuscht wird man von den durchgeknalltesten Helden im Marvel-Kinokosmos natürlich nicht. Zusammen mit dem schießwütigen Waschbären Rocket (gesprochen von Fahri Yardim), der attraktiven, grünhäutigen Killerin Gamora (Zoë Saldaña) und dem Kleiderschrank-Mann Drax (Dave Bautista) lässt es Star-Lord (Chris Pratt) ordentlich krachen. Groot kann der Truppe diesmal übrigens kaum helfen: Den sympathischen Baum hatte es im ersten Teil ziemlich zersägt, und nun muss er als temperamentvoller und tanzwütiger Setzling erst mal zu alter Stärke finden.

Die Guardians pflegen ihr ruppiges Anti-Helden-Image und feuern nicht nur schwere Geschütze, sondern auch Unmengen Kalauer ab. Da kann man durchaus schmunzeln. Allerdings entsteht der Humor nicht aus einer inneren Logik der Figuren heraus, sondern weil die Gags im Drehbuch stehen und gefälligst für Lacher zu sorgen haben. So herrlich sinnfrei geblödelt wie im ersten Teil wird in der Fortsetzung nicht mehr.

Im Kern ist „Guardians Of The Galaxy Vol. 2“ ein echter Familienfilm. Und wenn man sich die Familien ins Haus holt, dann ist Schluss mit unbeschwert lustig. Star-Lord etwa trifft seinen Vater: Der sieht aus wie Kurt Russell, also ziemlich gut, und zwar nicht nur in seiner digital frisierten jüngeren Version. Dem Sohnemann allerdings steht der Sinn so gar nicht nach einer Familienzusammenführung. Auch Gamora hat nicht wirklich Lust, sich mit ihrer Schwester Nebula (Karen Gillan) zu versöhnen, die ihr im ersten Teil noch nach dem Leben trachtete. Muss sie aber, weil die Marvel-Bosse es so wollen. Irgendwann ertappt man sich dann bei all dem Leiden und Lieben, beim Versöhnen und Verstehen verstohlen auf die Uhr zu schauen.

Regisseur James Gunn, der auch den ersten Teil verantwortete, hätte das chaotische Quintett eigentlich nur machen lassen müssen. Knallbunt, vorlaut und explosiv sind sie von ganz alleine. Und dank Star-Lords Mixtape und seinem Walkman haben sie auch einen ausgezeichneten Musikgeschmack. Zumindest bekommen Erd-Hits, die in den 1970ern und 1980ern im Radio durchgenudelt wurden, im intergalaktischen Kontext eine gewisse kosmische Leichtigkeit, die auch dem Film gut zu Gesicht gestanden hätte.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc, Blu-ray 3D, Ultra HD Blu-ray und als Video-on-Demand.

teleschau

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