Jetzt fürs Heimkino

Wann ist ein Zombie ein Zombie? „The Girl With All The Gifts“

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Das intelligente Zombiekind Melanie (Sennia Nanua) überfällt von Zeit zu Zeit ein brennendes Verlangen nach Fleisch und Blut.

Colm McCarthys unberechenbares Zombie-Drama konfrontiert den Zuschauer mit moralisch-philosophischen Fragen.

Melanie, das titelgebende „Girl With All The Gifts“ (2016), wird als liebenswürdige, hochintelligente Zehnjährige eingeführt, die ihre Lehrerin vergöttert, überaus höflich ist und alles richtig machen will. Warum um Himmels willen muss dieses bezaubernde Wesen sein so gar nicht kindgerechtes Dasein in einer finsteren Zelle fristen, und was sind das für verrohte Erwachsene, die Melanie während des Unterrichts an einem Rollstuhl festschnallen und sie schlimmer als ein Tier behandeln? 23.000 deutsche Kinozuschauer kennen bereits die Antwort auf diese Fragen, alle anderen können ihnen nun im Heimkino nachgehen.

Melanie (atemberaubend: Sennia Nanua) wächst auf einer Militärbasis auf. Sie gehört zur zweiten Generation sogenannter „Hungries“ - sie wurde bereits im Mutterleib von einem aggressiven Pilz infiziert, der die Menschen zu Zombies mutieren ließ. Doch sie unterscheidet sich von den anderen: Da ihr Verstand noch nicht infiziert wurde, ist sie in der Lage, ihren Heißhunger auf Fleisch bis zu einem gewissen Grad zu kontrollieren. Deshalb bekommt sie gemeinsam mit ein paar anderen „Zombiekindern“ Unterricht, um herauszufinden, ob bei ihnen tatsächlich noch menschliche Emotionen vorhanden sind.

Zudem experimentiert Wissenschaftlerin Dr. Caldwell (Glenn Close) ein paar Türen weiter an den extrem gefährlichen Kindern - in der Hoffnung, bald einen Impfstoff gegen die Seuche zu finden. Melanie entkommt Caldwells gnadenlosem Skalpell nur knapp, als die Bunkeranlage von einer Horde Hungries überrannt wird. Gemeinsam mit ihrer Lieblingslehrerin Miss Helen Justineau (Gemma Arterton), Dr. Caldwell, zwei Soldaten und dem Melanie gegenüber äußerst skeptischen Sergeant Parks (Paddy Considine) gelingt ihr gerade noch die Flucht.

Anders als bei genreüblichen Zombiefilmen erwächst die Spannung dieses Films nicht nur aus den Begegnungen mit hirnlosen Untoten, sonderaus auch aus diversen Fragen der Moral und des Mitgefühls. Auf der einen Seite die eigentlich Zukunft und Hoffnung verkörpernde Kleine, die alles tut, um von der Gruppe akzeptiert zu werden - allerdings von bestialischen Fressimpulsen heimgesucht wird.

Auf der anderen Seite gibt es die von der Zombie-Apokalypse traumatisierten Erwachsenen, die sich mehr oder weniger gezwungen fühlen, das Mädchen nicht als menschliches Wesen anzusehen - und dennoch auf ihre Hilfe angewiesen sind. So findet der Film konsequent zu seinem überraschend-genialen Ende, das dem Zuschauer viele grüblerische Nächte bescheren wird.

Erhältlich auf DVD, BD und als Video-on-Demand.

tsch

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