Helen Dorn: Gefahr im Verzug - Sa. 05.03 - ZDF: 20.15 Uhr

Terror in Düsseldorf?

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Wer ist verantwortlich für den verheerenden Anschlag in der Düsseldorfer Innenstadt? Staatsschützer Viktor Renko (Adnan Maral) und Helen Dorn (Anna Loos) haben unterschiedliche Theorien.

Ein islamistischer Anschlag in Düsseldorf? Helen Dorn (Anna Loos) schlägt sich schwer lädiert durch neue Ermittlungen. Gegen alle Widerstände und den Ballast einer betrüblichen Biografie.

Es ist doch eine recht triste Angelegenheit, wenn die Düsseldorfer LKA-Beamtin Helen Dorn (Anna Loos) den Geburtstag ihrer Mutter feiert. Am Tresen einer Altstadtspelunke trinkt sie für die Mama in jeder Schnapsrunde einen mit. Dass die Jubilarin selbst nicht zugegen ist, hat einen traurigen Grund. Mama Dorn starb, als die kleine Helen kaum auf der Welt war. Wenn man die große Helen, eine ewig mürrische Einzelgängerin von Mitte 40, so sieht, hat der Verlust ihrer emotionalen Entwicklung nicht gut getan. In "Gefahr im Verzug", dem nunmehr fünften Film aus der einst so spektakulär gestarteten ZDF-Krimireihe "Helen Dorn" (über acht Millionen Zuschauer beim Debüt 2013), lernt man mehr denn je über die biografischen Hintergründe der trübsinnigen Titelheldin. Aber stets zwischen Tür und Angel. Denn der neue Fall hält die Polizistin kräftig auf Trab.

Es steht sogar die Rede von einem islamistischen Terroranschlag im Raum. Fünf Menschen sterben bei einer Bombenexplosion in der Düsseldorfer Innenstadt. Helen Dorn gehört zu den Verletzten der Detonation. Sie landet mit einem Knalltrauma im Krankenhaus. Aber war sie wirklich zufällig am Ort des Geschehens? Oder hatte ihr mysteriöser Lover (Marcus Mittermeier), mit dem sie zuvor die Nacht im Hotel verbrachte, sie mit Arglist dorthin gelockt?

Der eifrige Kollege vom Staatsschutz (Adnan Maral) kann derweil schnelle Fahndungserfolge vorweisen. Ein offenbar radikalisierter deutscher Konvertit raunt eben noch "Allahu akbar" zum Gebet und wird alsbald im Zuge seiner Verhaftung von Spezialkräften erschossen. Der Fall scheint wasserdicht, wäre da nicht die misstrauische Helen Dorn, die eine andere Spur verfolgt. Unter den Todesopfern befindet sich ein Wachmann und Ex-Polizist, der in letzter Zeit verdächtig oft einen libanesischen Drogendealer und verurteilten Mörder im Knast besuchte. Jener Khalid (Murathan Muslu) ist nun just am Tag des Anschlags aus der JVA geflohen. Und er hat eine alte Rechnung offen mit einem ziemlich ruppigen Polizei-Ermittlertrio (Armin Rohde, Timo Jacobs, Rainer Strecker) ...

Was der Autor Mathias Schnelting an Verzweigungen und Verwicklungen ins Skript gebaut hat, ist im Verbund mit dem Privatballast der Ermittlerin an der Grenze der Tragfähigkeit. Trotzdem ist der fünfte "Helen Dorn"-Film nach einem ganz mauen Allerweltskrimi ("Der Pakt", November 2015) wieder deutlich sehenswerter geraten. Das liegt vor allem an starken Episodendarstellern (Murathan Muslu!) und einer mitreißenden Ästhetik: Der Regisseur Alexander Dierbach, unter anderem verantwortlich für einen wetterfesten "Polizeiruf" aus dem Rostocker Seemannsmilieu ("Fischerkrieg", 2013), fängt die schroffen Seiten Düsseldorfs jenseits der hochglänzenden "Kö" mit großer Dringlichkeit und Nähe ein. Man kann die Atmosphäre zwischen Plattenbau und Drogenviertel förmlich riechen.

Nicht mehr dabei ist übrigens der Schauspieler Matthias Matschke, der bis zum letzten Fall den spießbürgerlichen Widerpart der wilden Helen Dorn gegeben hatte. Matschke wurde zum Magdeburger "Polizeiruf"-Kommissar berufen. Zeit, seinen ZDF-Ermittler Gregor Georgi dramaturgisch aus der Reihe zu verabschieden, war wohl nicht. Wie wir Helen Dorn kennen, hätte es vermutlich eh kein allzu herzliches Lebewohl gegeben.

Name der Sendung Helen Dorn: Gefahr im Verzug
Sendedatum 05.03.2016
Sender ZDF
Sendezeit 20:15:00
Genre Kriminalfilm
Filmbewertung überzeugend
Genre Kriminalfilm
Filmname Helen Dorn: Gefahr im Verzug
Originaltitel
Regisseur Alexander Dierbach
Schauspieler Anna Loos
Schauspieler Ernst Stötzner
Schauspieler Daniel Friedrich
Entstehungszeitraum 2016
Land D

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