Junge Zuschauer im Visier

Die Tagesschau wird modern: Live-Dialog auf Facebook

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Katrin Göring-Eckardt (links) war die Erste: Im neuen Tagesschau-Format „Frag selbst!“ mit Moderatorin Tina Hassel (rechts) beantwortete sie Fragen, die Nutzer live während der Sendung stellten. Das Format wurde auf Facebook ausgestrahlt. Am Sonntag ist dann Sahra Wagenknecht von der Linken dran

Vor der Bundestagswahl hat sich die Tagesschau mit dem ARD-Hauptstadt-Studio in Berlin ein neues Format ausgedacht, das junge Zuschauer nun direkt auf Facebook abholen soll.

Das Fernsehen ist nicht mehr unbedingt das Medium von jungen Menschen. Die sind vielmehr in sozialen Netzwerken unterwegs. In „Frag selbst!“ konfrontieren Nutzer Politiker mit ihren Anliegen. Das Besondere: Die Videos werden live über Facebook gesendet. Hna.de* beantwortet Fragen zum Thema.

Wie funktioniert "Frag selbst"?

Nutzer können ihre Fragen an die Spitzenkandidaten per Facebook-Kommentar, über den Messenger-Dienst, über die Webseite oder als Live-Video im Vorfeld und direkt während der Sendung stellen. Die Fragen werden vorgelesen, die Videos gezeigt, die Politiker müssen antworten. Das Format wird auf Facebook live und in den Livestreams der ARD-Seiten ausgespielt. „Tagesschau24“ zeigt die Sendung im Anschluss im TV. So gelangt die Social-Media-Welt dann auch zurück ins analoge Fernsehprogramm.

Wieso benutzt die ARD Facebook?

„In Zeiten von Fake-News und einem ,Wahlkampf der Algorithmen‘ wächst die Bedeutung des direkten Dialogs mit politisch Verantwortlichen“, heißt es dazu von der Redaktionsleiterin von tagesschau.de, Christiane Krogmann. Es werde so viel diskutiert wie selten, und gleichzeitig haben viele das Gefühl, nicht gehört zu werden. „Frag selbst!“ gebe den Nutzern die Möglichkeit, ihre Meinungen über Politiker oder politische Inhalte der Parteien zu überprüfen, Einstellungen abzufragen und Vorurteile abzubauen. Der Nachrichtenkanal sei im Vergleich zu den Sendungen der Sommerinterviews im Ersten für dieses Format geeignet. Die zusätzliche Nutzung von Facebook erhöht obendrein die Reichweite.

Verletzt die ARD damit das Wettbewerbsrecht?

Unter dem Titel „Dürfen die das?“ kommentierte das Online-Medienmagazin „Meedia“ das neue Format. Es geht dabei vor allem darum, ob die ARD mit der Ausstrahlung auf Facebook das Wettbewerbsrecht verletzt. Ein Dreistufentest könne das prüfen, der sei bei „Frag selbst!“ aber nicht angewendet worden, kritisiert der Branchendienst. „Wir legen großen Wert darauf, dass wir keines unserer Digital-Formate und neuen Projekte nur für Drittplattformen entwickeln“, stellt Krogmann klar.

Gibt es ähnliche Social-Media-Formate?

Funk, das Angebot von ARD und ZDF für die noch jüngeren Nutzer ab 14 Jahren, funktioniert ähnlich. Das rein webbasierte Angebot läuft nur auf Social-Media-Kanälen wie Youtube, Snapchat und Instagram.

Die Resonanz der ersten Folge „Frag selbst!“?

Das Video vom vergangenen Sonntag mit Katrin Göring-Eckardt hat inzwischen über 420.000 Aufrufe und 1700 Kommentare auf Facebook. Man könne sich vorstellen, Formate mit direkter Kommunikation zwischen Nutzern und Politikern weiter zu entwickeln, sollte sich das Format bewähren, so die Redaktion.

Die Resonanz der ersten Folge „Frag selbst!“?

Das Video vom vergangenen Sonntag mit Katrin Göring-Eckardt hat inzwischen über 420.000 Aufrufe und 1700 Kommentare auf Facebook. Man könne sich vorstellen, Formate mit direkter Kommunikation zwischen Nutzern und Politikern weiter zu entwickeln, sollte sich das Format bewähren, so die Redaktion. Nächster Termin "Frag selbst!" am Sonntag, 9. Juli 2017, mit Sahra Wagenknecht, Die Linke.

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes. 

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