Heroes Reborn

Supermenschen unerwünscht

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Zu Großem berufen: Bis vor Kurzem hielt sich Miko (Kiki Sukezane) für ein ganz normales Mädchen. Inzwischen hat sie herausgefunden, dass sie eine hervorragende Schwertkämpferin ist und in Videospiel-Welten eintauchen kann.

Sechs Jahre nach dem Ende der TV-Serie "Heroes" kehren die Evos mit ihren übernatürlichen Kräften zurück. Kein Zweifel: Mit "Heroes Reborn" wollten die Macher erneut etwas Großes auf die Beine stellen.

Die nächste Evolutionsstufe des Homo Sapiens - das sollte doch eigentlich etwas sein, über das man sich freuen kann? Nicht bei den "Heroes Reborn" (2015). Hier sind die neuen Menschen, "Evos" genannt, nicht einfach schlauer, stärker oder widerstandsfähiger: Sie können sich je nach individueller "Begabung" unsichtbar machen, Feuerbälle werfen oder sich nach Belieben von einem Ort an den anderen teleportieren. Das macht jenen ohne Superkräfte natürlich unheimliche Angst. Doch ist in der Fortsetzung der TV-Serie "Heroes", die nun im Heimkino ankommt, mehr angelegt als der Zwist verschiedener Menschengruppen.

Ein friedliches Nebeneinander von Evos und Normalos - dafür soll ein großes gemeinschaftliches Event in Odessa, Texas, stehen. Aus der Traum, als ein Terroranschlag auf besagte Veranstaltung - der "schlimmste" in der Geschichte der USA - unzählige Opfer fordert. Wer steckt dahinter? Ein Evo-Terrorist bekennt sich, seine Täterschaft wird jedoch angezweifelt. So oder so: Auf die Evos wird nun gnadenlos Jagd gemacht - in Amerika, Japan, überall auf der Welt.

Tim Kring, dessen kühnem Kopf auch "Heroes" (2006 bis 2010) entsprungen war, hatte sich für das Comeback seiner außergewöhnlichen Helden offenbar einiges vorgenommen: Während der ersten Folgen führt er ein Dutzend Haupt-Charaktere ein. Da ist etwa der schon aus der Vorgängerserie bekannte Forscher Noah Bennet (Jack Coleman), die größenwahnsinnige und ziemlich gemeine Unternehmerin Erica (Rya Kihlstedt), der von seinen Super-Fähigkeiten überforderte Teenager Tommy (Robbie Kay) und die Manga-Amazone Miko (Kiki Sukezane), die leibhaftig in Videospiele "eintauchen" kann. Sie alle verstricken sich zwischen New York, Los Angeles, Tokio und vielen anderen Schauplätzen in ein undurchsichtiges Gewirr aus Fremdenhass, Kriegstreiberei und Profitgier.

Alles schick, alles groß, zumal sich irgendwo am Horizont eine noch viel schrecklichere Katastrophe andeutet als der Anschlag von Odessa. In dieser Geschichte, so der erste Eindruck, könnte es durchaus über ein paar Staffeln um alles oder nichts gehen, um die Zukunft des Planeten. Allein: Die Umsetzung lässt immer wieder zu wünschen übrig, was wohl auch ein Grund dafür gewesen sein könnte, dass die TV-Zuschauer ausblieben und die wiedergeborenen Helden nach nur einer Staffel schon wieder zu Grabe getragen wurden. Was etwa die Drehbücher angeht, die bisweilen arg plump wirken, oder die Darsteller, denen jedes Charisma fehlt, bleibt "Heroes Reborn" hinter den Erwartungen zurück. Da ist man dieser Tage, gerade von Serien mit Ambitionen, einfach schon anderes gewöhnt.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

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