„Strampeln, schuften, abgehängt“

TV-Doku deckt auf: So ungerecht ist Deutschland

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Gerüste schützen die Schüler vor herabfallendem Putz: Seit 50 Jahren wurde an dieser Berliner Schule nicht renoviert, wie die Dokumentation „Strampeln, schuften, abgehängt: Die verunsicherte Mittelschicht“, zu sehen am Mittwoch, 2. August, 23.45 Uhr, zeigt.

Viele Deutsche sind überzeugt: In der Bundesrepublik geht es nicht gerecht zu. Im Film „Strampeln, schuften, abgehängt: Die verunsicherte Mittelschicht“ von Rita Knobel-Ulrich, zu sehen am Mittwoch, 2. August, 23.45 Uhr, im Rahmen von „ZDFzoom“ im Zweiten, wird unter anderem von einer Lehrerin berichtet, die jedes Jahr vor den Sommerferien entlassen und danach befristet wieder eingestellt wird.

So ist es kaum verwunderlich, dass soziale Gerechtigkeit auch eines der Top-Themen vor der Bundestagswahl am 24. September ist. „Mit mir gibt es keine unerfüllbaren Sozialversprechen“, sagte zum Beispiel Kanzlerkandidat Martin Schulz bei seiner ersten wirtschaftspolitischen Grundsatzrede vor Managern in der Berliner Industrie- und Handelskammer. Doch stimmt es überhaupt, dass Deutschland so ungerecht ist, wie manche offensichtlich denken? Oder ist es eher eine Frage des Gefühls, der subjektiven Wahrnehmung? Das versuchte Autorin Rita Knobel-Ulrich in einer neuen TV-Doku zu ergründen. Und tatsächlich hat sie einige Menschen gefunden, die soziale Gerechtigkeit für ein Märchen halten.

In ihrem Film „Strampeln, schuften, abgehängt: Die verunsicherte Mittelschicht“, zu sehen am Mittwoch, 2. August, 23.45 Uhr, im Rahmen von „ZDFzoom“ im Zweiten, wird unter anderem von einer Lehrerin berichtet, die jedes Jahr vor den Sommerferien entlassen und danach befristet wieder eingestellt wird. Die einzelnen Bundesländer wollen so auf Kosten der Menschen Geld sparen. Es sind auch zwei Polizisten bei der Arbeit zu sehen, einer von der Stadt Berlin, der andere von der Bundespolizei. Für die gleiche Arbeit bekommt Letzterer allerdings 500 Euro mehr im Monat. Ist das etwa nicht ungerecht?

Ein zusätzliches Problem sind laut der Dokumentation die rund 7,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik, die in befristeten Verträgen, in Minijobs, oder Jobs auf Abruf festsitzen und keine Chance auf eine feste Anstellung haben. Noch dazu wird ihre Lebensplanung durch hohe Abgaben erschwert. Denn nach jüngsten Erhebungen der OECD steht Deutschland in puncto Steuern und Abgaben weltweit an der Spitze und wird nur noch von Belgien getoppt.

teleschau

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