Eurosport und Kommentator Rolf Kalb fiebern der Snooker-WM in Sheffield entgegen (16.04. bis 02.05.)

Stille Dramen von großer Dynamik

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Ihn spielen zu sehen, sei wie "Gott bei der Arbeit zuzuschauen", sagte einst ein Snooker-Kollege über Ronnie O'Sullivan. Der Engländer zählt bei der Weltmeisterschaft in Sheffield wie jedes Jahr zum engsten Favoritenkreis.

"Das Fieber steigt!" sagt Rolf Kalb. Der Eurosport-Kommentator meldet sich ab Samstag, 16. April, von der Snooker-WM in Sheffield. 130 Stunden Live-Übertragung sind geplant.

Etwa 3,50 Meter mal 1,70 Meter misst ein Snookertisch. Am Spielbeginn finden sich insgesamt 15 rote, sechs andersfarbige Kugeln sowie der weiße Spielball auf dem Tuch. Was die größten Könner am Queue mit diesem Arrangement anzufangen wissen, ist wahrhaft erstaunlich und für Fachfremde nicht im Nu zu durchschauen. Dass aber auch hierzulande immer mehr Billardfans Begriffe wie "Frame", "Foul and a Miss" und "Century Break" wie selbstverständlich von den Lippen kommen, hat viel mit dem Sender Eurosport und der jahrelangen Pionierarbeit des Kommentators Rolf Kalb (56) zu tun.

"Das Fieber steigt!" lässt der äußerst seriöse, kompetente und zugleich mitreißende Sportjournalist nun wissen - aus gutem Grund. Der alljährliche Höhepunkt im Turnierkalender steht an: die Weltmeisterschaft im Crucible Theatre in Sheffield. Zwischen 16. April und 2. Mai plant Eurosport mit 130 Live-Stunden aus der ehrwürdigen Spielstätte.

Die rund dreistündigen Live-Sessions werden täglich ab 11 Uhr, 15.30 Uhr und 20 Uhr übertragen. Ergänzende Berichterstattung gibt es bei Eurosport 2 sowie im Internet unter eurosport.de/snooker. Dort finden sich Live-Streams, Videos wichtiger Partien sowie die beliebte Kolumne des Mannes, den der "Tagesspiegel" unlängst sehr zu Recht als "Stimme und Gesicht des deutschen Snookers" adelte.

Was Rolf Kalb vom Turnier erwartet? "Ronnie O'Sullivan ist ja der Meinung, dass mehr als ein Dutzend Kandidaten in diesem Jahr für den Titel in Frage kommen. Ich glaube, da hat er Recht", kommentiert der Journalist die Einschätzung des viermaligen Weltmeisters. O'Sullivan, zugleich Genie und Enfant terrible seines Sports, zähle selbst natürlich auch zu diesen Kandidaten. "Seine Triumphe beim Masters und bei den Welsh Open haben gezeigt, dass er es auch nach einer langen Pause noch drauf hat", so Kalb, der ab 25. April von Snooker-Bundestrainer Thomas Hein als Experte am Mikrofon unterstützt wird.

Spieler wie Shaun Murphy, Judd Trump, Mark Allen, John Higgins und Titelverteidiger Stuart Bingham sind deutschen Snookerfans ebenso geläufig, auch sie zählen zum Favoritenkreis. "Es gehört immer zur Weltmeisterschaft, dass diese eine ganz eigene Dynamik gewinnt", weiß Fachmann Kalb. "Das wird in diesem Jahr nicht anders sein und das macht ja, unter anderem, auch den Reiz aus."

Dass Snooker, diese traditionsreiche, komplexe und von britischem Stilbewusstsein durchtränkte Billardvariante, im Heimatland seit Jahren in einer Popularitätskrise (auf allerdings hohem Volkssport-Niveau) steckt, färbt auf die Verhältnisse hierzulande nicht ab. Noch immer darf man von einem kleinen Snooker-Boom in Deutschland sprechen, der dem Spartensender Eurosport überdurchschnittliche Einschaltquoten beschert.

Bei den Senderverantwortlichen erinnert man sich mit Ehrfurcht ans Jahr 2006: Zusammengerechnet 1,5 Millionen Menschen verfolgten damals das über zwei Tage ausgetragene WM-Finale im deutschen Free-TV. Das Endspiel 2011 wiederum hat mit einer durchschnittlichen Sehbeteiligung von europaweit 2,11 Millionen Zuschauern Maßstäbe gesetzt. Ob die Eurosport-Übertragungen noch mal solche Fabelreichweiten erzielen? Es hängt wohl auch von der "Dynamik" des Turniers ab, die Rolf Kalb beschwört. Am kompetenten Begleiter dieser stillen und bisweilen ergreifenden Sportdramen wird es sicher nicht scheitern.

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