ARD verlängert Krimi-Sommerpause

Sorgen nach Corona-Produktionsstopps: Gehen der ARD die „Tatorte“ aus?

Muss selbst das Jubläum zu „50 Jahre Tatort“ verschoben werden? Der Krimi „In der Familie“ könnte wegen der Corona-Krise nicht fertig werden.
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Muss selbst das Jubläum zu „50 Jahre Tatort“ verschoben werden? Der Krimi „In der Familie“ könnte wegen der Corona-Krise nicht fertig werden.

Der ohnehin schon wiederholungsreiche TV-Sommer könnte 2020 zur besonderen Durststrecke für öffentlich-rechtliche Programme werden.

Durch den Wegfall von Fußball-EM und Olympia entstehen riesige Sendelücken, die man mit attraktiver Fiction hätte füllen können - wenn es diese denn gäbe. In Lockdown-Zeiten der deutschen Filmbranche entsteht eben kaum Neues. Dieses Dilemma führt nun auch beim „Tatort“, dem erfolgreichsten deutschen TV-Fictionprodukt zu Perspektiven, die nicht wirklich rosig scheinen.

Die übliche Sommerpause des ARD-Krimiflaggschiffes wurde bereits um zwei Wochen verlängert. Sie reicht vom 21. Juni bis 30. August. Doch was passiert dann? Die „Bild“-Zeitung berichtet aktuell unter Berufung auf „einen Mitarbeiter einer 'Tatort'-Produktionsfirma“, dass schon im Oktober keine neuen, fertigen Folgen zur Verfügung stünden. Eine gegensätzliche Aussage tätigte jedoch WDR-Fernsehfilmchef Alexander Bickel im Interview mit der Agentur teleschau, der nicht nur die „Tatorte“ aus Münster, Dortmund und Köln verantwortet, sondern auch Teil der Planungskommission für das ARD-Gesamtprodukt „Tatort“ ist: „Ich denke, dass wir mit unseren Premieren, seien es nun 'Tatorte' oder andere Filme, im Jahr 2020 noch gut über die Runden kommen. Der Herbst ist in Sachen Filmpremieren auf jeden Fall 'safe.“

Dennoch gab auch Bickel zu, dass Drehs aller drei WDR-„Tatort“-Standorte unterbrochen seien. „Bild“ spekuliert darüber, dass sogar die Jubiläums-Doppelfolge „In der Familie“ zur 50-Jahrfeier der „Tatort“-Reihe - normalerweise wäre der Geburtstag am 29. November 2020 - ins Jahr 2021 verschoben werden könnte. Ebenso aufs kommende Jahr würden die Frankfurter Folge „Funkstille“, der Freiburg-Krimi „Datenschutz“ sowie der Wiener Beitrag „Pumpen“ geschoben. Auch die neue Münsteraner Folge „Limbus“, die noch 2020 gesendet werden sollte, soll demnach auf wackeligen Beinen stehen. Noch ist nichts offiziell.

Fakt ist hingegen: Um die kommende Wiederholungswelle aufzuwerten, veranstaltet die ARD in diesem Sommer ein „Tatort“ Voting. Eine Liste mit 50 zur Wahl stehenden Folgen wird ab Sonntag, 14. Juni, unter www.DasErste.de/tatort-voting zur Abstimmung bereitstehen. Die Auswahlliste orientiert sich aus beim Publikum besonders erfolgreichen Krimis der letzten 25 Jahre. Erst am Freitag vor der sonntäglichen Ausstrahlung steht der Voting-Sieger fest. Der erste Wunsch-„Tatort“ wird am Sonntag, 21. Juni, um 20.15 Uhr zu sehen sein. Der letzte dann am 30. August. Parallel zum „Wunsch-Tatort“ am Sonntag, um 20.15 Uhr, wiederholt Das Erste auf dem Freitagsplatz um 22.15 Uhr ab dem 26. Juni einige redaktionell ausgewählte „Klassiker“ des Vorzeigekrimis aus 50 Jahren.

teleschau

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