Neue Netflix-Serie

„Social Distance“: Neue Corona-Serie scheidet die Geister

Ayana (Lovie Simone) engagiert sich für die "Black Lives Matter"-Bewegung.
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Ayana (Lovie Simone) engagiert sich für die „Black Lives Matter“-Bewegung.

Wie erleben Menschen die selbstauferlegte Quarantäne? Welche Sorgen und Ängste umtreiben sie angesichts der weltweiten Corona-Pandemie? Die fiktionale Netflix-Serie „Social Distance“ möchte diesen Fragen auf den Grund gehen. In den acht Episoden treten viele bekannte Netflix-Schauspieler auf.

Seit Beginn der Corona-Pandemie im März scheint es einen neuen Trend bei neu gedrehten Serien zu geben. Dabei handelt es sich um Produktionen, die aus der Isolation heraus per Webcam gedreht wurden und sich mit den Sorgen und Ängsten derer beschäftigen, die sich in der selbstauferlegten Quarantäne befinden. Nach einigen deutschen („Liebe. Jetzt!“, ZDFmediathek) und britischen Versuchen („Staged“, BBC) springt nun auch Netflix auf diesen Zug auf: Die Anthologie-Serie „Social Distance“ wird am 15. Oktober auf dem Streamingdienst veröffentlicht.

Acht abgeschlossene Episoden umfasst das Format, welches die Schöpfer der Serie „Orange Is the New Black“, Jenji Kohan (Konzept), Hilary Weisman Graham (Buch) und Diego Velasco (Regie) gemeinsam entwickelt haben. Folge für Folge erzählt die Serie aus dem Leben anderer Protagonisten, die über Videocalls versuchen, Kontakt zu ihren Liebsten zu halten. Dabei kommt es zu einigen nachdenklichen, viel mehr jedoch zu lustigen Momenten.

Die Schauspielerin Marsha Stephanie Blake („This Is Us“) etwa verzweifelt zwischen den Herausforderungen ihres Jobs und der Erziehung ihrer Tochter. Miguel Sandoval („Station 19“) nimmt an einer Trauerfeier via Zoom teil, wobei er so manche Probleme mit der Technik hat. Die Comedy-Stars Max Jenkins („Dead to Me“) und Brian Jordan Alvarez („Will & Grace“) wiederum fechten ihre Beziehungsprobleme online aus. Und mit Tami Sagher, Barbara Rosenblat und Marcia Debonis sind auch einige Stars der Serie „Orange Is the New Black“ mit dabei.

Persönliche Geschichten aus der Isolation

„Unser Job als Geschichtenerzähler ist es, die Realität widerzuspiegeln“, betonten Jenji Kohan und ihre Kollegen in einem vorab veröffentlichten Statement. Die fiktionale Serie solle „die einzigartigen, persönlichen, zutiefst menschlichen Geschichten“ über den „gegenwärtigen Moment“ erzählen, den „wir alle durchleben“. Die Stoffentwicklung und die Dreharbeiten fanden dabei vollständig aus der eigenen Isolation heraus statt. Sämtliche Schauspieler filmten sich selbst.

Wie die Serie bei den Usern ankommen wird, bleibt abzuwarten. Ein auf YouTube veröffentlichter Trailer erntete eher herbe Kritik: „Wir brauchen das nicht jetzt. Wir brauchen das vielleicht in fünf Jahren“, ist häufig zu lesen, ebenso wie Kritik an den zahlreichen abgesagten Neuproduktionen: „Wollt ihr mir erzählen, dass ihr 'The Society' dafür abgesagt habt?“ Ein User zeigte hingegen zumindest etwas Humor: „Ein Film über 2020. Das muss im Horror-Genre angesiedelt sein.“

teleschau

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