Der grüne Prinz - Di. 26.04 - BR: 22.30 Uhr

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Mosab Hassan Yousef, ehemals Mitglied der Terrororganisation Hamas, begann nach einem Gefängnisaufenthalt, gegen seine eigene Familie zu spionieren.

Yousef ist Sohn eines Hamas-Gründers und kämpft gegen Israel. Bis er eines Tages die Seiten wechselt. Der Dokumentarfilm erzählt seine Geschichte.

Es ist ein unglaublicher Stoff, der ein bisschen an die beliebte US-Serie "Homeland" erinnert - nur hat er einen wahren Kern: Mosab Hassan Yousef, Sohn des Hamas-Chefs Scheich Hassan Yousef, wächst mit einem Hauptfeind auf: Israel. Fanatisiert von der Propaganda kämpft er gegen den Staat der Juden, der von der Landkarte verschwinden soll. Doch dann nimmt seine Leben eine Wendung, die man kaum glauben kann: Nach einem Gefängnisaufenthalt wechselt er die Seiten und arbeitet als Spion im Dienste Israels. Das BR-Fernsehen zeigt in deutscher Erstausstrahlung den spannenden Dokumentarfilm "Der grüne Prinz" (2014), der seinen Lebensweg nachzeichnet.

Er ist junge 17, als der israelische Geheimdienst Mosab Hassan Yousef beim Schmuggeln erwischt. Er kommt in den Knast. Dort wird ihm deutlich, wie menschenverachtend die Hamas ist. Er wechselt die Seiten und spioniert von nun an gegen seine Familie. Doch damit hat er alle Bindungen gekappt: Für seine Landsleute und seine engsten Verwandten ist der Palästinenser ein Verräter. Sein einziger Freund ist heute sein ehemaliger Feind. Seine Spitzelarbeit führte zu Verhaftungen hochrangiger Terroristen, verhinderte eine Reihe von Selbstmordanschlägen und deckte Geheimnisse auf, die unmittelbaren Einfluss auf die politischen Ereignisse der Region hatten.

Der auf den Memoiren von Mosab Hassan Yousef basierende Dokumentarfilm von Nadav Schirman erzählt die unglaubliche Geschichte des 2007 in die USA geflohenen jungen Mannes. Weil er eng dran an seinen Protagonisten bleibt, gelingt es dem Filmemacher, dem Nahostkonflikt ein menschliches Gesicht zu geben.

"Der grüne Prinz" entstand als Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk und wurde vielfach ausgezeichnet - unter anderem auf mit dem "Audience Award: World Cinema Documentary" auf dem Sundance Film Festival. Außerdem erhielt er den Bayerischen Filmpreis für das beste Dokumentarwerk. In der Begründung lobt die Jury, dass Regisseur Nadav Schirman in seinem Film "spannend wie in einem Thriller die komplexe Beziehung zwischen einem palästinensischen Informanten und seinem Kontaktmann vom israelischen Inlandsgeheimdienst" erzählt. "So nahe durfte der Zuschauer dem Drama der israelisch-palästinensischen Auseinandersetzungen noch selten kommen", heißt es weiter. Einen "Dokumentarfilm mit der Fallhöhe eines Shakespeare-Dramas oder einer griechischen Tragödie", will zudem das ARD-Kulturmagazin "ttt - titel, thesen, temperament" in dem Werk erkannt haben.

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