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Die Schattenseiten des Showgeschäfts: Das sind die DVD-Highlights der Woche

Celeste (Natalie Portman) geht bei einer ihrer Shows vollkommen aus sich heraus.
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Celeste (Natalie Portman) geht bei einer ihrer Shows vollkommen aus sich heraus.

„Vox Lux“, „Judy“ und „Die Wütenden - Les Misérables“: Das sind die DVDs und Blu-rays der Woche.

Ihren bisherigen Karrierehöhepunkt erlebte Natalie Portman mit ihrer energiegeladenen Performance in Darren Aronofskys düsterem Ballett-Thriller „Black Swan“ (2010). Ausgezeichnet wurde ihre kraftvolle Darbietung unter anderem mit einem Oscar und einem Golden Globe. Auch wenn ähnliche Weihen im Fall des Musikerdramas „Vox Lux“ ausblieben, legt die wandelbare Schauspielerin hier einmal mehr eine fulminante Kostprobe ihres Könnens ab. Als abgestürzter, einem großen Comeback entgegenblickender Popstar drückt Portman dem zweiten Spielfilm des US-Amerikaners Brady Corbet („The Childhood of a Leader“) ihren Stempel auf - und überstrahlt mit ihrer lustvoll exaltierten Interpretation zuweilen die spannenden Ideen des vom Regisseur selbst verfassten Drehbuchs. Und das, obwohl sie erst nach rund einer Stunde auftritt. Nun erscheint „Vox Lux“ auf DVD und Blu-ray, ebenso wie „Judy“ und „Die Wütenden - Les Misérables“.

„Vox Lux“ (VÖ: 20. Mai)

Mit 13 Jahren trägt Celeste (Raffey Cassidy) auf einer Gedenkveranstaltung für die Opfer eines Amoklaufs ein selbst geschriebenes Lied vor. Der Auftritt wird zum Hit, und sie steigt in die Musikbranche ein. Doch ihr Manager (Jude Law) kann sie nicht vor den destruktiven Verlockungen des Starseins bewahren. Auch das Comeback nach einigen Skandalen wird nicht leicht: Dabei muss sich die erwachsene Celeste (Natalie Portman) nur mit ihrer Tochter Albertine (ebenfalls gespielt von Raffey Cassidy), sondern auch mit einem Terroranschlag auseinandersetzen, der Bezüge zu ihrem früheren Schaffen erkennen lässt. „Vox Lux“ soll von den Schattenseiten des Showgeschäfts erzählen. Regisseur Brady Corbet wirft dem Zuschauer manchmal aber nur Stichworte vor die Füße. Die Hauptdarstellerinnen Cassidy und Portman überzeugen dennoch.

Preis DVD: circa 12 Euro

USA, 2018, Regie: Brady Corbet, Laufzeit: 115 Minuten

„Judy“ (VÖ: 14. Mai)

Als Kinderstar aus „Der Zauberer von Oz“ suchte Judy Garland das Land hinter dem Regenbogen und fand doch nur Hollywood. Regisseur Rupert Goold zeigt in seinem Biopic „Judy“ eindrücklich, wie die Traumfabrik alle Träume des jungen Mädchens zerstörte. Renée Zellweger verkörpert die komplexe Künstlerin, die viele Jahre nach ihrem einstigen Erfolg mit Schulden und Eheproblemen zu kämpfen hat. Im Zentrum steht Garlands letztes Comeback bei einer Konzertreihe 1968/69 in London. Für das Engagement verlässt sie ihre Kinder, damit sie genug Geld verdient, um mit ihnen leben zu können. „Judy“ ist in seiner konventionellen Erzählweise nicht frei von Pathos. Zellweger geht in Judy Garland auf, sie lebt ihre Rolle mit jeder Faser und bringt Garlands Zerrissenheit genauso wie ihre unglaubliche Wärme auf den Punkt. Dafür wurde sie in diesem Jahr mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Preis DVD: circa 14 Euro

USA, 2019, Regie: Rupert Goold, Laufzeit: 118 Minuten

„Die Wütenden - Les Misérables“ (VÖ: 8. Mai)

Eine einzige Frau hat in „Die Wütenden - Les Misérables“ etwas zu sagen. Sie (Jeanne Balibar) ist die Polizeichefin der Einheit für Verbrechensbekämpfung in Montfermeil, einem Ort 20 Kilometer von Paris entfernt. Zu ihrer Einheit gehören Chris (Alexis Manenti), Gwada (Djibril Zonga) und Stéphane (Damien Bonnard). Ständig kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Banden. Dabei müssen sich die Polizisten den Gesetzen der Straße ergeben. Als das Löwenbaby eines Clan-Bosses gestohlen wird, droht die Situation zu eskalieren. Während einer Verhaftung des mutmaßlichen Diebes verliert ein Polizist die Kontrolle über sich. Dabei wird er von einer Drohne gefilmt. Der Regisseur Ladj Ly stammt aus Mali und ist in Montfermeil aufgewachsen. Sein Film ist kein Sozialkitsch von weit draußen, sondern ein verdammt gutes künstlerisches wie politisches Werk.

Preis DVD: circa 15 Euro

F, 2019, Regie: Ladj Ly, Laufzeit: 101 Minuten

teleschau

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