Ab 9. Juli

SAT.1 lädt zur Therapie: TV-Experiment „Der Augenblick - Verzeihen ohne Worte“

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Christina trennte sich von Giuseppe nach der Geburt ihres gemeinsamen Kindes. Sie führte eine kurze Beziehung mit einem anderen Mann. Ob die zwei trotzdem wieder zueinanderfinden?

Können zehn Minuten Blickkontakt dazu führen, dass sich zwei Menschen nach einem Streit wieder versöhnen? SAT.1 versucht mit „Der Augenblick - Verzeihen ohne Worte“ ein entsprechendes Experiment.

Nur wenig fällt uns Menschen so schwer, wie einem anderen zu verzeihen. Wenn die Fronten verhärtet sind, vermögen Worte oft nichts mehr auszurichten. In der SAT.1-Sendung „Der Augenblick - Verzeihen ohne Worte“ können nun Betroffene wieder zueinanderfinden, wie zum Beispiel der 28-jährige Sven und seine Mutter. Seit einem Streit vor zwei Jahren haben die beiden keinerlei Kontakt mehr. Das möchte Sven nun ändern, „allein schon wegen ihrer Enkelkinder“. Helfen soll das SAT.1-Experiment, in dem es darum geht, sich zehn Minuten gegenüberzusitzen, ohne miteinander zu sprechen, und lediglich Blickkontakt zu halten. Das Psycho-Konzept ist allerdings keine SAT.1-Erfindung: Das Ganze beruht auf der australischen Sendung „Look Me In The Eye“.

Die Berliner Psychotherapeutin Dr. Sandra Köhldorfer erklärt, inwiefern intensiver Blickkontakt nach einem Streit helfen könne: „Ohne sich mit Worten erklären zu müssen, stellen sich viele Fragen wie: Was bedeutet mir der andere? Wer hatte welchen Anteil an der Situation? Habe ich schon genügend vergeben und der andere mir? Was bedeute ich dem anderen noch? Sind die Gefühle die wir haben auch echt?“ Im besten Fall würden die Betroffenen sich durch derlei Fragen bewusst, wie vertraut man sich einander einmal war und warum man diesen Zustand gerne wieder erreichen möchte. „So kann sanft und wirkungsvoll eine 'Versöhnung ohne Worte' entstehen“, weiß Köhldorfer, die auch schon in der SAT.1-Sendung „Hochzeit auf den ersten Blick“ mit von der Partie war.

Was genau aus psychologischer Sicht beim zehnminütigen Blickkontakt vor sich geht, erscheint mysteriös. „Im Idealfall“, erklärt Sandra Köhldorfer, entstehe „die nötige Offenheit, um den anderen widerzuspiegeln“. Durch die „dabei aktivierten Spiegelneuronen“ komme es dann zu einer „Gefühlsansteckung“. Dabei werde „das Bindungssystem aktiviert, und die Gefühle ändern sich“. Die Expertin: „Man geht davon aus, dass Bereiche im Gehirn aktiv sind und sich synchronisieren, die für Mitgefühl und Verbundenheit sorgen. So kann sanft und wirkungsvoll eine 'Versöhnung ohne Worte' entstehen.“

Die spannende Frage ist natürlich auch, wie diese Initimität auf die Fernsehbildschirme transportiert werden soll ... SAT.1 zeigt pro Folge drei Fälle von geliebten Menschen, die sich auseinanderlebten. Ob Stiefvater und Tochter, beste Freundinnen oder Paare - sie alle sollen durch zehn Minuten Blickkontakt ihren jeweiligen Streit hinter sich lassen. Zu sehen sind die vier geplanten Folgen von „Der Augenblick - Verzeihen ohne Worte“ ab Sonntag, 9. Juli, 18.55 Uhr.

tsch

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