Flach wie ein Plasmafernseher

Mit Johnny Galecki: Dritter Teil von „Rings“ jetzt als Video-on-Demand

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Der Ring ist zurück, diesmal in der Mehrzahl: „Rings“ ist die zweite Fortsetzung des Horror-Klassikers „Ring“ von 2002.

Der Grusel-Ring geht mit der Zeit: 13 Jahre nach dem zweiten Teil spinnt „Rings“ die legendäre Horror-Story um das todbringende Video weiter.

Als sich der „Ring“ erstmals verstörend ins Gedächtnis der Zuschauer brannte, erschien der Film im Film auf einem Röhrenfernseher, abgespielt von einer VHS-Kassette. Der anschließende Anruf, der dem Betrachter dessen Tod innerhalb von einer Woche prophezeite, erreichte das Opfer auf einem Festnetzhörertelefon. Vor 15 Jahren unterzog der Horror-Klassiker „Ring“ das dröge vor sich hin gruselnde Genre einer gehörigen Frischzellenkur japanischer Herkunft: Das US-Remake des Originals „Ringu“ revolutionierte den westlichen Horror mit bizarren Schnitten und schuf mit dem Grusel-Mädchen eine neue Standardgestalt. Gut zwölf Jahre nach der bereits miesen ersten Fortsetzung erscheint nun mit „Rings“ (2016) ein dritter Teil auf DVD, BD und als Video-on-Demand.

Die US-Adaption des Originals (2002) war tatsächlich gruselig. Die Erinnerungen an das todbringende Video, das schwarz-weiße Rauschen und Flimmern sowie das dunkelhaarige Mädchen, das sich aus einem Brunnen hievte und durch den Bildschirm krabbelte, brannten sich ins Gedächtnis ein. Unheimlich. Dass es Superstar Naomi Watts war, die damals um sich und ihren Nachwuchs bangte, war fast nebensächlich. Zu eindrücklich war dieses vermaledeite Band.

Bei „Rings“ ist das anders. Der Inhalt der Kassette - wiederentdeckt, da VHS jetzt „vintage“ sei - ist nach wie vor der gleiche, der Mythos auch. Immer noch gruselig das Ganze, doch eben altbekannt. Nicht etwa ihrer schauspielerischen Leistungen wegen, einzig aus ästhetischen Gründen bleiben diesmal vor allem aber die Darsteller hängen. Matilda Lutz zum Beispiel als zuckersüße Julia und ihr schnuckeliger Freund Holt (Alex Roe). Zudem all die schönen Menschen im Flugzeug zu Beginn des Films, als das erste Mal die schwarze Suppe durch die Kabine schwappt und Samara von den vielen Bordbildschirmen aus fette Beute macht. Mit Johnny Galecki, dem Leonard aus „The Big Bang Theory“, lenkt zudem ein äußerst bekanntes Gesicht vom schaurigen Treiben ab.

Dass die unheilvolle Botschaft nun über Flachbild-TVs rauscht, die hingehauchten „Sieben Tage“-Anrufe auf Smartphones eintrudeln, ist zeitgerecht. Das Grundsetting weitergedacht - Stichwort: Digitalisierung - haben Regisseur F. Javier Gutiérrez und seine Autoren aber nur in Ansätzen - etwa mit der leichteren Verbreitung und Kopierbarkeit des Clips. So wird Samaras Geschichte ein weiteres Mal erforscht und dabei nahezu völlig entmystifiziert.

tsch

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