Noch spektakulärer geht nicht? Geht doch!

„Rammstein: Paris“ – So ist der Konzert-Kracher auf DVD und Blu-ray

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Einer von vielen Höhepunkten der theatralischen Show: Sänger Till Lindemann kocht sich ein Flake-Süppchen ...

Nur ein Bonbon, um die Wartezeit auf das sehnsüchtig erwartete nächste Studioalbum zu verkürzen? Nein, „Rammstein: Paris“ ist mehr als das.

Bei jeder anderen Band des Planeten dürfte man es für übertrieben halten, bei Rammstein scheint es jedoch angemessen: Ein Konzertfilm fürs Kino. Schließlich zeichnen sich die weltbekannten Deutsch-Metaller seit Jahren nicht nur durch ihre Musik aus, sondern viel mehr noch durch ihre furiosen XXL-Liveshows, die jeden Rahmen sprengen. „Rammstein in Amerika“ war 2015 bereits vereinzelt auf der Leinwand zu sehen, so zuletzt auch „Rammstein: Paris“ - ein überwältigender Mitschnitt, den man als solchen bei genauerem Hinsehen aber kaum noch bezeichnen kann. Wer's im Kino verpasst hat, kann den Gig aus dem Jahr 2012 nun im kleineren Rahmen auf DVD und Blu-ray Disc nacherleben.

Der härteste deutsche Musikexport in der Stadt der Liebe: „Rammstein: Paris“ präsentiert die deutschen Metal-Weltstars in Bestform, begnügt sich aber nicht mit einer Eins-zu-eins-Wiedergabe eines an sich schon bombastischen Auftritts im Palais omnisport de Paris-Bercy. Egal ob „Mein Teil“, „Bück dich“, „Haifisch“ oder „Ich will“: Keiner der Klassiker wird einfach so heruntergespielt. Mit aufwendigen Installationen, viel Hydraulik, beispiellosen Pyrotechnik-Ekzessen, ausgefallenen theatralischen Einlagen und einer Zweitbühne inmitten des Publikums wird jeder Song zum Erlebnis.

Mit einem Konzertfilm, der das Live-Erlebnis authentisch wiedergibt, hat die Veröffentlichung allerdings nichts zu tun. Das liegt vor allem an Regisseur Jonas Åkerlund. Bekannt für seine Musikvideos, bringt er mit nie dagewesenem Aufwand eine große Portion MTV-Ästhetik in diesen Film. Der Schwede hat den perfekt durchchoreographierten Auftritt mit 25 Kameras aufgezeichnet und offenbar das ganze Konzert quasi-live noch einmal neu gedreht, um saubere Close-ups zu bekommen.

Die meiste Arbeit nahm aber ganz sicher die Post-Produktion in Anspruch. Keine halbe Sekunde vergeht während der gut zwei Stunden ohne einen Schnitt. Åkerlund, der Rammstein mutig und äußerst kreativ über das reine Bühnengeschehen hinausdenkt, hat sogar Spezialeffekte wie Blitze und feurig-leuchtende Augen eingebaut. Konzertfilm-Puristen werden „Rammstein: Paris“ hassen, und einige der Effekte wirken tatsächlich etwas albern. Die meisten Fans dürften dieses Spektakel allerdings lieben. Es bringt so etwas wie die Quintessenz des Schaffens der deutschen Metal-Weltstars auf den Bildschirm.

Was es zur Ausstattung der Heimkino-Version zu sagen gibt: Unverständlicherweise ist auf der Blu-ray Disc keine Dolby-Atmos-Tonspur enthalten, obwohl der Film im Kino noch mit dem innovativen 3D-Soundformat ausgespielt wurde. Stattdessen hat man nur die Wahl zwischen den herkömmlichen, aber grundsolide umgesetzten Stereo- und Surround-Tonspuren. Hinzu kommt ein gut zehnminütiges Making-of. Spätestens darin erklärt sich, warum „Rammstein: Paris“ erst vier Jahre nach dem eigentlichen Konzert fertiggestellt wurde.

tsch

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