Foto mit Folgen

Prince Charming: Nach Selfie mit Ex-Priester – Alex Schäfer zeigt die „3“

Foto mit Folgen! Nach einem Selfie mit „Prince Charming“ Alex Schäfer schmeißt die Kirche Henry Frömmichen aus Priesterseminar. Nun zeigt der Gay-Bachelor die „3“.

München – Ein Skandal in der katholischen Kirche überschattet die Vorfreude auf die dritte Staffel „Prince Charming“. Scheinbar braucht es nicht mehr als ein Foto mit dem ehemaligen Gay-Bachelor Alex Schäfer, damit die katholische Kirche einen angehenden Priester rauswirft. Nun beziehen sowohl Alex Schäfer als auch der verschmähte Henry Frömmichen Stellung und setzten ein Zeichen im Kampf für mehr Akzeptanz gegenüber Homosexualität.

Fernsehsendung:Prince Charming
Erstausstrahlung:30. Oktober 2019
Sender:Vox
Anzahl der Folgen19
Besetzung:Nicolas Puschmann, Lars Tönsfeuerborn, Aaron Königs, Angela Finger-Erben, Andreas Kürner
Nominierungen:Deutscher Fernsehpreis für die beste Unterhaltung Reality

Prince Charming: Selfie mit Alex Schäfer – katholische Kirche schmeißt angehenden Priester heny Frömmichen raus

Eigentlich wollte Henry Frömmichen Priester werden – doch dieser Traum als Diener Gottes ist nun nach nur wenigen Monaten geplatzt. Der Grund: Ein Foto mit Ex-“Prince Charming“ Alex Schäfer auf Instagram, den er zufällig vor der Münchner Theatinerkirche getroffen hat.

Offenbar war dieses Foto für die katholische Kirche schlimm genug, um ihn aus dem Priesterseminar St. Johannes der Täufer zu schmeißen, nachdem er erst vor drei Monaten seine Ausbildung begonnen hatte. Dafür hatte Henry Frömmichen sogar seinen Job als Bestatter an den Nagel gehängt und seine Beziehung mit seinem Freund beendet. Diesen Umstand habe er bei seiner Aufnahme allerdings verschwiegen, denn: Nach wie vor verbietet es die katholische Kirche offiziell, homosexuelle Männer zu Priestern zu weihen.

Am 30. November entließ die Kirche Henry Frömmichen „nach Rücksprache mit Erzbischof Reinhard Kardinal Marx“. In der offiziellen Begründung heißt es: „Ihr Umgang mit sozialen Medien lässt erkennen, dass Sie derzeit nicht die für eine Ausbildung zum Priester geeigneten Voraussetzungen mitbringen.“ Zudem habe er sich nicht nur mit schwulen oder lesbischen Menschen solidarisiert, sondern Homosexualität propagiert.

Gegenüber dem Deutschlandfunk erklärte der Leiter des Seminars zudem: „Wenn also der Regenbogen bei allem, was er tut, im Hintergrund steht, dann wird er sich sehr schwertun, als Priester die katholische Kirche zu vertreten.“ Wenn aber jemand homosexuell geprägt sei, es aber schaffe, „unaufgeregt ein gesundes Beziehungsgefüge zu Männern und zu Frauen zu entwickeln, wenn also dieses Thema der Sexualität nicht dauernd im Vordergrund steht“, sähe er keinen Grund, warum er nicht Priester werden könne.

Prince Charming: Nach Kirchen-Skandal – Henry Frömmichen setzt Zeichen im Kampf für mehr Akzeptanz von queeren Menschen

Das besagte Foto mit Ex“-Prince Charming“ Alex Schäfer hatte er kurz nach seinem Rausschmiss gelöscht, dann aber erneut gepostet, denn: Der einstige Priester-Anwärter gibt sich kämpferisch: „Jetzt bleibe ich erst recht in der Kirche und schau, wie ich für meine Kirche kämpfen kann.“ Seine Vision: sich für die Akzeptanz von queeren Menschen in der Kirche einsetzen. Denn auch wenn aus Rom nur „hohler Stuss“ kommt, geht es Henry Frömmichen am Ende des Tages um die Leidenschaft, die ihm sein Glaube gibt und die er an seine Mitmenschen weitergeben will.

Nachdem der Vatikan im März dieses Jahres sich zudem deutlich gegen die Segnung für homosexuelle Paare ausgesprochen hatte, machte Henry Frömmichen den Vorfall öffentlich, wie die tz.de* berichtet. Für ihn sei die Haltung des Seminarleiters „symptomatisch“ für die katholische Kirche: „Weil es eben einfach diese Falschheit und diese Doppelmoral ist, wie es in unserer Kirche zugeht. Sobald nicht drüber gesprochen wird, ist alles in Ordnung.“

Prince Charming: Nach Kirchen-Skandal um Henry Frömmichen – Alexander Schäfer zeigt die „3“

Auch Ex-“Prince Charming“ Alex Schäfer bezog nun Stellung zum Skandal in der katholischen Kirche: „Als ich von seinem Verweis gehört habe, war ich natürlich schockiert. Deswegen finde ich es so gut, dass er seine Stimme nun nutzt, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Ich selbst bin vor einigen Jahren aus der katholischen Kirchen ausgetreten. Nichtsdestotrotz würde ich mich als gläubig bezeichnen. Der Glaube hat nichts mit der Sexualität zu tun – das sollte meiner Meinung nach im Jahre 2021 jedem bewusst sein. Jeder Mensch ist gleich, vor allem vor Gott.“

Um auf eben diesen Missstand aufmerksam zu machen, nutzt Alex nun seine Reichweite auf Instagram und macht auf #zeigtdie3 aufmerksam – eine Social-Media-Aktion, die die Änderung des Artikels 3 des deutschen Grundgesetzes fordert.

„Meiner Meinung nach längst überfällig: die Unterbindung von Diskriminierung aufgrund sexueller Identität! Die Ergänzung von Artikel 3 Grundgesetz um den Passus ‚sexuelle Identität‘ ist für die Gleichstellung der LGBTIQ*-Community essenziell!“, schreibt der Ex“-Prince Charming“ unter ein Foto, auf dem auf seiner Handfläche deutlich eine blaue „3“ zu sehen ist.

Aktuell beinhaltet der dritte Artikel der deutschen Verfassung folgendes: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Die sexuelle Identität ist demnach nicht ausdrücklich im Diskriminierungsverbots des Grundgesetzes verankert. * nordbuzz.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kirchner-Media/IMAGO & TVNOW

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