Wiederaufnahme nach den Ferien

Präsident des Deutschen Lehrerverbands warnt: Schulen sind auf Corona schlecht vorbereitet!

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, kritisiert bei "ntv Frühstart" die fehlende Vorbereitung der Schulen auf eine zweite Infektionswelle.
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Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, kritisiert bei „ntv Frühstart“ die fehlende Vorbereitung der Schulen auf eine zweite Infektionswelle.

Der Chef des Deutschen Lehrerverbands Heinz-Peter Meidinger blickt mit Sorge auf den bevorstehenden Schuljahresbeginn in einigen Bundesländern: Weder die Schulen selbst noch die Politik seien auf etwaige Szenarien, ausgelöst durch eine zweite Corona-Welle im Herbst, ausreichend vorbereitet.

Das betonte der Philologe im „ntv Frühstart“ am Dienstag.

„Man hat lange gezögert, wie man die Schulen öffnet“, erklärte Meidinger zu Beginn des Gesprächs. Nun, da es in den ersten Bundesländern soweit sei, fielen die bewährten Abstandsregeln weg, welche das „Rückgrat der Hygieneregelungen“ gewesen seien. Wichtig sei nun, „praktikable Hygienekonzepte“ zu entwickeln. Die vorgeschlagene Isolierung von Lerngruppen funktioniere in der gymnasialen Oberstufe nicht.

Überhaupt befürwortet Meidinger die Differenzierung nach Altersgruppen: Inzwischen sei wissenschaftlich nachgewiesen, dass Kinder bis zum Alter von zehn Jahren weniger infektiös seien. „Da glaube ich, können wir beruhigter in einen Vollbetrieb gehen“, vermutet Meininger. Bei älteren Schülern hingegen sei der Schichtbetrieb weiterhin das probate Mittel.

Digitaliserung der Schulen ist immer noch zu langsam

Ein noch größeres Problem sieht der Präsident des Deutschen Lehrerverbands jedoch in der Digitalisierung der Schulen. Seiner Meinung nach, schreite diese noch immer zu langsam voran: „Es müsste jetzt in den Ferien Vollgas gegeben werden“, erklärte der 65-Jährige. „Die Mittel des Digitalpakts müssten endlich an den Schulen ankommen. Ich sehe da weiter nur ein Tröpfeln.“ Um die Wirksamkeit des Fernunterrichts zu verbessern, müssten sowohl Schüler- als auch Lehrerschaft mit besseren Geräten, WLAN und schnellem Internet ausgestattet werden. Nur so könnten Schulen den Anforderungen einer zweiten Infektionswelle gerecht werden.

Den allgemeinen Umgang mit dem Virus beurteilte Meidinger zuletzt positiv: Deutschland solle auch weiterhin einen vorsichtigen Kurs fahren. Auch frühzeitige Schulschließungen könnten - je nach lokalem Infektionsgeschehen - sinnvoll sein. Das Gleiche gelte für verpflichtende Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten.

teleschau

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