Anprobieren, einkaufen, zurückbringen

Kirsten Stewart als Shopping-Assistentin: „Personal Shopper“

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Maureen (Kristen Stewart) probiert im Auftrag ihrer Chefin Luxus-Mode an.

Kristen Stewart begibt sich in „Personal Shopper“ als Hipster-Medium auf die Suche nach Luxus-Klamotten, Bruder-Geistern - und dem Sinn eines verwirrenden, unausgegorenen Thrillers.

Arthaus-Kunst und Hollywood-Glanz zusammenzubringen, ist ein schwieriges Unterfangen. Von David Lynch bis Nicolas Winding Refn wagten bislang nur wenige den Spagat zwischen betörenden Oberflächlichkeiten und hintergründigem intellektuellen Rauschen. Die Gefahr, dass auf dem Weg dorthin beide herausragende Betrachtungsweisen verloren gehen, scheint zu groß. Den abermaligen Beweis dafür tritt Olivier Assayas' wirrer Mode-Gespenster-Mysterythriller „Personal Shopper“ an: Zu unausgegoren wirkt die Geschichte um ein Geister-Medium, das zugleich als persönliche Shopping-Assistentin einer High-Society-Modeikone arbeitet. US-Star Kristen Stewart empfängt nun auch im Heimkino Signale von anderswo.

Man ist ja offen für alles. Und so wundert man sich auch bei der Geschichte, die sich der französische Filmemacher Assayas ausgedacht hat, zunächst nur ein bisschen: Maureen (Stewart), eine junge hippe US-Amerikanerin, lebt in Paris und verdient ihr Geld damit, der berühmten Modedesignerin Kyra (Nora Waldstätten) beim Shoppen von ultrateuren Klamotten behilflich zu sein. Anprobieren, einkaufen, zurückbringen, dazu noch die vermessene Art ihrer Chefin - der Job ödet sie an.

Wichtig ist Maureen ohnehin etwas ganz anderes: Sie ist ein Medium. Oder will es gern sein. Das heißt: Sie sieht, hört und beschwört Geister. Deshalb ist sie auch nach Paris gekommen: Ihr Zwillingsbruder starb dort an einer seltenen Herzkrankheit. Folglich plant die junge Frau, ihn zu kontaktieren. Im Haus, in dem er lebte, ereignen sich bald eigenartige Dinge. Ob er es wohl ist, der sie eines Tages mit Textnachrichten bombardiert? Und was hat der Lover (Lars Eidinger) ihrer Arbeitgeberin damit zu tun? Regisseur Assayas, so muss man konstatieren, weiß es wohl selbst nicht.

Einzig die Darstellung des bizarren Luxus-Milieus, in dem sich die abgebrannte junge Frau verdingen muss, ist gelungen. Die Widersprüchlichkeiten im Leben Maureens fängt Assayas mit seinem ausgeschmückten Stil tatsächlich ein. Doch „Personal Shopper“ erreicht die bedrückende Verwirrung eines David Lynch in keinem Moment, und für den Bombast eines Refn fehlt das große ästhetische Feuerwerk. Andererseits: Mit einer Kristen Stewart in der Hauptrolle kann man sich anscheinend alles erlauben. Sie vermag es allein, „Personal Shopper“ vor der völligen Katastrophe zu bewahren.

Erhältlich auf DVD, BD und als Video-on-Demand.

tsch

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