Gestrandet in der Zweisamkeit

Jetzt auch fürs Heimkino: Passengers

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Junge Superstars vereint: Jennifer Lawrence und Chris Pratt haben auf dem Raumschiff nur einander.

Mit dem atemberaubenden Raumschiff aus der Sci-Fi-Romanze „Passengers“ möchte man unbedingt auch einmal reisen - wenn möglich aber ohne technische Störung.

Zehn Jahre. So lang stand Jon Spaihts Drehbuch zu „Passengers“ (2016) auf der so genannten Schwarzen Liste: der Liste jener noch unverfilmten Drehbücher, die den Filmschaffenden im jeweiligen Jahr am besten gefallen haben. Das Interesse der Studios war geweckt, doch die Umsetzung gestaltete sich schwierig. Stars wie Keanu Reeves, Reese Witherspoon und Emily Blunt kamen und gingen, die Regisseure sowieso. Nach ordentlichem Erfolg in den Kinos (1,2 Millionen Besucher hierzulande) erscheint Morten Tyldums („The Imitation Game“) Sci-Fi-Romanze nun auch fürs Heimkino.

Das atemberaubende Raumschiff „Avalon“ fliegt durchs All, seine 258 Crew-Mitglieder und 5.000 Passagiere befinden sich im künstlichen Tiefschlaf. Dies hat einen einfachen Grund: Die Reise zum Kolonie-Planeten „Homestead II“ dauert 120 Jahre. Doch als nach 30 Jahren Reisezeit das Raumschiff bei einem Meteoritenhagel beschädigt wird, kommt es zu einer Fehlfunktion. Maschinenbauer Jim Preston (Chris Pratt) erwacht - als Einziger. Er hat keine Möglichkeit, in den Schlafmodus zurückzukehren. Sein einziger Gesprächspartner auf diesem von genialen Produktionsdesignern entworfenen Raumschiff ist Arthur (hinreißend: Michael Sheen), ein Androide, der die Bordbar schmeißt.

Ähnlich wie Matt Damons Mark Watney in „Der Marsianer“ durchläuft Pratts Jim verschiedene Stadien, er arrangiert sich nach und nach mit seiner Situation und der Einsamkeit. Dabei beweist der Star aus „Guardians of the Galaxy“ einmal mehr sein komisches Talent. Nach einem knappen Jahr setzt sich jedoch allmählich die Verzweiflung durch, Jim trinkt zu viel, verwahrlost zusehends und steht kurz davor sich selbst umzubringen. In seiner Verzweiflung trifft er die fatale Entscheidung, die wunderschöne Autorin Aurora Lane (Jennifer Lawrence) aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken.

Die erkennbar angestrebte Mischung aus einem großen Liebesepos à la „Titanic“ und Science-Fiction-Filmen wie „2001“ oder „Gravity“ will aufgrund fehlenden Tiefgangs einfach nicht gelingen. Das actionreiche Finale wirkt für einen 110-Millionen-Dollar-Film nicht nur zweitklassig, es hinterlässt beim Publikum einfach nur einen fahlen Beigeschmack. Nichtsdestotrotz bietet der Film Schauwerte, ein interessantes Setting und eine spannende Grundidee. Zudem stimmt die Chemie zwischen Pratt und Lawrence ohne Zweifel.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc, Blu-ray 3D, Ultra HD Blu-ray und als Video-on-Demand.

tsch

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