Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman - Sa. 23.04 - SAT.1: 20.15 Uhr

Papa Hund auf Rettungsmission

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Sherman ist als Mitfahrer in der Zeitmaschine willkommen, als Beifahrer noch nicht.

Putzig und lehrreich: Ein Beagle und sein Bengel reisen durch die Zeit.

Kann ein Hund einen Jungen adoptieren? Klar kann er das! Zumindest, wenn er der klügste Hund der Welt ist, ein Meister der Fechtkunst und der Diplomatie, Berater der Vereinten Nationen, weltweit anerkannter Wissenschaftler und schwerreicher Industrieller. Wem das ein bisschen zu surreal klingt, der sollte den Film "Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman" (2014), den SAT.1 jetzt in der Free-TV Premiere zeigt, vielleicht besser nicht ansehen. Der Streifen ist freundlich und weitgehend harmlos aufgemacht, dabei aber mit ausreichend schrägem Humor gespickt.

Im Grunde sind Mr. Peabody und Sherman selbst ein historisches Fundstück: In den 60er-Jahren erkundeten die beiden die Weltgeschichte in Fünfminütern im Rahmen der "Rocky & Bullwinkle"-Cartoons. In die Gegenwart transferiert wurden sie durch Regisseur Rob Minkoff, der als Spezialist für ungewöhnliche Familienverhältnisse gelten kann: In seine Filmografie gehören auch "Stuart Little" (1999: Menschenfamilie adoptiert Maus) und "Der König der Löwen" (1994: Warzenschwein und Erdmännchen adoptieren Löwen).

So kommt auch die Darstellung des ungewöhnlichen Vater-Sohn-Gespanns mit erfrischender Selbstverständlichkeit daher. Nur die fiese Miss Grunion (gesprochen von Hella von Sinnen) vom Jugendamt will nicht einsehen, dass diese Lebensverhältnisse die besten für Sherman sind. Das gilt insbesondere, nachdem Sherman sich in der Schule geprügelt hat, weil er mit der zickigen Penny in Streit geriet. Als Hund von Welt ist Mr. Peabody überzeugt, er könne bei einem Dinnerabend sowohl Pennys Eltern als auch Miss Grunion mit sich versöhnen. Doch sein Plan fällt in sich zusammen, als die beiden Kinder, sich selbst überlassen, seine geheime Zeitmaschine besteigen ...

Mr. Peabody muss nun also Sherman und Penny heil in die Gegenwart zurückbringen, das Jugendamt von sich als vorbildlichem alleinerziehenden Hund überzeugen und außerdem allmählich lernen, seinen Adoptivsohn ein wenig loszulassen. Schwierig. Aber gerade noch eben machbar für ein Genie.

Mr. Peabody, Sherman und Penny verschlägt es ins alte Ägypten, ins antike Griechenland sowie in die Renaissance. Dass dabei nicht so viel Wert auf die akkurate Darstellung der Historie gelegt wird, verzeiht man gerne angesichts des Charmes der Darstellung. Das sahen vermutlich auch die Zuschauer so, spielte der Film weltweit doch ordentliche 276 Millionen Dollar ein.

Einziger Wermutstropfen: In einem Film, der ansonsten wirklich rundum nett ins 21. Jahrhundert gebracht wurde, sind die Frauenrollen in den 60-ern steckengeblieben: Es gibt das furienhafte Mannweib (Miss Grunion), die sanfte Mutter (Pennys Mum) und die schöne Zicke, die es nicht erträgt, wenn ihr mühsam auswendig gelerntes Wissen vom wahren Genius widerlegt wird (Penny).

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