Komposthaufen der Klischees

„Ostfriesisch für Anfänger“ kommt ins Heimkino

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Ausländische Fachkräfte im Integrationskurs erschüttern des Ostfriesen Uwe Hinrichs (Dieter Hallervorden) Buddelschiff-Basteleinsamkeit.

We say „Moin“: Bei Dieter Hallervorden und einer Handvoll ausländischer Fachkräfte geht's hinterm Deich bald ziemlich platt, bald sehr hintersinnig zu.

„Das also ist Ostfriesland“, stellt Vroni Lautenschläger, Beauftragte für die Integration ausländischer Fachkräfte, fest: Wie Schauspielerin Victoria Trauttmansdorff das Resümee über die Landschaft vor den Fenstern ihres Kleinbusses zwischen Entgeisterung und Verwunderung schweben lässt, ist gekonnt und kennzeichnet doch vor allem die simple Machart von „Ostfriesisch für Anfänger“ (2016). Die norddeutsche Provinz mit ihren steif rotierenden Windrädern und vom Deich starrenden Kühen wirkt erst dröge, dann steckt sie voller Überraschungen. Letztere sind in der seichten Komödie, die nach überschaubarem Leinwanderfolg ins Heimkino kommt, allerdings sehr bemüht hervorgezaubert.

Ausländische Fachkräfte anstelle von Flüchtlingen mit Leidensgeschichten in der Handlung zu haben, ist den Zwecken eines Lustspiels sicherlich angemessen. Doch entsteigen dem ins ostfriesische Dorf gelangten Kleinbus nur Stereotypen. Der muslimische Schiffsingenieur Abdullelah (David A. Hamade) betet fünfmal am Tag. Asiatin Liantang (Trang Le Hong) kriegt keinen R-Laut heraus. Die Russin Svetlana (Janina Elkin) stöckelt im schicken Sekretärinnen-Look daher und hält Deutschlands braune Vergangenheit für die Gegenwart.

Damit der eigentliche Star, Dieter Hallervorden als Uwe Hinrichs, zur Geltung kommt, muss die Geschichte einige Purzelbäume schlagen. Obwohl der Tankwart die „Utländer“ und ihre „We say 'Moin'“-radebrechenden deutschen Begleiter mit Gülle beschießt, geht ausgerechnet an ihn der Auftrag, den Neuankömmlingen Deutsch beizubringen. Als Gegenleistung soll er seinen alten Hof zurückbekommen. Den müssen die Schüler instandsetzen und erhalten zwischendurch Heimatkunde über „Meer! Wind! Bluomen!“

Dank des engagierten Einsatzes aller Darsteller und der sorgfältigen Regie von Gregory Kirchhoff blüht bis dahin auf dem Komposthaufen der Klischees die frohe Botschaft, dass wir alle voneinander lernen können. Immerhin! Vom Sprachcoach mit einem halb authentischen, halb künstlichen Ostfriesen-Platt ausgestattet, spielt Hallervorden die ganze Gefühls-Bandbreite des Witwers Hinrichs: der zuerst so abweisende Menschenfeind, der sich ganz langsam öffnet, bis er staunend anerkennt, dass auch Nicht-Ostfriesen ganz tolle Buddelschiffe basteln können.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

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