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Von Oscars und Parasiten: Das sind die DVD-Highlights der Woche

Geheimnisvoll: Der reiche Geschäftsmann Herr Park (Lee Sun-kyun) und seine Frau (Jo Yeo-jeong) wissen nicht alles über ihre neuen Dienstboten.
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Geheimnisvoll: Der reiche Geschäftsmann Herr Park (Lee Sun-kyun) und seine Frau (Jo Yeo-jeong) wissen nicht alles über ihre neuen Dienstboten.

„Parasite - Finde den Eindringling“, „Eine ganz heiße Nummer 2.0“, „Porträt einer jungen Frau in Flammen“: Das sind die DVD- und Blu-rays der Woche.

Als „Parasite - Finde den Eindringling“ in diesem Jahr den Oscar als „Bester Film“ gewann, war die Überraschung groß: Immerhin ist der südkoreanische Film unter der Regie von Bong Joon-ho der erste nicht-englischsprachige Titel, dem diese Ehre zuteil wurde. Die Tatsache, dass drei weitere Auszeichnungen („Bester fremdsprachiger Film“, „Beste Regie“ und „Bestes Originaldrehbuch“) dazukamen, machten das sozialkritische Werk des Filmemachers zum großen Abräumer der Preisverleihung. In dem Film stellt Joon-ho die Frage, ob das Zusammenleben von Arm und Reich im kapitalistischen System als symbiotische Beziehung möglich ist oder zwangsläufig zu parasitärem Verhalten und den damit verbundenen Kollisionen führen muss. Nun erscheint das packende Drama fürs Heimkino - ebenso wie „Eine ganz heiße Nummer 2.0“ und „Porträt einer jungen Frau in Flammen“.

„Parasite - Finde den Eindringling“ (VÖ: 05. März)

Eigentlich würden sich die Familien aus der Unter- und Oberschicht Südkoreas nie begegnen. Doch für den Sohn (Choi Woo-sik) der Kims bietet sich eine einmalige Chance: Er erhält über einen Freund den Job des Englisch-Nachhilfelehrers für die Tochter der neureichen Parks. Ein Job, der nicht nur sein Leben verändern wird, sondern auch das seiner Schwester (Park So-dam) und seiner Eltern (Song Kang-ho und Jang Hye-jin). Unglaublich, was fortan in der Villa der Parks passiert ... Selten erreicht ein sozialkritischer Film eine solche Hochspannung wie „Parasite“ und überzeugt gleichzeitig mit künstlerischem Hintersinn und meisterhafter Bildgestaltung, Doppeldeutigkeiten und dramaturgisch cleverer Gegenüberstellung der Räume. Den fantastischen Schauspielern und Regisseur Bong Joon-ho ist zu verdanken, dass sich die Reichen nicht wie eine Karikatur anfühlen.

Preis DVD: ca. 13 Euro

ROK, 2019, Regie: Bong Joon-ho, Laufzeit: 126 Minuten

„Eine ganz heiße Nummer 2.0“ (VÖ: 05. März)

Da schnelles Internet in Marienzell noch immer fehlt, verlassen mehr und mehr junge Familien das bayerische Provinzkaff. Grund zur Hoffnung bietet ein Tanzwettbewerb von Jorge González im Nachbarort: 10.000 Euro winken dem Gewinner. Lena (Rosalie Thomass) und ihre Freundinnen Maria (Bettina Mittendorfer) und Waltraud (Gisela Schneeberger) wollen ihr Glück versuchen. Mithilfe des engagierten Busfahrers Loisi (Tristan Seith) starten die „Highspeed Ladies“ in ihr Training und zur Mission Dorfrettung. Nach dem großen Kinoferfolg des 2011 erschienen Films „Eine ganz heiße Nummer“ fällt die Fortsetzung „Eine ganz heiße Nummer 2.0“ weitaus weniger originell aus. Die bemerkenswerte darstellerische Leistung der mittlerweile 71-jährigen Gisela Schneeberger tröstet darüber allerdings hinweg.

Preis DVD: ca. 14 Euro

D, 2019, Regie: Rainer Kaufmann, Laufzeit: 87 Minuten

„Porträt einer jungen Frau in Flammen“ (VÖ: 06. März)

Im Jahr 1770 erhält die junge Malerin Marianne (Noémie Marchant) einen ungewöhnlichen Auftrag: Sie soll die junge Adelige Héloïse (Adèle Haenel) porträtieren - gegen deren Willen. Das Gemälde soll einem Mann in Mailand Héloïse' Schönheit zeigen, auf dass er sie eheliche. So will es Mariannes Mutter (Valeria Golino). Auf einem Spaziergang soll Marianne ihr Modell studieren und anschließend zeichnen. Doch Héloïse durchschaut sie und die Beziehung zwischen den Frauen entwickelt sich anders als geplant. Célina Sciammas erzählt ihren in Cannes gefeierten Film „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ in kunstvollen, betörenden Bildern. Mal düster wie ein Rembrandt, dann wieder in lichten Farben wie bei Caspar David Friedrich. Neben Noémie Marchant und Adèle Haenel überzeugt auch Luàna Bajrami als fantastische Darstellerin.

Preis DVD: ca. 13 Euro

F, 2019, Regie: Céline Sciamma, Laufzeit: 117 Minuten

teleschau

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