Keine Angst vor dem Leben

Jetzt auf DVD: „Plötzlich Papa“ mit Omar Sy

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Ein tolles Gespann: Samuel (Omar Sy) mag sich ein Leben ohne Gloria (Gloria Colston) gar nicht mehr vorstellen.

Frankreichs Schauspielerstar Omar Sy avanciert in „Plötzlich Papa“ vom Playboy zum Vorzeige-Vater. Remake einer mexikanischen Tragikomödie mit lebensbejahender Botschaft.

Seit der grandiosen Komödie „Ziemlich beste Freunde“ ist Omar Sy ein Star - nicht nur in Frankreich, längst auch in Hollywood. Dort spielte er zuletzt etwa in „Inferno“ und „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“. In „Plötzlich Papa“ (2015), einer charmanten Vater-Tochter-Geschichte, hat der Franzose mit dem breiten Grinsen wieder eine Paraderolle: Im Remake der hinreißenden mexikanischen Komödie „No se aceptan devoluciones“ spielt Sy einen Vater, der jede Hürde mit Leichtigkeit nimmt. Nachdem der Film auch hierzulande recht erfolgreich im Kino lief, erscheint er auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

Samuel arbeitet in einem Strandclub an der Côte d'Azur und schippert reiche Touristen übers Meer. Mit Pünktlichkeit nimmt er es zwar nicht so genau, aber dem Charme des umtriebigen Singles kann kaum eine Frau widerstehen. Affären hat und hatte er viele, die sind allerdings schnell wieder vergessen.

Als die hübsche Kristin (Clémence Poésy) eines Tages vor ihm steht und ihm sein angebliches Baby in die Hand drückt, ändert sich Samuels Leben schlagartig. Er fliegt Kristin nach London hinterher, die ist dort aber unauffindbar. Ein paar Jahre später hat sich Samuel in London eingerichtet, arbeitet als Stuntman beim Film und ist in seiner Freizeit nur noch pflichtbewusster Vater, der sämtliche charakterlichen Defizite aufgeholt hat. Die kleine Gloria (Gloria Colston) hat ihn offenbar zu einem besseren Menschen gemacht. Doch dann, nach acht langen Jahren, taucht die Rabenmutter plötzlich auf mit dem Anspruch, ihre Tochter zu sehen.

Nach der ersten, überaus unbeschwerten Hälfte entwickelt sich die beschwingte Komödie zu einem Konfliktdrama. Nicht nur dass Kristin das Sorgerecht für ihre Tochter will: Die lebenslustige Gloria hat eine tödliche Krankheit, ihre Zeit ist begrenzt, weshalb ihr Papa das Sorgerecht auf keinen Fall abgeben will. Die Chancen, dass er Gloria behalten darf, stehen zunächst gut, doch dann nimmt die Geschichte unter dem Zwang der filmischen Dramaturgie eine weitere Wendung ...

Regisseur Hugo Gélin hat es mit „Plötzlich Papa“ sicherlich gut gemeint. Es sollte eine rührende Vater-Tochter-Geschichte werden, mit einer klaren Botschaft, die am Ende explizit verkündet wird: Schlimmer als die Angst vor dem Leben sei es, das Leben nicht gelebt zu haben. Es ist dem schwachen Drehbuch geschuldet, dass einen der Film nicht in dem Maße bewegt, wie er könnte. Als Ode an das Leben ist „Plötzlich Vater“ aber durchaus sehenswert.

tsch

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