17. Juni bis 2. Juli

ARD und ZDF übertragen den Confed Cup in Russland: „Nur“ ein Testlauf für die WM

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Für Bundestrainer Joachim Löw ist der Confed Cup mehr eine Pflichtaufgabe. „Fakt ist, dass er stattfindet“, sagt er über das Turnier in Russland.

Der Fußball rollt auch in diesem Jahr in der vermeintlichen Sommerpause. Das DFB-Team hat die Pflichtaufgabe Confed Cup zu erfüllen. Gleichzeitig findet die U21-Europameisterschaft in Polen statt. Von beiden Turnieren berichten ARD und ZDF.

Wie stets in den ungeraden Jahren: Nach Ende der Saison, dem DFB-Pokalfinale und dem Showdown in der Champions League, droht Fußball-Fans der Entzug. Die nächste Weltmeisterschaft kommt erst in einem Jahr, die letzte Europameisterschaft lief im vergangenen Sommer. Quasi als Lückenfüller steht nun wenigstens der FIFA Confederations Cup in Russland an (Samstag, 17. Juni, bis Sonntag, 2. Juli). Auch wenn der sportliche Wert dieses Turniers begrenzt ist: Immerhin spielt die deutsche Nationalmannschaft mit. Als amtierender Weltmeister ist sie dazu verpflichtet. „Am Ende hat keiner der Beteiligten Lust, sich zu blamieren“, glaubt Sebastian Kehl. Der Ex-Nationalspieler (31 Länderspiele) und frühere Kapitän von Borussia Dortmund ist für den Confed-Cup als Experte beim ZDF engagiert. Das Zweite und das Erste übertragen vom interkontinentalen Fußballturnier jeweils sechs Spiele live. Zudem wird parallel zum Konföderationen-Pokal die U-21-Europameisterschaft in Polen ausgetragen. Auch bei diesem Turnier (Sonntag, 18. Juni, bis Freitag, 30. Juni) sind Übertragungsteams der öffentlich-rechtlichen Sender vor Ort.

„Fakt ist, er findet statt“, sagte Joachim Löw. Gerade wurde der Bundestrainer zur Bedeutung des Confed Cups befragt. Leidenschaft und Ehrgeiz klingen anders. Doch als amtierender Weltmeister ist Deutschland zur Teilnahme verpflichtet. Hinzu kommen die sechs jeweiligen Kontinentalmeister der FIFA-Konföderationen. Für die UEFA ist das der amtierende Europameister Portugal. Auch der Ozeanienmeister Neuseeland spielt mit sowie Australien als Gewinner der letzten Asienmeisterschaft.

„Der Confed Cup ist für uns eine Zwischenstation, ein Warm-up für die Mission WM“, führte Löw weiter aus. Dementsprechend stellte er einen Nationalkader zusammen, der beim WM-Ernstfall in einem Jahr ganz sicher anders aussehen wird. Manuel Neuer ist nicht dabei, der erneut verletzte Marco Reus von Borussia Dortmund sowieso nicht. Sogar Mario Gomez vom Fast-Absteiger VfL Wolfsburg wollte lieber in den Urlaub. Vielspieler wie die Abwehr-Haudegen Mats Hummels und Jerôme Boateng von Bayern München erhalten die dringend benötigte Verschnaufpause.

Julian Draxler, Matthias Ginter und Shkodran Mustafi sind die einzig verbliebenen Weltmeister von 2014, die sich im Kader wiederfinden. Dazu nimmt Löw sechs Neulinge mit nach Russland. Darunter sind der Leipziger Diego Demme, Hertha-Verteidiger Marvin Plattenhardt und der Stoßstürmer Sandro Wagner von der TSG Hoffenheim.

„Bei diesem Test- und Perspektivturnier können junge Spieler und Neulinge auf sich aufmerksam machen“, erklärt Sebastian Kehl. Der Ex-Nationalspieler gibt für das ZDF während des Turniers den Experten neben Moderator Jochen Breyer. Und Kehl, der bei der Euro in Frankreich letztes Jahr sein Experten-Debüt gab, könnte selbst auf sich aufmerksam machen. Denn: Im Zweiten war bislang bei den großen Turnieren Oliver Kahn als Cheferklärer gesetzt. Wie all die Wagners, Plattenhardts und Demmes hat somit auch Kehl die Chance, sich unverzichtbar zu machen. Fürs Erste ist hingegen das bewärte Doppel Matthias Opdenhövel / Mehmet Scholl im Einsatz.

Insgesamt sind im Zweiten sechs Live-Spiele aus Russland zu sehen. Darunter sind die Partien des DFB-Teams gegen Australien (Montag, 19. Juni, 16.15 Uhr) und gegen Afrika-Meister Kamerun (Sonntag, 25. Juni, 16.30 Uhr). Auch das Spiel um Platz drei und das Finale sind (beides: Sonntag, 2. Juli) sind im ZDF zu sehen. In der ARD hingegen laufen unter anderem das Deutschland-Spiel gegen Chile (Donnerstag, 22. Juni, 19.30 Uhr) sowie die beiden Halbfinals am Mittwoch, 28. Juni, und Donnerstag, 29. Juni, jeweils 18.50 Uhr.

Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen in einer erneuten und durchaus bewährten Zusammenarbeit bei großen Turnieren den Confed Cup auch dazu nutzen, einen zentralen Produktionsort in Deutschland zu testen. Die redaktionelle und technische Basis der Sendungen wird für ARD und ZDF deshalb in einem Studio beim SWR in Baden-Baden liegen. Dort können vorhandene und gemeinsame Ressourcen optimal verknüpft werden, heißt es.

Als zusätzliche Herausforderung steht immerhin auch noch die U21-Europameisterschaft auf dem Programm. Diese findet parallel zum Confed Cup in Polen statt. ARD und ZDF übertragen die Spiele der DFB-Auswahl sowie ein mögliches Halbfinale und Finale mit deutscher Beteiligung.

Anders als beim Confed Cup mit den Außenseitern Australien, Neuseeland und Mexiko als Meister Nord- und Mittelamerika / Karibik ist die U21-EM deutlich namhafter besetzt. Die Auswahl von Trainer Stefan Kuntz muss sich in der Gruppenphase mit Tschechien (Sonntag, 18. Juni, 17.45 Uhr, ZDF), Dänemark (Mittwoch, 21. Juni, 20.15 Uhr, ZDF) und Italien (Samstag, 24. Juni, 20.15 Uhr, ARD) messen.

tsch

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