François, der Geizkragen

„Nichts zu verschenken“: François, der Geizkragen kommt auf DVD und CO.

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François (Dany Boon), von dem seine Tochter Laura (Noémie Schmidt) annimmt, er kümmere sich um mexikanische Waisenkinder, wird auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung um ein paar Worte gebeten.

Regisseur Fred Cavayé geizt in seiner ersten Komödie „Nichts zu verschenken“ leider mit guten Gags und glaubwürdiger Figurenzeichnung.

Die Bezeichnung Sparfuchs wäre im Fall von François Gautier eine glatte Untertreibung: Der Orchestermusiker und Geigenlehrer würzt sein Essen mit Umsonst-Ketchup-Tütchen, spart an Licht, am Busgeld und den Telefonkosten und benutzt abgelaufene Kondome, wenn er in die Verlegenheit kommt. Da werden Erinnerungen an Louis de Funès und seinen berühmten „Geizkragen“ wach. Doch kann „Nichts zu verschenken“ (2016, nun erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand), die erste Komödie des Franzosen Fred Cavayé, mit dem Klassiker mithalten?

Leider ist Cavayés Variante über weite Strecken nicht besonders witzig. Bestenfalls albern gerät der Film über einen unsympathischen Sparfuchs, was recht verwunderlich ist, denn mit Dany Boon („Willkommen bei den Sch'tis“), wusste der Komödienfrischling Cavayé doch eine der talentiertesten Spaßkanonen Frankreichs an seiner Seite.

Der Grund für François' notorischen Sparzwang: In einer Rückblende beschwört François' baldige Mutter den ungeborenen Sohn, nicht so ein Verschwender zu werden wie sein Vater. Der Wunsch der Mutter war François ein Befehl, er spart an allen Ecken und Enden, selbst im Zwischenmenschlichen: Sein einziger Freund - und zugleich der beste Drehbucheinfall des Films - ist sein Bankberater (Christophe Favre), bei dem er sich regelmäßig therapeutischen Rat holt.

So steht der unsympathische Hauptcharakter vor einem echten Problem, als sich die neue, etwas naive Cellistin Valérie (Laurence Arné) in ihn verguckt. Da sie auch ihm gefällt, müsste der Geizhals sie eigentlich zum Essen einladen. Also überlegt er sich einen zutiefst albernen Plan, wie er die unvermeidlichen Kosten meiden kann. Beinahe zeitgleich taucht auch noch François' zuckersüße Teenager-Tochter Laura (Noémie Schmidt), von der der nachlässige Verhüter bislang noch nichts wusste, bei ihm auf. Sie will während ihrer Praktikumszeit auch noch bei ihm wohnen, sprich: auch warm duschen und das Licht benutzen.

Wer Post-it-Zettel auf denen „Nicht am Geländer festhalten, nutzt sich ab“ witzig findet, kommt hier voll auf seine Kosten. In sketchartigen Szenen bewegt sich der Film auf die unvermeidliche emotionalen Wandlung zu, die François bewältigen muss, will er die zwei neuen Frauen in seinem Leben halten. Warum die überhaupt Teil seines Lebens sein wollen, können die Drehbuchautoren leider nicht schlüssig erklären, sie versuchen es auch nicht wirklich. Unterm Strich bleibt „Nichts zu verschenken“ leider ein Film, den man sich getrost sparen kann.

teleschau

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