Neue Runde im Gebührenstreit: Filmschaffende kritisieren Sender

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Die Deutsche Akademie für Fernsehen in Köln kritisiert den Umgang der öffentlich-rechtlichen Sender mit den Geldern aus der Rundfunkabgabe.

Weiter Streit ums Gebührengeld: Gegen aktuelle Planungen, die Rundfunkabgabe zur die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender zu senken, wächst Widerstand.

In einer aktuellen Stellungnahme warnt die Deutschen Akademie für Fernsehen e.V. davor, dass so die Programmqualität und damit die Attraktivität des deutschen Fernsehens leiden könnten. Auslöser für die neue Diskussion ums Geld ist eine Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF), die sich für eine Absenkung der Rundfunkabgabe ausspricht. Vorgesehen ist demnach, dass die monatliche "Haushaltsabgabe" ab dem Jahr 2017 um 29 Cent auf 17,21 Euro sinken könnte. Die Deutsche Akademie für Fernsehen kritisiert aber, dass Sender wie ARD und ZDF die erhobenen Fernsehgelder zunehmend intern umschichten und etwa Finanzmittel, die für die Herstellungen von Programmen bewilligt wurden, "in nicht unbeträchtlicher Höhe zur Deckung anderer Kosten innerhalb der Sender" zweckentfremden würden. Tatsächlich sehen sich die Sender mit steigenden Rückstellungen etwa für die Altersabsicherung ihrer Mitarbeiter konfrontiert. Gleichzeitig würden aber von den Sendern - so die Argumentation der Deutschen Akademie für Fernsehen - "unterkalkulierte Budgets" bei der KEF angemeldet - für Programme, die extern bei freien Urhebern und unabhängigen Produzenten in Auftrag gegeben werden. Oft bleiben die Kreativen auf den Mehrkosten sitzen - in einer Form von "fast institutioneller Selbstausbeutung", so der Vorwurf. Deswegen macht sich die Akademie unter anderem für strengere Kontrollmechanismen der KEF stark. Die Sender müssten zudem gegenüber der Öffentlichkeit die Verwendung der Rundfunkabgabe "transparent und nachvollziehbar" machen. "Dies alles ist machbar, ohne die Rundfunkabgabe zu erhöhen, wird aber scheitern, wenn die Rundfunkabgabe weiter gesenkt wird", heißt es bei der Deutschen Akademie für Fernsehen. Sie vertritt rund 700 Fernsehschaffende aller Gewerke und verleiht auch den Deutschen Fernsehpreis.

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