Ab 3. August im BR-Dritten

Neue Doku-Reihe „Wer zieht ein?“ castet WG-Bewohner 

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Julia Mareis sucht eine neue Mitbewohnerin für ihre Wohnung.

Junges Fernsehen, nah an der Zielgruppe: Die sechsteilige BR-Reihe „Wer zieht ein?“ nimmt die Zuschauer mit auf die Suche nach neuen WG-Mitbewohnern.

Ein Filmemacher auf WG-Suche: Jonas Gernstl sucht auf dem Wohnungs-Portal „wg-gesucht.de“ fünf verschiedene Wohngemeinschaften in ganz Bayern. „Je ausgefallener, desto besser“, heißt es in der Anzeige: „Alleinerziehende Eltern, Polizisten, Pfarrer, Künstler, Visionäre, Musiker, Studenten und alternative Lebensformen“ seien besonders willkommen. Der Sohn von Franz-Xaver Gernstl, sucht keine neue Bleibe für sich, sondern er tritt in die Fußstapfen seines Vaters und drehte eine Doku-Reihe. Das BR-Fernsehen zeigt die sechsteilige Suche nach Mitbewohnern unter dem Titel „Wer zieht ein?“ ab Donnerstag, 3. August, 22.00 Uhr. Die Idee hinter dem ungewöhnlichen Konzept liegt auf der Hand: Das ist junges Fernsehen, ganz nah dran am Alltag der Zielgruppe.

Das Thema der kleinen Sozialstudie ist brandaktuell: Gerade in Großstädten werden vor allem junge Menschen immer öfter dazu gezwungen, sich Wohnraum aufgrund der hohen Kosten zu teilen. Das Format ist aber keineswegs eine Informationssendung, sondern Unterhaltung, vieles erinnert an ein TV-Casting. Und immerhin geht es um etwas: Der Regisseur versichert den Interessenten auch auf „wg-gesucht.de“, dass es 1.000 Euro für die WG-Kasse gibt. Fraglos auch ein Antrieb für die ein oder andere Gemeinschaft, um sich zu bewerben.

Egal ob eine eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer, bei der Besichtigung quetscht man sich mit zahlreichen anderen Bewerbern auf engstem Raum zusammen, lobt und plaudert, damit man am Ende die Zusage bekommt. Doch auch die Suchenden der anderen Seite haben es nicht einfach: Der neue Mitbewohner muss charakterlich passen, sollte die gleiche Vorstellung von Sauberkeit, Ruhe und Privatsphäre haben. Nicht nur in Münchens City ist Wohnungssuche ein schwieriges - und teures - Thema, selbst 40 Autominuten von der bayerischen Hauptstadt entfernt, in Feldkirchen-Westerham, gelten ähnliche Regeln.

Hier wohnt Julia mit ihrem Vater auf einem idyllischen Bauernhof - mehr als Natur ist hier allerdings kaum geboten. Die Wohnung ist groß, die Mieten für die zwei Zimmer liegen jeweils bei etwa 360 Euro. Aus 20g Bewerbern sucht Julia fünf aus, die sie einlädt. Sie weiß genau, was sie sucht: ordentlich sollten sie auf jeden Fall sein und auch Julias Leidenschaft in der Natur zu sein spielt eine Rolle, denn „es ist total schön, wenn man das mit jemandem teilen kann“, meint die Tierliebhaberin.

Die Kamera begleitet die kurze Führung durch die Wohnung, aber viel mehr geht es in einem TV-Format wie diesem natürlich um die Interaktion, die Gespräche. Immer wieder geben die Beteiligten nach der Besichtigung Meinungen und Eindrücke zum Besten. Er sei „außergewöhnlich und eine Mischung aus extrovertiert und introvertiert“, beschreibt Julias Freundin Christine den Astro-Physiker Michael, mit dem die zwei Mädchen scheinbar gar nicht warm werden. Hier entscheidet kein Können, hier geht es um Sympathien. Die nächste Bewerberin möchte gerne ihr Pony mit auf den Hof bringen - normale Wohnungssuche geht anders.

Autor Jonas Gernstl setzt auf die „Echtheit“ der Personen und baut seine Serie wie eine Mini-Castingshow auf. Statt großem Spannungsaufbau liegt der Fokus darauf, die Charaktere, Erwartungen und Schwierigkeiten bei einem Prozess, den viele junge Menschen selbst sehr gut kennen, zu zeigen.

Die Suche nach dem perfekten Mitbewohner führt Gernstls Team in den folgenden Wochen durch ganz Bayern: In Fürth sucht Künstlerin Anja, die mit ihrer Tochter und einer indischen Mitbewohnerin zusammenlebt, ein weiteres Mitglied für den Haushalt, in Bayreuth sollte der oder die Neue sich gut in die etwa elfköpfige WG eingliedern und in Augsburg ist ein Studentenzimmer frei.

teleschau

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