“Wetter extrem“

Aufrüttelnde Reportage: NDR zeigt die Folgen unseres schädlichen Verhaltens - mit Gänsehaut-Effekt

+
NDR-Klimadoku über Norddeutschland verängstigt Zuschauer. 

Eine Bestandsaufnahme mit Gänsehaut-Effekt: Eine NDR-Reportagereihe zeigt aufrüttelnde Bilder des Klimawandels, die uns schon heute in Deutschland heimsuchen.

Hamburg - Lange hat NDR-Reporter Philipp Abresch über Klimakatastrophen in Asien berichtet. Aufrüttelnde Bilder erreichen uns immer wieder von nah und fern. Nun hat sich der Journalist im Rahmen der Reportagereihe „Wetter extrem“ gefragt, welche Auswirkungen des Klimawandels bei uns, explizit in Norddeutschland, angekommen sind und macht sich mit einem Elektroroller auf den Weg. Herausgekommen sind aufrüttelnde Geschichten, die ein ungutes Gefühl hinterlassen. 

Klimawandel in Deutschland: Es gibt einige Betroffene

Auch wenn der Klimawandel viele noch nicht in ihrem alltäglichen Leben erreicht haben dürfte, zeigt die Reportage gerade die Gebiete und Menschen, die schon aktuell mit desaströsen Auswirkungen des wechselhaften Klimas leben müssen. Die Bilder zeigen dabei ganz unterschiedliche Extreme: Von vertrockneten Deichen über Schäden durch verheerende Sturmfluten - die Leiden der Betroffenen können ganz unterschiedlich ausfallen. Nur die Extreme haben sie gemeinsam.

NDR-Doku zeigt leidende Landwirte: „Man wacht schon nachts auf: Wie soll es weitergehen?“

Gerade Landwirte spüren bereits jetzt die starken Einbußen, die der Klimawandel unter anderem mit sich bringt. Abresch besucht einen Nutztierhalter, der wegen anhaltender Dürre im vorhergehenden Sommer stark zufüttern musste und sogar Tiere vorzeitig auf die Schlachtbank schickte oder vor Schlachtreife verkaufte, weil sie unter diesen Bedingungen nicht mehr genug Milch produzieren konnten. „Ich musste im Hitzesommer 2018 mit den Wintervorräten zufüttern, das hat es noch nie gegeben“, erzählt der betroffene Landwirt Nico Nommsen. „Aber irgendwann ist immer alles das erste Mal.“ Wie die Kühe aber den Winter überleben sollten, wusste er damals nicht: „Man wacht schon nachts auf: Wie soll es weitergehen und so? Da macht man sich große Sorgen, das ist einfach so.“ 

Im Herbst letzten Jahres kam zwar glücklicherweise der Regen, langfristig bleiben bei Nommsen aber die Ängste rund um den Klimawandel - denn auch 2019 wurde Deutschland von einem Hitzesommer heimgesucht. Ob sein Sohn, der auch Landwirt werden möchte, in der Branche und seiner Heimat eine Zukunft hat, weiß er nicht. Im gleichen Moment bedroht nicht nur Dürre den Hof, sondern auch Wasser. Denn die Insel Pellworm, auf der Nommsen lebt, liegt unter Meeresspiegel und ist damit auch den möglicherweise fatalen Folgen eines ansteigenden Wasserniveaus ausgesetzt.

Ansteigender Meeresspiegel zentrales Thema in NDR-Klimadoku

In der NDR-Doku dreht sich alles um das Wechselspiel „zwischen Sturmflut und Dürre“, wie der Titel bereits verrät. Vor allem Norddeutschland wäre in einigen Teilen durch einen ansteigenden Meeresspiegel bedroht. Mit weiteren Beispielen aus Landwirtschaft und Stimmen aus Wissenschaft und Politik arbeitet die Reportage diese Problematik auf. Damit hinterlässt sie wohl bei vielen ein ungutes Gefühl - denn hier wird sichtbar, wie viele Einzel- und Familienschicksale an solchen Veränderungen der Natur hängen. Für sie ist der Klimawandel real und ändert schon jetzt die Lebensumstände und Zukunftsaussichten. 

Die erste Folge der „Wetter extrem“-Reportage kann in der ARD-Mediathek abgerufen werden, der zweite Teil „Hitzewellen und Wassermassen“ wird am 6.9. und der dritte Teil „Weinanbau statt Heringsfang“ am 13.9. um je 21.15 Uhr ausgestrahlt.

ndr/jw

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare