Neue Serie: „Devs“

Morgen sind wir klüger: „Devs“ ist die faszinierendste SciFi-Serie des Jahres

Lily (Sonoya Mizuno) will den Tod ihres Freundes aufklären und gerät zwischen Fronten aus Qbits und Paranoia.
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Lily (Sonoya Mizuno) will den Tod ihres Freundes aufklären und gerät zwischen Fronten aus Qbits und Paranoia.

Bis das Gehirn qualmt: Still und leise stellt „Devs“, die faszinierendste SciFi-Serie des Jahres, die Welt, wie wir sie kennen, auf den Kopf.

Die Künstliche Intelligenz, immerhin das aktuelle Top-Thema der technischen Entwicklung, spielt in „Devs“ auch eine Rolle. Aber nur kurz, nach zehn Minuten, ist sie schon ad acta gelegt. In der achtteiligen Miniserie geht es ab 19. August (mittwochs, 21 Uhr) bei Fox um mehr - um Determinismus, Quantencomputer, Deus ex machina und die Frage aller Frage: Haben Menschheit und Technologie eine gemeinsame Zukunft?

Die Frage würde KI-Experte Sergei (Karl Glusman) wohl bejahen: Der junge Mann wird von seinem Arbeitgeber Amaya, einem bedrohlichen Google-Apple-Mix, in eine geheime Forschungsabteilung befördert. Der Computercode, den er dort sieht, übersteigt seine Vorstellungskraft. Kurze Zeit später ist er tot, und seine Freundin Lily (Sonoya Mizuno) stößt bei Nachforschungen auf allerlei Fehler im System.

„Devs“ stammt aus der Feder und wurde inszeniert von Alexander Garland: Der Regisseur („Ex Machina“, „Auslöschung“) und Autor („The Beach“, „Sunshine“) interpretiert das Genre Science Fiction, wie so oft, ein bisschen umfassender als andere. Der Brite verpackt seine abstrakten und gewagten Theorien und Visionen gleichwohl in einen spannenden Mysterythriller, der sich um Paranoia, Spionage und enttäuschte Liebe dreht und seine innersten Geheimnisse erst nach und nach freigibt.

Dekonstruktion der Existenz

Was genau es war, das Sergei in der „Devs“-Abteilung so schockierte, bleibt lange ein Rätsel. Auch warum Forest (Nick Offerman), der mysteriöse Gründer und Chef von Amaya, eine baumhohe Kleinkind-Statue auf das Firmengelände herunterblicken lässt, erschließt sich erst nach einiger Zeit. Doch irgendwann wird vieles klarer in der durchdachten Dystopie, die stilsicher und mit bewussten Brüchen angelegt ist.

Garland pflegt in „Devs“ die leisen Töne und ruhigen Bilder, die langsame Erzählweise hebt sich merklich von der hektischen Effekthascherei der meisten Serien ab. Wichtiger aber: Sie lässt genug Raum für die spannenden Denkaufgaben, mit denen man sich zwangsläufig beschäftigt, während man der Dekonstruktion eines der Grundprinzipien der menschlichen Existenz beiwohnt.

teleschau

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