„Gute Gene und eine gute Frau“

Michael Douglas wird 75 Jahre alt

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Einer der ganz Großen: Am 75. September wird Michael Douglas 75 Jahre alt.

Er gewann zweimal den Oscar, überlebte eine Krebserkrankung und besiegte seine Drogensucht. Geholfen haben ihm dabei gute Gene - und eine gute Frau. Jetzt wird Michael Douglas 75.

Die Fußstapfen, in die Michael Douglas Ende der 60er-Jahre trat, waren gewaltig. Sein Vater Kirk, heute stolze 102 Jahre alt, war damals dank Filmen wie „Spartacus“ bereits eine lebende Legende. Jetzt wollte es Sohn Michael auch wissen. Eine kleine Rolle an der Seite seines Vaters hatte er schon 1966 gehabt, im Kriegsfilm „Der Schatten des Giganten“. Sein Name aber wurde im Abspann noch nicht erwähnt. Es dauerte noch ein wenig, bis 1972, dann stand auch Michael auf einmal im Rampenlicht: Die Krimiserie „Die Straßen von San Francisco“ machte sein Gesicht rasch weltbekannt, Ruhm als ernst zu nehmendem Charakterdarsteller brachten sie ihm allerdings kaum ein. Doch es war ein erster Schritt - raus aus dem übermächtigen Schatten des Vaters. Heute gilt der Schauspieler, der am 25. September 75 Jahre alt wird, längst selbst als Legende.

„Kirk und ich vergleichen inzwischen unser Schaffen“, erzählte Michael Douglas vor rund einem Jahr im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. „Ich glaube, wenn man uns zusammenzählt, haben wir über 160 Filme in 80 bis 85 Jahren gemacht.“

Erst eine Weile nach dem ersten kommerziellen Erfolg mit „Die Straßen von San Francisco“ kam für Michael Douglas die künstlerische Anerkennung. „Das China Syndrom“ (1979), in dem er auf beindruckende Art den Kampf gegen die Atom-Mafia beschreibt, wurde zu einem ersten Kassenschlager, der zeigte, dass Michael Douglas mehr als nur der Sohn eines berühmten Vaters war. Die Lorbeeren der Filmkritiker erntete er vor allem dann, wenn er als Schauspieler Rollen mit unangenehmen Charaktereigenschaften verkörpern durfte.

In „A Chorus Line“ (1985) spielte er einen despotischen Choreografen, „Falling Down - Ein ganz normaler Tag“ zeigte acht Jahre später, was passiert, wenn solche innere Unkontrolliertheit in Wahnsinn umschlägt. Geschlechterkämpfe trug er in „Eine verhängnisvolle Affäre“ (1987), „Der Rosenkrieg“ (1989) und „Enthüllung“ (1994) aus. 1992 sorgten der Mann mit der markanten Grübchen-Kinnpartie und Sharon Stone mit „Basic Instinct“ weltweit für Furore, 2013 spielte er den extrovertierten Entertainer Liberace. Seine vielleicht bekanntes Rolle aber bliebt die des Gordon Gekko in Oliver Stones „Wall Street“ - als skrupelloser Börsenspekulant gewann er 1988 einen Oscar. Es war sein zweiter: Schon 1975 wurde Douglas mit dem Academy Award für den besten Film ausgezeichnet - er hatte den Erfolgsfilm „Einer flog übers Kuckucksnest“ produziert.

„Ich bin immer realistisch“

Seinen Stil hat Michael Douglas keiner übertriebenen Filmliebhaberei zu verdanken. Er selbst gehe eher selten ins Kino, lieber zu sportlichen Großereignissen, erzählte er einmal. Bei aller Vielseitigkeit seiner Rollen ist es Douglas gelungen, jedem seiner Filme seinen Stempel aufzudrücken - selbst in den letzten Jahren, als er in Superheldenspektakeln wie „Ant-Man“ (2015) und zuletzt in „Avengers: Endgame“ Rollen übernahm. Rollen übrigens, die er selbst nicht wirklich verstanden hat, wie er zugibt: „Aber Schauspielen ist lügen. Schauspielen ist, Sie davon zu überzeugen, dass ich die Wahrheit sage.“

Das Schauspielen, es liegt offenbar in den Genen der Familie Douglas. „Ich bin stolz zu sagen, dass alle meine drei Kinder Schauspieler werden wollen“, verriet Douglas im teleschau-Interview. „Cameron ist es bereits. Dylan und Carys arbeiten an ihrer Karriere. Und auch meine Nichte verfolgt diesen Plan. Es kommen also noch vier weitere Douglas' auf die Welt zu!“

Es war jedoch nicht nur die Schauspielerei, mit der Michael Douglas Schlagzeilen machte. Anfang der 90er-Jahre kämpfte er gegen seine Alkohol- und Drogensucht, auch von einer angeblichen Sexsucht wurde berichtet. Für Aufsehen sorgte auch die Scheidung von seiner ersten Frau Diandra Luker, die ihn 45 Millionen US-Dollar gekostet haben soll. Und Sohn Cameron, aus erster Ehe, saß sieben Jahre wegen Drogendelikten im Gefängnis.

Seit 19 Jahren ist Michael Douglas wieder verheiratet, mit der Schauspielerin Catherine Zeta-Jones. Auch sie kam am 25. September zur Welt - allerdings 25 Jahre nach ihrem Mann. In „Traffic - Macht des Kartels“ standen beide damals, im Jahr 2000, gemeinsam vor der Kamera, kennengelernt hatten sie sich schon zwei Jahre zuvor.

2010 machte Douglas sein Mundhöhlenkarzinom öffentlich. „Ich bin immer realistisch“, sagte er letztes Jahr der teleschau. „Ich hatte Krebs im vierten Stadium. Während meiner Erkrankung sind zwei meiner guten Freunde verstorben.“ Heute ist er krebsfrei. „Ich fühle mich gut und lasse mich immer durchchecken“, so Douglas. „Man kann sagen, dass ich gute Gene habe. Und eine gute Frau!“

teleschau

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