„Schw31ns7eiger: Memories - Von Anfang bis Legende“

„Mehr kannst du nicht erreichen“: So gut ist Til Schweigers Schweinsteiger-Doku

Bastian Schweinsteiger hat in seiner Karriere als Fußballer so gut wie alles gewonnen. Nun bekommt er (s)einen eigenen Film.
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Bastian Schweinsteiger hat in seiner Karriere als Fußballer so gut wie alles gewonnen. Nun bekommt er (s)einen eigenen Film.

Der Film „Schw31ns7eiger: Memories - Von Anfang bis Legende“ ist ab Freitag, 5. Juni, bei Prime Video abrufbar. Die Doku zeigt den sportlichen wie auch den privaten Werdegang des deutschen WM-Helden von 2014. Es heißt, der „Schweini“ sei vom „Kind“ zum „Krieger“ gereift. Produziert wurde das Amazon Original von Til Schweigers Barefoot Films.

Wie das bei Klassentreffen oder in bierseliger Runde ehemaliger Verbündeter innerhalb eines Sportvereins eben so ist: Sie schwelgen gerne in Erinnerungen. Bastian Schweinsteiger macht da keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil! „Ich habe immer gesagt, das Wichtigste, das man haben kann, sind Erinnerungen. Ich will irgendwann zu Hause sitzen mit meiner Familie und über Erinnerungen sprechen.“ - So eröffnet er den Film „Schw31ns7eiger: Memories - Von Anfang bis Legende“. Til Schweigers Produktionsfirma Barefoot Films unter der Regie von Robert Bohrer hat das knapp zweistündige filmische „Denkmal“ über den Weltmeister von 2014 und einen der erfolgreichsten Fußballspieler der jüngeren Vergangenheit umgesetzt. Ab Freitag, 5. Juni, ist die Dokumentation exklusiv bei Amazon Prime Video abrufbar. Und sie sollte nicht nur Fußball-, FC-Bayern-, oder Schweinsteiger-Fans insbesondere bewegen.

Natürlich kann ein Sportlerporträt auf die mehr oder weniger chronologische Auflistung der wichtigsten Karriere-Stationen nicht verzichten. Das „Amazon Original“ zeigt daher schnell Aufnahmen von Schweinsteigers Kicker-Anfängen als dreijähriger Knirps beim FV Oberaudorf auf kaum gemähten Wiesen im tiefsten Oberbayern. Oder als talentierten Skifahrer, der mit Gummibärchen gelockt werden musste. „Bastis Vater Fred hat so gut wie alles dokumentiert“, erzählt Felix Neureuther. Das Ski-Ass aus Garmisch-Partenkirchen und den Schweinsteiger aus Oberaudorf verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft. Beide haben sich bereits als Kinder auf der Piste duelliert. Der Ski-Weltmeister muss sogar zugeben, dass der spätere Fußball-Weltmeister manchmal schneller gewesen war.

Ein „Kind“ und „Schauspieler“

Schweinsteiger wurde achtmal Deutscher Meister, siebenmal gewann er den DFB-Pokal. Zudem holte er den Champions-League-Titel und zur Krönung noch den Weltmeisterpokal. Dabei sah es zunächst gar nicht danach aus, dass der Junge aus den oberbayerischen Bergen überhaupt eine derartige Laufbahn hinlegen könnte. Hermann Gerland, ehemals hartnäckiger Bundesligaverteidiger und -Trainer sowie seit Jahrzehnten notorischer Talente-Entdecker beim FC Bayern, erinnert sich: „Basti hatte Mängel. Mängel in der Schnelligkeit, sein kreatives Spiel war übertrieben. Er ist zu viel mit dem Ball gelaufen. Da war nicht zu erkennen, dass er so eine Karriere macht. Wenn das einer erzählt, der lügt.“

Diese Aussagen ehemaliger Wegbegleiter Schweinsteigers wie eben Gerlands aber auch großer Namen wie Michael Ballack, Karl-Heinz Rummenigge, Louis van Gaal, Jupp Heynckes oder Oliver Kahn machen das Porträt aus rein sportlicher Sicht intensiv. Kahn beispielsweise erinnert sich, dass er „den Basti“ als ein „Kind“ kennengelernt hätte. „Er durfte mir nicht besonders auf die Nerven gehen“, berichtet der „Titan“.

Originalaufnahmen zeigen, dass auch Uli Hoeneß von einem jungen Schweinsteiger genervt war. Als er im Februar 2003 sein erstes Tor für die Profimannschaft des FC Bayern erzielte, jubelte der damals 18-Jährige übermäßig auffällig mit einem „Haarband“. Der Bayern-Boss damals erzürnt im TV: „So einen Schmarrn braucht er nicht wieder machen. Der soll Fußball spielen und keinen auf Schauspieler.“

Film als „Herzensangelegenheit“

Ein Schweinsteiger mit seinen 35 Jahren und eindeutig ergrauten Haaren lacht heute über derartige Anekdoten. Er gibt zu, dass er bei einigen seiner Frisuren in jungen Jahren doch wohl Fehler gemacht hätte. Derweil sitzt er neben seiner Frau Ana Ivanovi?, der ehemaligen Weltranglistenersten im Tennis aus Serbien. Beide sind seit Juli 2016 miteinander verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder.

Beim Tennis schlägt Ivanovi? ihren Mann immer noch spielend. Auch wenn sie ihm pro Spiel einen 30:0-Vorsprung schenkt. Anders als Schweinsteiger wirkt sie im Film jedoch unnahbar. Der „Schweini“ erscheint dagegen anders. Eine frühe Zusammenkunft des Fußballspielers mit Til Schweiger belegt das. Schweiger, der als Produzent den „Schweinsteiger-Film“ als „Herzensangelegenheit“ bezeichnet, erinnert sich an eine erste Begegnung mit dem damaligen Bayern-Spieler: „Er hat uns rund drei Stunden durch das Geländer der Säbener Straße geführt. Und egal, in wen der Basti reingelaufen ist, ob das nun der Hoeneß war oder ob das eine Reinigungskraft war, alle haben sich gefreut.“

„Langjährige Freundschaft“

„Ich hätte diesen Film nur mit Til gemacht“, sagt Schweinsteiger. Nach seiner Aussage verbinde beide eine langjährige Freundschaft. Tatsächlich belegen das auch die Aufnahmen. Als Schweiger und Schweinsteiger sich in Berlin treffen, ist kein Bodyguard dabei. Beide essen ungezwungen Nudeln. Schweiger gibt dabei einiges von sich Preis: „In der Bezirksliga in der A-Jugend habe ich in der letzten Minuten einen Elfmeter geschossen. Es stand 1:0 für den Gegner im Halbfinale im Pokal. Ich habe an den Pfosten geschossen. Danach ging's mir Monate schlecht.“

Dieser Übergang ist freilich perfekt gewählt. Es folgen die Aufnahmen, wie Schweinsteiger den Ball an den Pfosten donnert bei einem Elfmeterschießen. Und das ausgerechnet im Endspiel der Champions League, beim „Finale dahoam“ 2012 in München. Der FC Bayern verlor gegen den FC Chelsea. Schweinsteiger hat vergeigt. Er war damals der letzte und entscheidende Schütze seines Teams gewesen.

„300 bis 400 Millionen Menschen haben dir beim Versagen zugeschaut. Und ich habe mich gefragt, kommt er da jetzt noch einmal raus“, hatte Oliver Kahn sich damals daraufhin gefragt. Ausgerechnet der „Titan“ gibt zu, dass er an Schweinsteiger nicht mehr unbedingt geglaubt hätte. Doch es kam anders. Champions-League-Titel 2013, Weltmeister-Triumph 2014 in Brasilien. Kahn nahezu fassungslos: „Bastian hat es geschafft, mit seiner gewissen Unbeschwertheit alles im Fußball zu erreichen. Und er ist sich dabei immer treu geblieben. Mehr kannst du nicht erreichen!“

teleschau

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