Mit FSK-18-Siegel

Die zweite Staffel „Marvel's Daredevil“ gibt‘s jetzt fürs Heimkino

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Düster geht es zu in „Daredevil“ - auch in der Kirche.

FSK-18-Unterhaltung aus dem Hause Disney: „Marvel's Daredevil“ zieht ein zweites Mal alleine durch New York und verhandelt die Idee vom „guten Verbrechen“.

Die Teaser im Netz häufen sich, die Fans scharren ohnehin längst mit den Hufen: Im Sommer wird Daredevil bei Netflix endlich auf Jessica Jones, Luke Cage und Iron Fist treffen, um in der Super-Superheldenserie „The Defenders“ gemeinschaftlich gegen das Böse in New York zu kämpfen. Wer kein Netflix-Abo hat, muss sich zunächst mit dem zweiten Solo-Auftritt von „Marvel's Daredevil“ begnügen, der nun in verschiedenen Heimkino-Ausführungen erscheint. Auch mit der zweiten Staffel sticht die Serie deutlich aus der Masse an Comic-Verfilmungen heraus, was schon ein Blick auf die Cover der DVD, der Blu-ray oder des limitierten Steelbooks andeutet.

Dass ein Produkt aus dem Hause des Marvel-Eigentümers Disney mit einem FSK-18-Siegel versehen wird, kommt extrem selten vor. Bei „Daredevil“, insbesondere bei dieser zweiten Staffel, ist dies jedoch berechtigt. Nachdem bereits die furiose Auftaktseason demonstrierte, wie Comic-Unterhaltung für Erwachsene geht, trifft Marvels blinder Held (Charlie Cox) in einem weiteren stockfinsteren Serien-Highlight auf den Punisher. Jon Bernthal spielt den Bestrafer mit Militärvergangenheit, der ein großer Verfechter der Selbstjustiz ist und die Ganoven von New York in hinrichtungsartigen Szenen reihenweise niedermetzelt.

Die ebenso brutale wie effiziente Killermaschine wird dann auch bald von Daredevil gestellt, gescholten - und dreht den Spieß um: Sein Umgang mit den Kriminellen von Hell's Kitchen sei doch der einzig richtige. Wenn man diese, wie Daredevil es zu tun pflegt, einfach nur einfängt und brav der Polizei übergibt, werden sie binnen kürzester Zeit zurück auf den Straßen sein. Womit der Punisher gar nicht so falsch liegt in einer Geschichte, die die Grenzen zwischen gut und böse, zwischen richtig und falsch gekonnt verschwimmen lässt.

In den Marvel-Archiven schlummern definitiv größere, bösere, aufregendere Figuren als der Punisher oder Daredevils zwielichtige Ex-Geliebte Elektra (Èlodie Yung), die dem gehörnten Helden im Lauf der zweiten Staffel zusätzliche Probleme bereitet. Die Lücke, die Wilson Fisk alias Kingpin (Vincent D'Onofrio) als Schurke der ersten Staffel hinterließ, vermögen die beiden Antagonisten auch gemeinsam nicht zu füllen. Enttäuscht wird dennoch niemand sein. Wie bei Fisk, und wie zuletzt auch bei Kilgrave in „Jessica Jones“ oder Cottonmouth in „Luke Cage“, gelang es den „Daredevil“-Autoren, aus vergleichsweise unspektakulären Schurken eine Menge herauszuholen und letztlich dann doch sehr interessante, facettenreiche Charaktere zu zeichnen. Abgesehen davon gibt es ja auch gute Gründe, nicht gleich die besten Bösewichte zu verheizen - die „Defenders“ sollen im Sommer schließlich auch noch etwas zu tun haben.

Auch als Video-on-Demand (Netflix) erhältlich.

tsch

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