Neue Staffel bei Netflix: „The Umbrella Academy“

Mal wieder kurz die Welt retten

Ein Sowjet-Panzer in Dallas? Es kommt noch schlimmer, und zwar von oben, wie Hazel (Cameron Britton, links) dem erstaunten Nummer fünf (Aidan Gallagher) erklärt.
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Ein Sowjet-Panzer in Dallas? Es kommt noch schlimmer, und zwar von oben, wie Hazel (Cameron Britton, links) dem erstaunten Nummer fünf (Aidan Gallagher) erklärt.

Die Superhelden-Geschwister mit den vielen Komplexen bekommen in der zweiten Staffel der großartigen Netflix-Serie „The Umbrella Academy“ noch eine Chance, die Apokalypse zu verhindern.

Die Sache mit der Apokalypse haben die verpeilten Adoptivgeschwister dann doch ziemlich versaut: Alle ihre Superkräfte nutzten nichts, die Welt versank am Ende der ersten Staffel von „The Umbrella Academy“ in einem spektakulären Flammenmeer. Nun gut, man kann halt nicht immer gewinnen. Gut, dass es manchmal eine zweite Chance gibt: In den zehn Episoden der zweiten Staffel der Netflix-Serie machen die kauzigen Superhelden ab 31. Juli freilich genauso weiter, wie sie aufgehört haben. Nur, dass der Menschheit nun sogar zweimal die Auslöschung droht.

Prekär am Scheitern des ersten Rettungsversuchs war: Den Weltuntergang, den sie verhindern wollte, hat die dysfunktionale Familie selbst ausgelöst - und als einzige überlebt. Den nächsten Versuch, die Welt zu retten, starten Luther (Tom Hooper), Diego (David Castañeda), Klaus (Robert Sheehan), Nummer fünf (Aidan Gallagher), Allison (Emmy Raver-Lampman) und Vanya (Ellen Page) in den 1960er-Jahren.

Apokalypse hin, Atomkrieg her - wichtig ist die Familie. Und die muss sich erneut zusammenraufen, beziehungsweise erst einmal finden. Nummer fünf, der Zeitreise-Greis im Körper eines präpubertierenden Klugscheißers, hat seine Geschwister in verschiedene Jahre zwischen 1960 und 1963 geschickt.

Dort sind sie auf sich allein gestellt - und bauen sich ein eigenes Leben auf. Jedenfalls so lange, bis sie vom notorischen Nummer fünf aufgespürt werden. Der Junge hat's eilig: Er will immer noch die Welt retten, einmal die im Jahr 2019, aber auch die aktuelle ist akut von Nuklearsprengköpfen bedroht. Zehn Tage bleiben dem Hargreeves-Sextett für die doppelte Rettungsmission.

Der tägliche Irrsinn einer kaputten Familie

Kennedy, Kuba-Krise, Bürgerrechtsbewegung - einfach wird das nicht. Zumal die Geschwister mit den besonderen Fähigkeiten ja immer noch nicht alle Beziehungen untereinander geklärt haben - und ihnen die grandiose Serie mit absurdem schwarzem Humor weiterhin viel Raum für die Entfaltung ihrer persönlichen Facetten gibt. Dabei kommen, das macht die zweite Staffel von „The Umbrella Academy“ wahnsinnig sehenswert, ganz neue Wesenszüge zum Vorschein.

Ging es in der ersten Staffel vor allem darum, Notreparaturen an kaputten Menschen und zerbrochenen Familienbeziehungen durchzuführen, treten die Geschwister jetzt in eine neue Phase ein. Sie lassen Wunden verheilen, lernen zu verzeihen und sich gegenseitig wertzuschätzen - das alles natürlich mit dem „Umbrella“-typischen Irrsinn. Dass sie sich nun näher als jemals zuvor kommen, liegt ausgerechnet daran, dass sie zunächst einmal lange voneinander getrennt sind und ihren eigenen Weg können, als Guru etwa oder als Bürgerrechtlerin in den Südstaaten.

Die Apokalypse wartet natürlich nicht darauf, bis sich Familie Hargreeves wieder wahnsinnig lieb hat, und auch die Zeitreise-Überwachungsgesellschaft hat Interesse am Weltenbrand. Neben der Traumatherapie steht ein straffes Programm auf der Zehn-Tages-Ordnung, die ein Wiedersehen mit alten Bekannten und frischen Wind durch neue Figuren bringt.

teleschau

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