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Madame Christine und ihre unerwarteten Gäste

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Als quirlige Ensemble-Comedy widmet sich „Madame Christine und ihre unerwarteten Gäste“ der Wohnungsnot in Paris.

„Madame Christine und ihre unerwarteten Gäste“ unterhält als quirlige Haus-Kammerkomödie mit politischem Anstrich. Am Ende bleibt aber wie so oft die Wohlfühl-Moral.

Die allpräsente Pariser Wohnungsnot, die vor zwei Jahren schon Monsieur Henri und eine junge Studentin in einer WG zusammenführte, spitzt sich in „Madame Christine und ihre unerwarteten Gäste“ (2015, nun erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand) im bitterkalten Winter zu: Obdachlose, Weggentrifizierte, arme Familien und, nicht zu vergessen, Flüchtlinge und Migranten drohen, auf der Straße zu landen. Kurzerhand entscheidet die sozialistische Regierung: Alle müssen teilen! Beim beliebten Jonglieren mit Klischees darf sich das unterhaltsame Kammerspiel ebenso austoben wie beim politischen Zickzack-Lauf. Am Ende steht aber wie gewohnt die liebe Wohlfühl-Moral.

Wessen Wohnung zu groß ist, muss laut Gesetz je nach Quadratmeterzahl weitere Menschen bei sich aufnehmen. Selbstverständlich betrifft das vor allem die Wohlhabenderen der Gesellschaft, die in den prächtigen Altbauten der Innenstadt leben. Anhand eines solchen Hauses inszeniert Regisseurin Alexandra Leclère ein clever geschriebenes Kammerspiel, das den Fokus auf die - natürlich - sehr unterschiedlich reagierende Hausgemeinschaft legt.

Da wären die titelgebende Madame Christine (Karin Viard) und ihr Mann Pierre (Didier Bourdon), die zur Oberschicht gehören und ihre 300 Quadratmeter freilich nicht mit dem Gesindel da draußen teilen mögen. Da wären aber auch ihre linksliberalen Akademiker-Nachbarn Bobos (Michel Vuillermoz) und Beatrice Gregory (Valerie Bonneton), die ebenfalls wohlhabend leben, aber zumindest in der Theorie für eine gerechte Gesellschaft einstehen. So lange eben, bis es sie selbst betrifft.

In der Vielfalt der Charaktere, Lebensentwürfe und Ansichten, die klarerweise meist laut und unmissverständlich und oft auch sehr klug mitgeteilt werden, liegt im Kern die charmante Botschaft: Das ist die freie und offene Gesellschaft voller unterschiedlicher Menschen - nur diesmal eben auf engstem Raum. Ebenso vielfältig, doch auch vorhersehbar, kommen Linke wie Konservative im Kontakt mit den neuen Mitbewohnern zur Läuterung und wieder zurück.

Eine wirkliche komödiantische Verhandlung des aktuell brisanten politischen Status Quo, der im Wohnungsmarkt der multikulturellen Großstädte ja seine Zuspitzung erfährt, gelingt allerdings nur in Ansätzen. Die vieldiskutierte Abgehobenheit bestimmter Milieus in Filterblasen, die Bigotterie des Bürgertums und das Verhältnis von ökonomischen Grundlagen und Moral wird in der Komödie zwar angesprochen - löst sich aber in Wohlgefallen auf. Schließlich bleibt es ja am Ende immer noch eine französische Wohlfühlkomödie.

teleschau

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