SAT.1-Tauschexperiment

Macht Geld wirklich glücklich? - Matthias Mangiapane, Melanie Müller und Marc Terenzi sind „plötzlich arm“

Sänger Marc Terenzi und seine Partnerin Viviane Ehret-Kleinau müssen sich hingegen erstmal vom gewohnten Luxus verabschieden - stattdessen geht es nach Niedersachsen.
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Sänger Marc Terenzi und seine Partnerin Viviane Ehret-Kleinau müssen sich hingegen erstmal vom gewohnten Luxus verabschieden - stattdessen geht es nach Niedersachsen.

Luxusleben adé - willkommen im Prekariat: Zumindest für eine Woche gilt das für insgesamt drei Stars beim SAT.1-Format „Plötzlich arm, plötzlich reich - Das Tauschexperiment“: Wenn das Budget von 4.480 Euro auf 268 Euro schmilzt, ist Haushalten angesagt.

Den sogenannten Reality-Stars geht es grundsätzlich gut, sollte man meinen. Die Branche floriert, gefühlt gab es nie mehr einschlägige TV-Formate als in diesem Sommer. Davon, ab und an die Schamgrenzen auszuloten, lässt sich offenbar ein luxuriöser Lifestyle finanzieren. Diesen Eindruck erweckt zumindest die vierte Staffel des SAT.1-Doku-Formats „Plötzlich arm, plötzlich reich - Das Tauschexperiment“ (Montag, 31. August, 20.15 Uhr, SAT.1), welche als „Promi-Spezial“ angekündigt wird. Der gewohnte Wohlstand der Stars weicht für eine Woche der Lebensrealität des Prekariats - und umgekehrt schwelgen die sonst armen Tauschfamilien in ungewohnter finanzieller Sorglosigkeit. Wie kommen die Promis mit der ungewohnten Situation zurecht, für sieben Tage jeden Cent zweimal umdrehen zu müssen? Und wie nutzen die Tauschfamilien den ungewohnten Luxus?

In der ersten von insgesamt drei Folgen, die jeweils montags laufen werden, tauscht das Reality-Pärchen Matthias Mangiapane und Hubert Fella für eine Woche ihre Lebensumstände mit dem alleinerziehenden Transgender-Mann Kylo Ben Kurpanek aus Berlin. Der 52-Jährige hat nach Senderauskunft gerade einmal 268 Euro wöchentlich zur Verfügung, um sich und seine drei Kinder zu versorgen. Zum Vergleich: Das Budget von Mangiapane - unter anderem bekannt von „Promis unter Palmen“ - und Fella liegt bei 4.480 Euro - in der Woche. Die gewohnten regelmäßigen Besuche beim Beauty-Doctor und Kurztrips nach München? Dafür wird während des Tauschexperiments kein Geld übrig sein. Kylo Bens Familie zieht hingegen in die 500-Quadratmeter-Wohnung ins unterfränkische Hammelburg - und kann für eine Woche die Geldnöte vergessen.

Rückblick auf den Auftakt 2019

In der zweiten Episode des Reality-Doku-Formats wird Mallorca-Sängerin Melanie Müller („Dschungelkönigin“ 2014) und ihre Familie, die sonst in einem umgebauten Bahnhof lebt, nach Hamburg geschickt. Die Besonderheit: Nicht nur die exorbitanten finanziellen Einbußen haben Einfluss auf den Lifestyle. Die partywütige Melanie und ihr Mann Mike tauschen die Lebensrealität obendrein mit einer sehr frommen Familie. Beten statt Ballermann-Bühne steht dementsprechend auf dem Tagesplan. Der letzte im Bunde ist Boyband-Sänger Marc Terenzi, den es gemeinsam mit seiner Partnerin in der dritten Folge nach Niedersachsen verschlägt. Der gewohnte Alltag im Tonstudio legt eine Pause ein - stattdessen ist Saubermachen angesagt.

Das Konzept der von SAT.1 als „Promi Spezial“ angekündigten Staffel unterscheidet sich nicht von dem des üblichen Formats: Es soll der Frage nachgehen, ob Geld wirklich glücklich macht. Bereits in den zurückliegenden Staffeln tauschten Stars für eine Woche ihre Lebensumstände. So war im vergangenen Jahr Alex Jolig aus der ersten Staffel „Big Brother“ mit von der Partie. Den Auftakt machte im vergangenen Jahr Jessica Stockmann, die vorübergehend „Monaco gegen Marzahn“, wie es im Untertitel der ersten „Plötzlich arm, plötzlich reich“-Sendung hieß.

„Wollte meinen Töchtern eine pädagogische Abenteuerreise ermöglichen“

Gegenüber der Nachrichtenagentur teleschau resümierte die heute als Immobilienunternehmerin erfolgreiche Ex-Frau von Tennisstar Michael Stich damals, dass die Erfahrung aus ihrer Sicht sehr lehrreich gewesen sei: „Meine Kinder haben einiges über den deutschen Sozialstaat lernen können“, so Jessica Stockmann, die mit ihren beiden Töchtern an dem Sozialexperiment teilnahm. Und auch sie haben einiges erfahren. Nämlich „dass es grundsätzlich um Deutschland nicht so schlimm steht, wie einem das viele Gejammer suggerieren könnte. Niemand muss unter der Brücke schlafen. Wir haben funktionierende Infrastrukturen und Sozialsysteme, man muss sie nur annehmen.“

Außerdem seien „die Vorzüge des eigenen guten Lebens wieder sehr viel bewusster“ geworden. „Und das ist nichts Verkehrtes, vor allem mit Blick auf meine Kinder, die, wenn es nach mir geht, dankbar und bescheiden bleiben sollen.“ Jessica Stockmann: „ Ich wollte meinen Töchtern eine pädagogische Abenteuerreise ermöglichen, das war meine Motivation. Ich versuche sie zwar seit jeher so zu erziehen, dass sie Respekt vor ihren Mitmenschen und vor Werten haben, dass sie auf Qualität achten und dass sie das Geld nicht zum Fenster hinauswerfen.“ Mal schauen, ob Matthias Mangiapane, Marc Terenzi und Melanie Müller mit einem ähnlich hehren soziologischen Ansatz in die Sendung gehen ...

teleschau

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